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Die E-Sports-Szene braucht mehr Prügelgame-Turniere. Ryu würde sich freuen! bild: zvg

Wir haben in den 90ern schon E-Sports betrieben, als es den Begriff noch gar nicht gab

Der simple Zweikampf zwischen zwei digitalen Haudegen in einer Arena wäre prädestiniert für E-Sports. Leider werden Games à la «Street Fighter» hierzulande an Turnieren noch kaum verwendet.



Wir haben in den 90ern mit «Street Fighter 2» schon E-Sports betrieben, als es den Begriff noch gar nicht gab. Ich war immer Blondschopf Guile. Der hatte nicht nur die Haare schön, sondern meiner Meinung nach auch aus der «Street Fighter 2»-Gang einfach die coolsten Schläge und Tritte auf Lager. Sein «Sonic Boom» ist legendär und sein Kick, wo er einfach mal den Fuss von unten nach oben durchs Gesicht des Gegners zieht, ist auch heute noch eine Augenweide.

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Guile war einfach einer der coolsten Charaktere in «Street Fighter 2». bild: zvg

Seine Specialmoves auf dem Super NES kann ich auch heute noch einigermassen auswendig. Damals hatte ich jede einzelne Bewegung dieses Burschen aus dem Amiland perfekt intus, was ich auch an den Turnieren mit den Kumpels immer wieder bewies.

Round One, Fight!

Auch meine Freunde hatten ihre Lieblingscharaktere, deren Moves sie bis zur Perfektion beherrschten und ebenso dafür lange im stillen Kämmerlein zuhause trainierten. Ich habe von Ryu, Blanka und Chun-Li so oft aufs digitale Maul bekommen, dass man nicht mehr darüber reden möchte.

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Chun-Li sah schon immer süss aus, aber hatte es faustdick hinter den Ohren. bild: zvg

Nebst den Siegen gab es auch immer wieder bittere Niederlagen zu verarbeiten. Auch wenn man die Moves der Kämpfer damals perfekt beherrschte, man konnte nie sicher sein, ob man auch als Sieger vom Platz ging. Man konnte noch so laut mit Specialmoves und Fingerakrobatik prahlen, der Kampf konnte sehr schnell eine negative Wendung nehmen, wenn der Kumpel zum Beispiel nächtelang zuhause trainierte. Immer wenn «Round One, Fight!» ertönte, war der Ausgang des Kampfes ungewiss. Dafür liebten wir «Street Fighter 2» so sehr.

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Das wird nichts: Blanka wird mit Sicherheit in den Energieball von Chun-Li donnern. bild: zvg

Turniere in den eigenen vier Wänden

Wir trafen uns regelmässig bei mir oder bei Freunden und veranstalteten vor dem flimmernden Röhrenfernseher an Nachmittagen oder an Wochenenden richtige Turniere. Um Geld haben wir nie gespielt, weil wir als Jugendliche nicht viel hatten oder es sowieso gleich in Videospiele investierten. Aber wir spielten immer um Ruhm und Ehre. Und «Street Fighter 2» war damals das perfekte Spiel, um sich zu messen.

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Bei «Street Fighter 2» ging es immer, immer um Ruhm und Ehre. bild: zvg

Selbst Nichtspieler nahmen teil, wurden dann aber schnell einmal virtuell verhauen. Mann gegen Mann oder auch Frau gegen Mann, zwei Runden, manchmal auch eine dritte, wir spielten stundenlang. Alle sassen wir dicht gedrängt vor dem Fernseher, assen Chips und versauten damit den wunderschönen SNES-Controller, der anfangs noch so schön weiss-grau war. Dass es draussen langsam dunkel wurde, bemerkten wir erst, als uns die Eltern das Licht im Zimmer anmachten.

Da hörte der Spass auf!

Wir alle waren Freunde, aber bei «Street Fighter 2» hörte dann die Freundschaft schon mal auf. Wir schrien einander an, jubelten und waren auch mal sauwütend, wenn unser Charakter, den wir doch eigentlich perfekt beherrschten, ins Gras biss. Später bildeten wir dann auch Zweier-Teams und traten so gegeneinander an. Wir kämpften auch mal nur mit Ryu und Ken, weil die ja eigentlich dieselben Figuren waren, nur dass sie jeweils einen anderen Bademantel trugen.

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Beim ersten «Street Fighter 2» gab es nur acht Figuren zur Auswahl, aber wir waren zufrieden. bild: zvg

Die acht Figuren, die uns zur Auswahl standen, waren damals in den 90ern für uns übrigens eine Offenbarung. So eine grosse Auswahl gab es noch nie. Da sind wir heute mit der grossen Auswahl bei zeitgenössischen Titeln schon manchmal überfordert und starren zuerst minutenlang alle Charaktere an, die zur Auswahl stehen.

