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Internet-Provider sollen ab dem 1. Juli ausländische Glücksspiele blockieren.

Der Bund will Netzsperren für Online-Casinos – und blamiert sich bis auf die Knochen



Jetzt kommen die Netzsperren. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat die Internet-Provider gestern per E-Mail informiert, dass sie per 1. Juli 2019 die Netzsperren rauffahren sollen.

Nach dem Ja zum Geldspielgesetz vor fast genau einem Jahr hat die Spielbankenkommission nun die «technischen Spezifikationen» für Netzsperren gegen ausländische Online-Casinos veröffentlicht – beziehungsweise sie haben es versucht. Denn das PDF auf der Webseite des Bundes beinhaltet lediglich ein Wort: «Testpdf».

Die Spielbankenkommission wollte im PDF eigentlich darlegen, wie die umstrittenen Netzsperren technisch umgesetzt werden sollen. Eine Anleitung für die Provider also, wie sie mit Internet-Sperren den Zugang zu ausländischen Online-Glücksspielen blockieren sollen.

Das ging offenbar tüchtig in die Hose. Statt der Spezifikationen stellte die Behörde ein leeres Test-PDF ins Netz.

Update:

Erst am Donnerstagnachmittag reagierte die Spielbankenkommission. Nun führt der Link zum PDF ins Leere.

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screenshot: esbk.admin.ch

Die Eidgenössische Spielbankenkommission nimmt Stellung und schreibt:

«In unserem Schreiben, welches wir gestern an die Internet Provider gesendet haben, ist klar vermerkt, dass die Dokumente auf der Webseite während der Testphase vom 14. bis 30. Juni 2019 abrufbar sein werden. Aus diesem Grund wurden die technischen Spezifikationen, auf welchen auch der Link zu unserer Webseite steht, vorab als Anhang an das gestrige Schreiben beigefügt.»

Eidgenössische Spielbankenkommission

Das ändert nur nichts daran, dass die ESBK nicht vorab «Testpdf» ins Netz stellen sollte.

Der Lapsus ist für Kritiker, die
mit den Netzsperren das freie Internet bedroht sehen, ein gefundenes Fressen. Auf Twitter hagelt es Hohn und Spott:

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screenshot: twitter

Geldspielgesetz? Worum geht's genau?

Mit dem neuen Geldspielgesetz dürfen Schweizer Casinos Geldspiele wie Poker, Black Jack oder Roulette neu auch im Internet anbieten. Gleichzeitig werden Internet-Provider wie die Swisscom gezwungen, mit Internet-Sperren den Zugang zu ausländischen Online-Glücksspielen zu blockieren.

Welche Anbieter gesperrt werden sollen, bestimmt die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK). Sie kann nun unliebsame Konkurrenz wie 888poker, PokerStars und Partypoker auf eine Sperrliste setzen – und die Provider blockieren in ihrem Auftrag den Zugang zu den entsprechenden Webseiten.

Das neue Geldspielgesetz und die dazugehörigen Verordnungen sind seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Wer aus der Schweiz Webseiten ausländischer Online-Glücksspiele aufruft, sieht immer häufiger solche Meldungen:

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screenshot: watson

Wie sich Netzsperren umgehen lassen, haben wir in diesem Artikel erklärt.

(oli)

abspielen

Video: watson/Helen Obrist, Angelina Graf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 07.06.2019 08:34
    Highlight Highlight "Das ändert nur nichts daran, dass die ESBK nicht vorab «Testpdf» ins Netz stellen sollte." Aha. Und warum nicht? Ist das verboten?
  • ujay 06.06.2019 17:26
    Highlight Highlight Online Casinos, Wettportale: VPN einrichten und los gehts...thats it😀
    • Ueli der Knecht 07.06.2019 14:02
      Highlight Highlight Vermutlich genügt es schon, wenn zB. 1.1.1.1 oder 8.8.8.8 als DNS einstellt (allerdings zum Preis, dass man seine Verbindungsdetails an Cloudflare oder Google preisgibt; das ist aber immer noch besser, als wenn man den ganzen Datenverkehr einem VPN-Anbieter übergibt).
    • Ueli der Knecht 07.06.2019 14:58
      Highlight Highlight decibel: Revolut (und andere) bietet dir ein unauffälliges Bankkonto für Euros, Dollars, Pfund uvm.
    • ujay 07.06.2019 17:06
      Highlight Highlight @Dezibel. Wow...Riesenproblem. Du kannst dir, sogar online, ein Bankkonto in Deutschland oder irgendwo einrichten.
  • Miles Prower 06.06.2019 15:18
    Highlight Highlight Hoffentlich sperren die nur über DNS-Sperren.
    Einen eigenen DNS Server auf nem Raspberry Pi hat man in 30 min eingerichtet ;)
    • Ueli der Knecht 07.06.2019 14:14
      Highlight Highlight 30 Minuten um die zwei Befehle "apt-get install bind9" und "service bind9 start" einzutippen?

