bedeckt
DE | FR
22
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Digital
Tessin

Akku mögliche Ursache für Brand bei tödlichem Tesla-Unfall im Tessin.

Tödlicher Tesla-Unfall im Tessin: Feuerwehr spekulierte über Brandursache

15.05.2018, 05:2815.05.2018, 13:25

Update: Der Facebook-Post ist nicht mehr verfügbar.

Das Feuer beim tödlichen Unfall mit einem Tesla-Auto auf der A2 im Tessin am Donnerstag könnte wegen einer Überhitzung des Akkus – durch einen heftigen Schlag – ausgelöst worden sein. Dies schreibt die Feuerwehr von Bellinzona in einer Mitteilung auf Facebook.

Tesla untersucht den Vorfall.

Das war der Facebook-Beitrag der Feuerwehr Bellinzona, der im Verlauf des Dienstags entfernt wurde.
Das war der Facebook-Beitrag der Feuerwehr Bellinzona, der im Verlauf des Dienstags entfernt wurde.screenshot: facebook

In dem Facebook-Post der Feuerwehr wurde auf einen italienischen Technik-Blog verlinkt, dessen Beiträge sich um Brandbekämpfung drehen. Zu den Autoren gehören gemäss Website-Angaben Ingenieure, Techniker und Vertreter der Branche.

In die Leitplanke gekracht

Der 48-jährige Fahrer war mit seinem Wagen am Auffahrtsnachmittag vor dem Nordportal des Monte-Ceneri-Tunnels aus ungeklärten Gründen in eine Leitplanke gekracht. Danach überschlug sich das Elektroauto und ging in Flammen auf. Die Feuerwehr konnte den Lenker, einen Deutschen, nicht mehr retten.

Der heftige Aufprall beim Unfall habe möglicherweise beim Lithium-Ionen-Akku im Elektrowagen ein Phänomen namens «thermal runaway» ausgelöst, schreibt die Feuerwehr von Bellinzona. Dabei komme es zu einem plötzlichen und unaufhaltsamen Temperaturanstieg im Akku.

In dem von der Feuerwehr verlinkten Blog-Beitrag mit dem Titel «Brandgefahr bei Elektrofahrzeugen» kommt der Autor zum Schluss:

«Eine Analyse der Brände mit Elektroautos zeigt eine minimale Unfallrate, die fast ausschliesslich auf einen schweren Verkehrsunfall zurückzuführen ist. In einigen Fällen hat dies dazu geführt, dass die Hersteller die Akkupacks besser vor äusseren Erschütterungen schützen.»

Ein Sprecher von Tesla sagte der Nachrichtenagentur Reuters: «Wir sind zutiefst betrübt über diesen Unfall, und wir arbeiten daran, die Fakten zum Unfall zu ermitteln und bieten den lokalen Behörden unsere volle Zusammenarbeit an.»

Bei Zwischenfällen mit Autos des US-Elektrounternehmens kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Bränden. Zudem haben schwere Unfälle in jüngster Zeit Zweifel an der Sicherheit des «Autopilot»-Assistenzsystems aufkommen lassen.

Am Freitag rammte ein Tesla-Auto im US-Bundesstaat Utah einen Lastwagen. Laut Angaben der Polizei hatte die Fahrerin den Autopilot aktiviert, also das Lenken dem Auto überlassen, und blickte zum Unfallzeitpunkt auf ihr Handy.

Tesla-Chef Musk kritisierte in aktuellen Tweets die mediale Berichterstattung in den USA. 40'000 Verkehrstote habe es allein im letzten Jahr gegeben. Zumeist mit herkömmlichen Autos. Und: Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Tesla in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, sei viel tiefer.

Tesla kündigt Umstrukturierung an
Der US-Elektroauto-Hersteller plant eine Umstrukturierung. Er wolle eine «gründliche Reorganisation», schrieb Tesla-Chef Elon Musk in einem am Montag bekanntgewordenen Memo an die Mitarbeiter. Er wolle in diesem Zusammenhang flachere Hierarchien schaffen und so die Kommunikation verbessern, Funktionen zusammenfassen und andere Aktivitäten beschneiden.
Über das Papier hatte zuerst das «Wall Street Journal» berichtet. Tesla ist nach Jahren des Wachstums und Erfolgs in unruhiges Fahrwasser geraten. In der Branche werden die jüngsten Produktionszahlen mit Skepsis gesehen, ausserdem hat es mehrere Unfälle mit Tesla-Autos gegeben, die Zweifel an der Sicherheit des «Autopiloten» aufkommen liessen.

(dsc/sda)

Wie löscht man Feuer bei Batterie-Problemen?

Video: srf

Neue Transportvision von Tesla-Gründer Elon Musk

Video: watson/Nico Franzoni
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Copyright
15.05.2018 07:01registriert März 2017
Sachlicher Kommentar eines Feuerwehrmannes zu diesem fatalen Unfall:
Tödlicher Tesla-Unfall im Tessin: Feuerwehr spekuliert über Brandursache
Sachlicher Kommentar eines Feuerwehrmannes zu diesem fatalen Unfall:
23113
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kommentiert
15.05.2018 07:04registriert Oktober 2015
Liebes Watson-Team.
Ich wünschte mir in Zukunft, über jedes Auto (auch jene mit Verbrennungsmotor) einen Artikel.
Echt schade wie die Berichterstattung im Moment von allen Medien gegen Elektromobilität geführt wird.
17755
Melden
Zum Kommentar
avatar
walsi
15.05.2018 07:46registriert Februar 2016
Es gehen jeden Tag Autos mit Verbrennungsmotoren nach Unfällen in Flammen auf, warum ist das bei einem Elektroauto so was besonderes?
8613
Melden
Zum Kommentar
22
Spotify knackt als erster Musik-Streamingdienst Marke von 200 Millionen Abo-Kunden
Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hat die Marke von 200 Millionen Abo-Kunden überschritten. Insgesamt stieg die Nutzerzahl auf fast eine halbe Milliarde Menschen.

Zum Ende des vergangenen Quartals hatte die schwedische Firma 205 Millionen zahlende Nutzer. Damit kamen binnen drei Monaten 10 Millionen Abo-Kunden hinzu. Insgesamt stieg die Nutzerzahl in der Bezahl- und Gratisversion auf 489 Millionen von 456 Millionen Ende September, wie Spotify am Dienstag mitteilte.

Zur Story