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Die mehrstündige Anhörung wurde im Internet übertragen. Video: YouTube/CBS News

Zuckerberg kriecht vor dem US-Kongress zu Kreuze und entschuldigt sich



Im Facebook-Datenskandal hat sich Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag seiner ersten Anhörung im US-Senat gestellt. Wie bereits aus seiner vorab veröffentlichten Stellungnahme hervorging, räumte der Konzernchef Fehler ein und sicherte mehr Datenschutz zu.

«Das war ein grosser Fehler. Es war mein Fehler.»

Mark Zuckerberg

Facebook habe das Ausmass seiner Verantwortung nicht erkannt, sagte der 33-jährige Zuckerberg, der für den Auftritt Anzug und Krawatte statt des üblichen grauen T-Shirts und Jeans trug. «Das war ein grosser Fehler. Es war mein Fehler.»

Zuckerbergs Stimme zitterte zu Beginn der Anhörung, die Fassung verlor der Facebook-Gründer jedoch nicht. 

Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.»

Mark Zuckerberg

Seine grösste Priorität sei nach wie vor, die Menschen zu vernetzen - und das werde immer wichtiger sein als die Interessen der Werbekunden, «solange ich Facebook führe», sagte Zuckerberg. «Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.»

Facebook CEO Mark Zuckerberg arrives to testify before a joint hearing of the Commerce and Judiciary Committees on Capitol Hill in Washington, Tuesday, April 10, 2018, about the use of Facebook data to target American voters in the 2016 election. (AP Photo/Andrew Harnik)

Mark Zuckerberg bei der Anhörung vor dem Kongress in Washington D.C. Bild: AP/AP

Der Chef des Handelsausschusses im US-Senat, John Thune, betonte zu Beginn der Anhörung zugleich, dass die Zeit für mehr Regulierung statt einseitiger Zusagen der Unternehmen gekommen sein könnte. Er sei sich nicht sicher, dass Nutzer mit vollem Verständnis der Konsequenzen ihre Daten an die Online-Firmen gäben.

Für einen Lacher sorgte Senator Dick Durbin, als er Zuckerberg fragte, ob er mitteilen wolle, in welchem Hotel er vergangene Nacht geschlafen habe. Der Facebook-Gründer zögerte – und gab dann zu, dass er das lieber nicht «sharen» wolle.

Auf entsprechende Nachfragen sagte Zuckerberg, es werde immer eine kostenlose Version von Facebook geben. Mit seiner Wortwahl deutete er somit Alternativen an, die kostenpflichtig sein könnten. 

Er enthüllte zudem, dass Facebook-Mitarbeiter vom Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf untersucht. Er selbst sei nicht darunter gewesen.

Bei dem aktuellen Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Nutzern unrechtmässig an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein – darunter potenziell von gut 70 Millionen Amerikanern.

(cma/sda/dpa)

Mehr zur Anhörung:

Cambridge Analytica: Der Skandal einfach erklärt

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Video: watson/Emily Engkent, Corsin Manser

Und nun zu etwas Lockerem: Bitte lass diese 16 Fragen auf yahoo nicht echt sein!

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14
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli der Knecht 11.04.2018 04:02
    Highlight Highlight "Zu Kreuze kriechen" würde ich das nicht nennen.

    Zuckerberg liess die Senatoren bei allen kritischen Fragen ins Leere laufen. Oder dann mimte er den Ahnungslosen, der zuerst seine Fachleute fragen müsse. Er verhielt sich wie Teflon und liess jede Infragestellung und Kritik abprallen. Im Grunde genommen hat er die Senatoren und Senatorinnen verhöhnt, an der Nase herum- und vorgeführt. Denen gefiel das ganz und gar nicht. Man sah deutlich, wie die sich wanden.
  • Frances Ryder 11.04.2018 00:21
    Highlight Highlight Das lustige ist, dass die Leute, die hier Zuckerberg auf den Zahn fühlen sollen, praktisch alle von Facebook Wahlkampfspenden in der Vergangenheit erhalten haben.

    https://www.usatoday.com/story/news/politics/2018/04/04/facebook-gave-most-contributions-house-committee-question-zuckerberg-also-got-most-contributions-fac/486313002/
  • Alnothur 10.04.2018 22:43
    Highlight Highlight Ganz schön heuchlerisch, wie gewohnt von jemandem, der seine User als "idiots" bezeichnet.
  • The Destiny // Team Telegram 10.04.2018 22:36
    Highlight Highlight Alle sollen sharen so viel Sie können nur die Firmen Spitze nicht, the circle lässt grüssen.
  • Gipfeligeist 10.04.2018 22:35
    Highlight Highlight Mmh. Erst Ca$h einsacken und nun reudig entschuldigen. Wenn er nicht wüsste wer Daten missbraucht, wäre er nicht FB-Chef
  • profiprofiler 10.04.2018 22:28
    Highlight Highlight Das nennt Mann Rückgrat und Verantwortung. Respekt Herr Zuckerberg. Es stellt sich aber auch die Frage wer alles von diesem Datenskandal profitiert und ob er allenfalls sogar „fingiert“ und gesteuert war. Das Thema der „Firmenregelungen“ durch den Staat wurde ja bei der Anhörung ebenfalls angesprochen.
    • phreko 10.04.2018 23:28
      Highlight Highlight Rückgrat? In den USA kannst du einer Anhörung nicht einfach absagen.
    • Don Sinner 11.04.2018 00:07
      Highlight Highlight Rückgrat? Hab ich nie eins gesehen. Es roch immer nach Geldgier, Machtlust, absoute Marktbeherrschung: "Wir wollen, dass der User nie mehr die FB-Website verlässt", ca. 2012. Nie einen FB account gehabt. Es stank vo Anfang an.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 10.04.2018 22:27
    Highlight Highlight Ich glaub dem kein Wort. Auch wenn er die ganze Nacht heulen würde.
    • KeineSchlafmützeBeimFahren 11.04.2018 21:20
      Highlight Highlight Ich bezweifle stark, dass etwas passieren wird bzw. dass ein Verfahren gegen Zuckerberg eingeleitet wird. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
    • KeineSchlafmützeBeimFahren 12.04.2018 08:16
      Highlight Highlight Ist so. Menschen sind ungerecht, das muss man einsehen. Und solange es solche Schlupflöcher gibt, solange wird der Ungerechtigkeit die Tür offen gehalten.
  • Der Tom 10.04.2018 22:13
    Highlight Highlight Diese Senatoren scheinen teilweise keine Ahnung zu haben von Facebook, Facebook Apps oder anderen Apps. Internet wohl auch noch kaum bekannt. Vielleicht müsste dort mal eine Generation zurücktreten.
    • Ueli der Knecht 11.04.2018 00:12
      Highlight Highlight Sogar Zuckerberg selber mimt bei vielen Fragen den völlig Ahnungslosen.
    • Ueli der Knecht 11.04.2018 02:28
      Highlight Highlight Ein alter Sack bringts auf den Punkt:

      "Herr Zuckerberg, ich komme in Frieden. (...) Was alle sagen wollen, ich sage es Ihnen freundlich:

      Ihr Nutzungsvertrag ist scheisse!
      Sie wissen das - ich weiss das.

      Damit wollen Ihre Anwälte nur Facebooks Arsch retten. Es geht gar nicht darum, die Nutzer über ihre Rechte aufzuklären.

      Ich schlage Ihnen vor, sie gehen nach Hause und schreiben das neu. Und sagen Sie Ihren Anwälten, dass sie das in englisch schreiben sollen, nicht in Suaheli; so dass es ein Durchschnittsbürger versteht.
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