      Man kann auch gleich die Nameserver von Google (8.8.8.8, 8.8.4.4) oder Cloudflare (1.1.1.1, 1.0.0.1) benutzen. Da erspart man sich sogar den DNS auf dem Raspi.
    • Miles Prower 07.06.2019 15:32
      Highlight Highlight Nein, 30 Minuten um den Pi komplett aufzusetzen, DNS einzurichten und nen Kaffee zu trinken ;)
  • Steibocktschingg 06.06.2019 14:58
    Highlight Highlight Ach ja, Internet und die Regierung... Wie wir wissen, ist das immer die Erkundung eines #Neulands... Traurig eigentlich.
    • Firefly 06.06.2019 17:36
      Highlight Highlight Kommt drauf an ob du in einer Demokratie oder einer Diktatur lebst. In Diktaturen kennen sie sich jeweils gut aus mit so Sachen.
  • Firefly 06.06.2019 14:47
    Highlight Highlight Der Ueli soll doch mal seinen Kollegen den Xi fragen, der kann ihm sicher so eine Spezifikation geben!
  • drjayvargas 06.06.2019 14:04
    Highlight Highlight Ich kann es eigentlich gar nicht glauben, und das auf mehreren Ebenen. Grundsätzlich: Wie kann sowas passieren? Umgekehrt wenn man bei den Behörden was nicht korrekt und fristgerecht eingibt, gibts gleich ein empörtes Donnerwetter. Und zum Weiteren: Wie kann es sein dass die faulen Files immernoch (Donnerstagnachmittag) offiziell online sind? Da macht sich wohl ein Admin einen Spass daraus. Bottom line: Wie kann man nur so blöd sein.
    • Phallumegaly 06.06.2019 15:22
      Highlight Highlight Grundsätzlich gebe ich dir und allen anderen Recht. Jedoch steht auch explizit, dass die Files erst ab 14.6 zur Verfügung stehen werden.
      Trotzdem sollten sie nicht bereits als „testpdf“ herunter ladbar sein...oder zumindest schon längst verschwunden sein 🙈
  • Pafeld 06.06.2019 13:23
    Highlight Highlight Da bezahlen wir wohl noch mit mehr teurem Leerlauf und peinlichen Aktionen dafür, dass die Generation 60+ nicht weiss, was VPN ist und wie unglaublich nutzlos Netzsperren sind. Selbst die Chinesen knicken vor den technischen Möglichkeiten von VPN und/oder verschlüsselten Proxy ein. Und ausgerechnet unsere Regierung, welche nicht einmal ein Büro mit neuen PCs ausstatten kann, ohne das sie komplett über den Tisch gezogen werden, will nun die Chinesen auf dem Feld der Internetüberwachung schlagen?
    • Firefly 06.06.2019 14:49
      Highlight Highlight Ja mit sparen wirds sicher besser.
  • PrivatePyle 06.06.2019 13:04
    Highlight Highlight Bin jetzt schon gespannt was für ein lächerliches OnlinePoker Angebot die Schweizer Casinos anbieten werden...
    • CuJo 06.06.2019 16:22
      Highlight Highlight Nach der Anmeldung für ein 9er-Sit'n Go dürfen wir vermutlich 2 Stunden warten bis der Tisch voll ist.
  • Posersalami 06.06.2019 11:55
    Highlight Highlight Da haben die Internetausdrucker einen tollen Coup gelandet mit diesem total überflüssigen Gesetz.

    Dass sich das technisch kaum umsetzen lässt ist längst bekannt.
    • p4trick 06.06.2019 15:11
      Highlight Highlight "Internetausdrucker" hahaha noice
  • demian 06.06.2019 11:39
    Highlight Highlight Dank den Lobbisten habe ich seit bwin gesperrt ist nicht mehr gewettet. Werd ich auch nicht mehr. :)
  • Sarkasmusdetektor 06.06.2019 11:14
    Highlight Highlight Immer auf den "Beamten" (die es in der CH ja gar nicht mehr gibt) rumhacken. Die setzen ja auch nur um, was von den Politikern kommt. Und das ist oft genug genau solcher Unsinn.
  • Leon1 06.06.2019 11:08
    Highlight Highlight Ich kann den 1. Juli kaum erwarten. Wollte schon lange wissen, ob für meine Sportwetten ein alternativer DNS (z.B CloudFlare [1.1.1.1] oder Google [8.8.8.8]) genügt, oder ob ich tatsächlich meine deutsche VPN Verbindung bemühen muss.

