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5G-Widerstand: Während die Anbieter Gas geben, tritt die Politik auf die Bremse

Maja Briner / ch media



Das Wettrennen läuft: Sunrise wirbt damit, bereits 150 Orte mit der neuen Mobilfunkgeneration 5G zu versorgen. Swisscom will bis Ende Jahr 90 Prozent der Schweiz damit abdecken, und Salt will ab Sommer ebenfalls mitmischen. Nun wächst auf politischer Ebene Widerstand gegen die Technologie.

ZUR AUFRUESTUNG EINER SWISSCOM MOBILFUNKANTENNE MIT 5G STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Markus Bandi, above, and Benjamin Wasem, installation specialist on behalf of Swisscom, during the installation of a 5G antenna, in Bern, Switzerland, on March 26, 2019. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Markus Bandi, oben, und Benjamin Wasem, Installationsfachmaenner im Auftrag der Swisscom, waehrend der Installation einer 5G Antenne, am 26. Maerz 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Das Genfer Parlament fordert: Erst wenn unabhängige wissenschaftliche Studien aufzeigten, dass 5G für den menschlichen Körper nicht schädlich sei, dürfe es zugelassen werden. Bild: KEYSTONE

Das Genfer Kantonsparlament überwies am Mittwochabend eine Motion für ein Moratorium: Erst wenn unabhängige wissenschaftliche Studien aufzeigten, dass 5G für den menschlichen Körper nicht schädlich sei, dürfe es zugelassen werden. Eingereicht hat die Motion Bertrand Buchs, Präsident der Genfer CVP und von Beruf Arzt.

Seine Sorge: Dank 5G könnten in Zukunft deutlich mehr Geräte ans Netz angeschlossen sein, etwa auch Kühlschränke. Die gesundheitlichen Auswirkungen seien für ihn unklar, sagt Buchs.

Der Genfer Schritt ist bislang schweizweit einzigartig. Andere Kantone könnten jedoch folgen: In der Waadt prüft die Regierung die Frage derzeit; im Kanton Freiburg ist ein Vorstoss aus der SP hängig, der ebenfalls ein Moratorium verlangt. Und in Neuenburg fordern die Grünen, im eidgenössischen Parlament eine Standesinitiative für ein Moratorium einzureichen.

Auch auf nationaler Ebene ist das Thema angekommen. SP-Nationalrat Thomas Hardegger, Mitglied der zuständigen Nationalratskommunikation, ist erfreut über den Genfer Entscheid.

«Das ist ein Signal an den Bund, dass sich die Bevölkerung sorgt», sagt er. Er werde nun das Gespräch mit Nationalräten aus anderen Fraktionen suchen und sondieren, ob ein Moratorium auch auf nationaler Ebene Chancen habe.

Thomas Hardegger, Nationalrat SP-ZH, und Vorstand Wohnbaugenossenschaften Schweiz, spricht an einer Medienkonferenz der ueberparteilichen Abstimmungsallianz

SP-Politiker Thomas Hardegger. Bild: KEYSTONE

Der Zürcher fordert, zunächst den Bericht zu 5G abzuwarten, den eine Arbeitsgruppe derzeit im Auftrag des Bundes erstellt. «Hektik ist fehl am Platz – auch weil bis jetzt kaum Anwendungen für 5G bereitstehen», sagt Hardegger. Die Studie wird voraussichtlich im Sommer veröffentlicht.

Die Mobilfunkanbieter betonen hingegen, der Ausbau mit 5G sei wichtig. Der Datenkonsum wachse stark, 5G sei für die Digitalisierung wichtig. Und sie verweisen darauf, dass 5G in einem ersten Schritt in ähnlichen Frequenzen betrieben wird wie 4G oder 3G.

«Es handelt sich also um bekannte und nicht um neuartige Signale», erklärt eine Swisscom-Sprecherin. «Deshalb sind die vorhandenen Studien hier aussagekräftig, denn die Wirkung auf den Organismus ist dieselbe.»

Erst zu einem späteren Zeitpunkt sei geplant, dass 5G auch höhere Frequenzen nutzen werde. Die Konzessionen dafür hat der Bund noch nicht vergeben – er könnte diesen Prozess also stoppen.