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Akuma vs. Ryu: Da geht's ordentlich zur Sache, wenn Lehrer und Schüler aufeinandertreffen. bild: zvg

Der perfekte E-Sports-Titel

Warum die guten alten oder auch neuen Beat’em’Ups allgemein nicht häufiger an E-Sports-Turnieren in unseren Breitengraden gespielt werden, ist mir schleierhaft. Solche Spiele sind doch prädestiniert dafür, um für einen fairen aber actionreichen Wettkampf zur Verfügung zu stehen.

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Waren wir damals nicht alle ein bisschen in Cammy verliebt? bild: zvg

Gerade der simple Zweikampf zwischen zwei Kontrahenten ist doch die Ursprungsform des Wettbewerbs schlechthin. Die enge Arena ist überschaubar, es gibt kein Entkommen und die Rollen sind klar verteilt. Mann gegen Mann oder Frau gegen Mann, rein in die virtuelle Arena, auf die Zwölf bis die Energieleiste leer ist und das K.O.-Symbol auf dem Bildschirm erscheint.

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Ryu: die wohl berühmteste Figur aus der legendären «Street Fighter»-Reihe. bild: zvg

Es gibt bei uns zwar das jährliche Fighting-Game-Event «TheReset» in Zürich, aber es findet fast abseits der Öffentlichkeit statt. In Japan und in den USA gibt es schon seit den 90ern regelmässige «Street Fighter»-Turniere. 2009 traten beim amerikanischen Tournier «Evolution Tournament Series» fast 1000 Spieler an. Im Jahr 2016 waren es bereits mehr als 5000 Teilnehmer, die sich bei «Street Fighter V» digitale Backpfeifen um die Ohren hauten.

Auch die Preisgelder können sich in der Fighting-Szene mittlerweile sehen lassen. Wer gewinnt, kassiert nicht nur tausende von Dollars, sondern auch schicke Werbeverträge. Und einige Spieler, die wie Popstars gefeiert werden, hat die Szene auch bereits im Angebot. Der bekannteste dürfte Justin Wong sein, der seine Gegner reihenweise wirklich spektakulär auf die Matte legt.

Drama, Drama, Drama

Schaut man sich übrigens einmal diverse Videos von Beat’em’Up-Turnieren an, wird schnell ersichtlich, wie viel Drama da in der Luft liegt. Vor allem wenn in einem finalen Battle ein Kontrahent so gut wie fast keine Energie mehr hat, dann aber mit raffinierten Blocks, Kontern und auch mit etwas Glück dann doch noch gewinnt, pumpt das Adrenalin durch den Körper aller Beteiligten und Zuschauern. Da fühlt man mit und erinnert sich an die eigene Jugend. Auch damals wurde geschrien und gejubelt. Geld verdient haben wir nicht, aber Ruhm und Ehre waren uns sicher.

Was meint ihr? Braucht die E-Sports-Szene mehr Prügelgame-Turniere? Die Kommentarspalte ist geöffnet!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sarkasmusdetektor 08.10.2018 13:15
    Highlight Highlight Die Beat-em-ups hätten tatsächlich einen sehr grossen Vorteil: Man versteht nämlich auch als Laie, was auf dem Bildschirm abgeht. Wenn man bei den aktuellen eSport-Titeln zuschaut, ohne das Spiel selber zu spielen, versteht man nur Bahnhof. Aber eben, die Frage ist etwa so gut wie die, warum im Fernsehen mehr Fussball gezeigt wird als alle anderen Sportarten zusammen. Follow the money...
  • Darkside 08.10.2018 12:57
    Highlight Highlight Enter the Tekken!
  • Nietnagel 08.10.2018 10:31
    Highlight Highlight Hat jemand noch Soul Calibur auf der Dreamcast gezockt? Grafisch und vom Gameplay her ein absoluter Kracher. Oder Tekken Tag Tournament auf der PS2 mit dem kultigen Tekken Bowl Modus... geile unbeschwerte Zeiten ohne Online Schnick-Schnack.
  • horst müller 07.10.2018 23:33
    Highlight Highlight epischter moment in der sf geshichte war mit abstand das comeback von daigo gegen justin in sf3
  • Alnothur 07.10.2018 22:18
    Highlight Highlight Ach bitte, wenn schon, dann Virtua Fighter.
  • Dingsda 07.10.2018 22:00
    Highlight Highlight Toller Artikel!
    Nach meiner jungen SF 2 Zeit verlor ich das Spiel komplett aus den Augen bis sich ein Freund SF 4 für die Playstation 3 kaufte und mich, nachdem ich es bei ihm ein wenig angezocken konnte , wieder komplett süchtig machte. Ich perfektionierte meine Technik mit Akuma, Juri und Ibuki und nahm sogar an einem richtigen Turnier teil. Weit kam ich aber nicht. Ich war so ziemlich der einzige Noob mit einem normalen Controller, während sich die anderen mit ihren getunten Arcade-Sticks überboten.
    Als später dann SF 5 rauskam, ist das feuer wieder ganz
    erloschen... wegen Capcoms gier.
  • Jacky Treehorn 07.10.2018 21:59
    Highlight Highlight ....und niemand wollte de haarigen Russen Zangiev spielen. Danke für die wiedererweckten Erinnerungen.
  • Mr. Riös 07.10.2018 19:32
    Highlight Highlight Sind Beat'em'ups nicht Spiele wie Double Dragon, etc.?
    Und Street Fighter und so weiter einfach simple Fighting Games?