    Der offensichtlichen Inkompetenz geschuldet glaube ich aber nicht, dass bis zum 1.7. überhaupt eine DNS Sperre umgesetzt werden kann

    #Neuland
  • swizzbliss 06.06.2019 10:48
    Highlight Highlight Swisslos hat jetzt das Monopol! Danke dafür...
    • DerMedicus 06.06.2019 11:41
      Highlight Highlight swisslos darf aber keinen Gewinn machen, ausländische Casinos schon. also who cares
    • Joe Smith 06.06.2019 12:17
      Highlight Highlight Swisslos darf nicht nur keinen Gewinn machen, sondern der Gewinn geht in einen Fonds, aus dem die öffentliche Hand dann Kultur, Sport und dgl. unterstützt, und zwar nicht zu knapp. Das im Gegensatz zu ausländischen Wettanbietern, die in der Schweiz nicht mal Steuern bezahlen. Soviel zur siebengescheiten Netzjugend, die ja den vollen Durchblick hat.
    • Sharkdiver 06.06.2019 12:36
      Highlight Highlight Hatte sie schon immer. Und ist soweit ich weiss per VPN einfach zu umgehen
    Weitere Antworten anzeigen
  • penpusher 06.06.2019 10:45
    Highlight Highlight Wow, riesen blamage. Ja klar, das sollte dem Bund schon nicht passieren. Aber sehr ich jetzt etwa so, wie wenn man im Mail den Anfang vergisst... 😒
    Und zu den Sperre: Afaik hat die Bevölkerung das Gesetze angenommen und das BAKOM führt dies nun aus, was das Volk gewünscht hat, oder nicht?
  • Ironiker 06.06.2019 10:42
    Highlight Highlight Da hatten wir doch erst kürzlich die Diskussion betreffend Swiss ID. Die Daten sollten doch beim Bund bleiben und nicht an Private ausgelagert werden. Grundsätzlich bin ich auch dieser Meinung.

    Wenn ich hier aber die Kompetenz sehe, welche hier an den Tag gelegt wird, frage ich mich, ob unsere Daten vielleicht nicht doch sicherer bei Google oder Facebook sind... ha ha ha
    • The Destiny // Team Telegram 06.06.2019 13:05
      Highlight Highlight Passender username aber der Übergang ist etwas fließend.
    • Urs Kipfert 06.06.2019 16:00
      Highlight Highlight @Ironiker (SwissID)
      Das wurde gestern (05.06.2019) anders entschieden.

      Der Staat prüft die Identität einer Person, die Wirtschaft gibt den elektronischen Ausweis (E-ID) heraus: Nach dem Nationalrat hat gestern auch der Ständerat dieser Aufgabenteilung zugestimmt.
      Die Gegner drohen bereits mit einem Referendum. "Wir wollen eine staatliche E-ID".
      Aus welchen Gründen der Staat das besser kann, müssen die Gegner erst noch erklären.
      Ich sag nur "Testpdf".
    • The Destiny // Team Telegram 06.06.2019 22:23
      Highlight Highlight @Kipfert, wieder einmal am Werbung machen für die privaten?
      Die Post bringts schon nicht fertig das e-voting sicher anzubieten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hü Hopp Hü 06.06.2019 10:41
    Highlight Highlight Da hatte der Praktikant wohl einen schlechten Tag ;-)
    • Neruda 06.06.2019 11:14
      Highlight Highlight Lass mal den Praktikanten in Ruhe! Der ist wohl der Einzige, welcher sich wirklich Mühe gibt beim Bund 😁
  • Rechthaberwoman 06.06.2019 10:37
    Highlight Highlight Typisch Schweizer Bürger "ich hab ja nichts zu verbergen, mich geht das nichts an bla bla bla" und dann blindlings alle Gesetze annehmen, die Bundesbern raushaut. Seid ihr eigentlich alle bescheuert?
    • CuJo 06.06.2019 11:10
      Highlight Highlight Wundert es Dich, dass dieses Gesetz angenommen wurde ? Es wurden ja auf Wahlplakaten "Fakenews" en masse verbreitet vor der Abstimmung. Es wurde gedroht es gäbe bald keine Spielplätze mehr, keine Turngeräte in Schulen, usw., eine Hetzjagd gegen die ausländischen Onlineanbieter sondergleichen war das, inszeniert von unseren Casino-Lobbyisten in Bundesbern, kein Wunder sagte jeder, der sich nicht vollumfänglich mit der Materie auseinander setzte, ja !
      Als Dank wurde mir nach dem Livepoker nun auch noch das Onlinepoker verboten. Das Lotto (ein reines Glückspiel) ist natürlich weiterhin erlaubt.
    • Sandro Lightwood 06.06.2019 11:39
      Highlight Highlight Plappern halt den Politiker nach. Übrigens meist genau die Politiker, die sich mit Händen und Füssen gegen mehr Transparenz bei Parteispenden wehren. Könnt 🤮!

    • Snowy 06.06.2019 11:39
      Highlight Highlight @Cujo: Theoretisch ja. Praktisch installierst Du innerhalb von 45 Sekunden einen Gratis-VPN.

    Weitere Antworten anzeigen
  • p4trick 06.06.2019 10:26
    Highlight Highlight Ich bin gespannt wie ein Gummitwist wie die das umsetzen wollen :-)
    • atorator 06.06.2019 10:39
      Highlight Highlight Alte Schule, JS so lange neue Browserfenster öffnen lassen bis das Programm abstürzt.
    • Fandall 06.06.2019 14:35
      Highlight Highlight Haha, Gummitwist, das waren noch Zeiten auf dem Pausenplatz! :-D

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