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Das Twitter-Profil des investigativen Journalisten und Bestseller-Autors. screenshot: twitter

Tweet löst bei Bestseller-Autor epileptischen Anfall aus – nun ermittelt die Polizei

Wie krank ist das denn? Ein Unbekannter schickt einem US-Journalisten – einem bekannten Epileptiker – ein animiertes GIF. Mit dem Ziel, das Opfer gesundheitlich zu beeinträchtigen.



Wer Kurt Eichenwald nicht kennt, kennt vielleicht die Verfilmung seines erfolgreichsten Buches: «The Informant» handelt von einer Verschwörung innerhalb der US-Agrarindustrie, im gleichnamigen Film (2009) spielt Matt Damon einen FBI-Informanten, der hilft, illegale Preisabsprachen aufzudecken.

Doch zurück zu Eichenwald, der nicht nur ein bekannter US-Journalist ist, sondern auch ein populärer Twitter-User.

Am Freitag liess Eichenwald seine 230'000 Follower wissen, dass er eine kurze Twitter-Auszeit nehme, um juristisch gegen einen User vorzugehen ...

Grund: Er erlitt einen epileptischen Anfall, weil ein GIF mit Stroboskop-Effekt an ihn adressiert war. So sah der Tweet (ohne Animation!) aus:

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«Du verdienst einen Anfall ...» (der Account des Absenders wurde inzwischen von Twitter gesperrt).

Dies sei das zweite Mal, dass er auf diese Weise von einem «Beklagenswerten» attackiert wurde, schreibt Eichenwald. Den gleichen (verächtlichen) Begriff hatte Hillary Clinton im Wahlkampf für Trump-Fans verwendet.

Die Attacke habe funktioniert, lässt Eichenwald zornig verlauten. Seine Frau sei sehr verängstigt und er werde ...

... in nächster Zeit Informationen zu seiner Klage gegen den Angreifer und die Untersuchung der Justiz twittern. Von Twitter werde er verlangen ...

... die Identität des Angreifers preiszugeben. Zurzeit versuche die Polizei herauszufinden, ...

... ob die Tat als Verstoss gegen US-Bundesgesetze zu werten sei. «Diese Art von Angriff wird nie mehr vorkommen ohne gewaltige Konsequenzen», schreibt Eichenwald.

Die verantwortliche Person werde sich vor Gericht verantworten müssen und einen (hohen) Preis bezahlen.

Wer mit dem Gedanken spiele, diesen «Streich» nachzumachen, solle sich der Folgen bewusst sein.

Bleibt die Frage, wie man sich schützen kann

Schnell flackerndes Licht kann epileptische Anfälle auslösen. Das österreichische Online-Medium «derStandard.at» ruft in Erinnerung, dass es auch schon früher solche Attacken gab.

«Es ist nicht das erste Mal, dass solche Attacken auf Menschen mit Epilepsie im Netz vorkommen. So wurden vor einigen Jahren entsprechende Animationen im Forum der Epilepsy Foundation gepostet. Betroffene Nutzer können sich bis zu einem gewissen Grad davor schützen, indem sie das automatische Abspielen von Videos und Gifs in den Einstellungen deaktivieren – das funktioniert auf Twitter und Facebook. Im Twitter-Feature Moments werden Videos allerdings trotz Deaktivieren weiterhin automatisch gestartet.»

(dsc)

via Ars Technica

21 Tweets, die deine Laune auf ein ganz neues Level heben werden

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John M 19.12.2016 21:52
    Highlight Highlight Ich leide auch an Epilepsie und habe aus genau solchen Gründen immer mehrere Adbloker laufen. Kann es nicht nachvollziehen wie ihm das als Epileptiker passieren konnte. Wirkt auf mich eher so als dass der Herr mal wieder in die Schlagzeilen wollte.
    • dF 20.12.2016 20:22
      Highlight Highlight @Johm M: Sieht wohl eher so aus, als ob sie den Unterschied zwischen Werbung und einem Tweet nicht kennen.
    • John M 21.12.2016 13:00
      Highlight Highlight @dF:
      Sieht wohl eher so aus als ob sie nicht wüssten, was Adblocker so alles können.
    • dF 22.12.2016 10:40
      Highlight Highlight @John M: Nur ist es dann kein reiner AdBlocker mehr (auch wenn er evt. vom Namen her einer sein soll, je nach Blocker) und ich sprach auch explizit mit dem Wort Tweet und nicht Nachricht, denn um einen Tweet zu sehen brauch ich nicht zwingend einen Browser.
  • Irchelpark-Schreck 19.12.2016 16:29
    Highlight Highlight ach nö, das ist zu gesucht und wenn mal der ad-blocker nicht funktioniert, kriegt er einen anfall von der online-roulette werbung....
    wer an sowas leidet und sich im internet rumtreibt, braucht eine softwarelösung, die jegliche grafiken unterbindet und nur text darstellt.
    • phreko 19.12.2016 17:23
      Highlight Highlight Naja, bei Werbung fehlt der Vorsatz...
    • Irchelpark-Schreck 19.12.2016 21:24
      Highlight Highlight @phreko
      schon so, aber die "tatwaffe", ein blinkendes gif, unter abermillionen von blinkenden, flackernden memes und gifs überall, als solche zu definieren, ist mehr sensationsmeldung für logikresistente.

      erinnert mich an eine 20min diskussion zu werbeanrufen, wo die hälfte der leute geraten haben, mit einer trillerpfeife oder einem lufthorn ins telefon zu pfeifen/hupen und die andere hälfte der leute haben davon abgeraten wegen irreparablen schäden.....(der kleine speaker im telefon hat keine impulsstärke irgendetwas zu schädigen, ausser bei kumulativem, langem dauerbeschall, aber egal...)
  • Homes8 19.12.2016 16:12
    Highlight Highlight Mir gehts manchmal ähnlich, wenn ich mit Stroposkop-Lampen blitzenden Velofahrern begegne :-(
    Aber das kümmert keine Sau.
    • Go Canucks Go 19.12.2016 16:25
      Highlight Highlight Doch, tut es – sobald du es auf Twitter schreibst. Dann macht Watson einen Artikel daraus ;-)
    • seventhinkingsteps 19.12.2016 18:41
      Highlight Highlight Du darfst Autofahren, wenn du epileptische Anfälle von Veloblinkern kriegst?
    • Maya Eldorado 19.12.2016 19:25
      Highlight Highlight Mich stören die blinkenden Lampen der Velos auch. Es gibt eine Unruhe und lenkt ab.
      Fahre selber Velo ohne Blinker.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvinandboby 19.12.2016 16:02
    Highlight Highlight Es ist natürlich schrecklich was hier geschehen ist und dass der Mann an Epilepsie leidet. Trotzdem musste ich lachen, als ich "You deserve a seizure for your post" gelesen habe. Ich frage mich, wie die Welt wohl aussehen würde, wenn Trump Epilepsie hätte.
  • Yelina 19.12.2016 15:59
    Highlight Highlight Extrem perfides Vorgehen. Dieser Mangel an Empathie ist erschreckend.
  • elstefano15 19.12.2016 15:45
    Highlight Highlight Wow... dass man so etwas anderen antun kann, begreife ich nicht...
  • Go Canucks Go 19.12.2016 15:28
    Highlight Highlight Der Herr scheint ein massives Mitteilungsbedürfnis zu haben...
    • @schurt3r 19.12.2016 15:42
      Highlight Highlight So wie du? 😳
    • Gringoooo 19.12.2016 16:47
      Highlight Highlight Oooh
      Benutzer Bild

Kommentar

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