    P.S. Ich habe auch immer mit Guile gespielt!😁
    • Simon Dick 07.10.2018 19:42
      Highlight Highlight Erstmal ein Guile-Highfive! 😉 Fighting Games ist wohl der Oberbegriff für alle Prügelspiele. Street Fighter etc. wären dann Beatemups. Double Dragon wäre dann ein Sidescroll-Beatemup oder ein Brawler 😊 Grüsse
  • problemfall 07.10.2018 19:24
    Highlight Highlight In den 90ern gabs auch bereits diverse Quake-Ligen. Ich habe dabei in einem der ersten live im TV übertragenen E-Sports Matches mitgespielt. Gezockt wurde Quake2, die Übertragung auf StarTV wurde durch einfaches Abfilmen eines Bildschirms gelöst :-D *innostalgieschwelg*
    • cypcyphurra 08.10.2018 07:10
      Highlight Highlight Star TV hat Q2 übertragen? Wäre super wenn es dazu noch einen Clip gäbe.
    • problemfall 08.10.2018 08:11
      Highlight Highlight Das war in den ausklingenden 90ern, von YouTube & Co weit und breit keine Spur. Ich meinte aber an einer LANParty mal einen zu Gesicht bekommen zu haben. Ist aber halt 20Jahre her ;-)
  • Olmabrotwurst 07.10.2018 19:22
    Highlight Highlight Die SEGA habe ich immernoch ^^
  • Pana 07.10.2018 18:33
    Highlight Highlight Noch mehr Online Hooligans 🙈
  • What’s Up, Doc? 07.10.2018 18:14
    Highlight Highlight Wenn ich den Artikel lese, fühl ich mich gleich wieder jünger und schwelge in Erinnerungen. Zudem kommen mir die Jungs von Rocket Beans TV mit ihrem Royal Beef Format in den Sinn, nur so zum Thema "Wir alle waren Freunde, aber bei «Street Fighter 2» hörte dann die Freundschaft schon mal auf." schauts euch an einfach herrlich...
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  • Kimbolone 07.10.2018 17:36
    Highlight Highlight Verlink doch noch das unfassbare Comeback von Daigo inkl Zuschauerreaktionen 👌
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    • Simon Dick 07.10.2018 21:01
      Highlight Highlight 👍🏻 Mehr Drama geht nicht!
    • Bene86 08.10.2018 10:55
      Highlight Highlight Woha! :D Zerstört!
  • Bene86 07.10.2018 17:19
    Highlight Highlight Smash Bros.
    • oXiVanisher 08.10.2018 07:20
      Highlight Highlight Und Mario Kart auf dem Gamecube. Wir hatten 2 TVs und 2 Cubes zusammengehängt (ja, der war Netzwerkfähig)... 8 Spieler (je 2 pro Kart). Etwas Epischeres gab es seit dem nicht mehr!

Sorry, Nintendo, aber Sega war einfach viel cooler!

Ende der 80er- bis Mitte der 90er-Jahre kämpften vor allem Sega und Nintendo um die Gunst der Spielerinnen und Spieler. Sega gab sich dabei immer cooler und erwachsener. Doch das war nicht immer ein Vorteil.

Eigentlich bin ich mit beiden Marken aufgewachsen. Sowohl Nintendo- als auch Sega-Konsolen standen bei mir schön aufgereiht im Jugendzimmer. Meine ersten unvergesslichen, intensiven Momente erlebte ich mit dem NES und dem ersten Game Boy. Doch als ich in den damaligen Versandkatalogen auch diese schicken schwarzen Spielkisten von einer Firma namens Sega entdeckte, wurde ich neugierig.

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