Dem vollen 5G-Ausbau steht momentan noch ein anderes Hindernis im Weg: die Strahlenschutz-Grenzwerte. Insbesondere in den Städten können bestehende Antennen deswegen nicht mehr aufgerüstet werden. Die Anbieter drängen daher seit Jahren auf eine Lockerung der Grenzwerte – bislang erfolglos. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • babo:dee 14.04.2019 10:10
    Highlight Highlight Was bitte soll an G5 anders sein als an G4? Abgesehen davon, dass es 90% weniger Energie pro Benutzer braucht? Diese Sinnlosen Argumente, Bäume retten.
    Wieso sollte G5 Bäume gefährden? Wieso sollte das Krebsrisiko höher sein? Es sind die selben Endgeräte. Wer bitte hat diese unbelegten Fakten nur publiziert und wieso wird das von Politikern, die keinerlei technische Ausbildung oder IT Wissen haben als Teufel bezeichnet? Es ist seit Jahren bekannt, nach G4 kommt G5 und jetzt kommen diese Urielas von allen Ecken.
    Und noch schlimmer, nach G5 wird es G6 geben.
    Hilfe!!! Rennt um euer Leben *grins*
  • PC Principal 13.04.2019 18:21
    Highlight Highlight Diese anti-Elektrosmog-Esoterik erinnert mich stark an Impfgegner. Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass diese Strahlen irgendeinen Einfluss auf den Körper haben, und es gibt jezt schon unzählige, sehr intensive Langzeitstudien. Und doch fürchten sich viele davor, sie wollen glauben, dass die Strahlen gefährlich sind. Das führt zu einem Placebo-Effekt: Wenn man ganz fest glaubt, dass die Strahlen Kopfschmerzen erzeugen, dann kriegt man wirklich Kopfschmerzen.
  • babo:dee 13.04.2019 01:59
    Highlight Highlight G3 zu G4 haben wir auch überlebt. Fakt ist, durch weniger Infrastruktur werden mehr Geräte bedient und dies stabiler und schneller. Alleine in der Medizinaltechnologie kann und wird es Leben retten. Autos können Notfallsignal senden... Herzinfakte schon bevor sie eintreten, bei Risikopatienten erkannt werden.
    Die Welt wird sich ändern, ob wir damit gutes tun obliegt uns.

    Wieso dann nicht wieder Briefpost?
    Die Gefahren sind genau die selben, ob nun G3 oder G5.
    Elektroautos sind sauber und der Strom kommt nicht aus Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken?
  • Maranothar 12.04.2019 11:34
    Highlight Highlight Wieso überrascht mich nicht, dass wieder die Mittelalterpartei dem Fortschritt im Weg steht.
  • messanger 12.04.2019 10:55
    Highlight Highlight Wegen ein paar besorgten Bürgern blockieren wir eine kaum neue Technologie.

    Aber wenn weltweit Millionen auf die Strasse gehen um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, dann ist alles viel zu schwierig und ausserdem ist da die Wissenschaft evtl. noch nicht ganz 100% über alle Details einig und darum können wir nichts machen.

    Prioritäten....
    • bebby 12.04.2019 11:05
      Highlight Highlight Und ich frage mich immer, was das für Aerzte sind, welche nicht auf Grund von Fakten, sondern vom Gefühl her oder wegen Fake News sich eine Meinung bilden...von solchen Aerzten wollte ich nicht behandelt werden.
    • Opa 12.04.2019 18:15
      Highlight Highlight @bebby
      Wo sind denn bitte die Beweise der Unschädlichkeit? Existieren meines Wissens genau so wenig.

Das sind die ersten, ultraschnellen 5G-Handys: Und so viel kosten die passenden Handy-Abos

Swisscom und Sunrise überziehen die Schweiz mit Werbung für 5G-Smartphones und das neue 5G-Netz. Doch was kosten die notwendigen Geräte und Abos überhaupt? Der Überblick zeigt's.

Swisscom und Sunrise rühmen sich, eines der weltweit ersten 5G-Netze zu haben. Salt, die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt, will in der zweiten Jahreshälfte nachziehen. Das 5G-Netz ergänzt die bisherigen Netze, die primär wegen Videostreams (YouTube, Netflix etc.) an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. 3G und 4G werden deshalb in den nächsten Jahren nicht verschwinden, sondern parallel genutzt werden. 5G hat aber gegenüber den älteren Mobilfunktechnologien gewichtige Vorteile:

Bei der …

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