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LONDON, ENGLAND - SEPTEMBER 21:  Bouroullec designed Samsung Serif TVs are displayed at Somerset House for London Design Festival on September 21, 2015 in London, England. Paris based designers Ronan and Erwan Bouroullec present a new TV that blurs the lines between furniture and technology. (Photo by Peter Macdiarmid/Getty Images for Samsung)

Samsung streitet die Vorwürfe ab.
Bild: Getty Images Europe

Schwere Vorwürfe gegen Samsung: Die TV-Geräte verbrauchen im Alltagsbetrieb deutlich mehr Energie als bei Tests – Samsung dementiert

Unabhängige Energie-Tests sollen zeigen, dass TV-Geräte von Samsung in Labortests weniger Energie konsumieren, als unter realen Bedingungen.



Verbrauchen Fernseher von Samsung mehr Energie, als vom weltweit grössten Hersteller von TV-Geräten angegeben wird? Dieser Vorwurf steht im Raum, seit der britische Guardian auf Ungereimtheiten in einem bislang unveröffentlichten Labortests aufmerksam gemacht hat. Die unabhängigen Prüfer fanden angeblich heraus, dass Fernseher von Samsung während offiziellen Labortests, die von der EU in Auftrag gegeben werden, die Helligkeit automatisch reduzieren. Dadurch verbrauchten sie weniger Strom. Im Alltagsbetrieb sei keine Reduktion des Energieverbrauchs festgestellt worden, schreiben die Prüfer.

Die Parallele zum VW-Skandal scheint auf den ersten Blick offensichtlich. VW hatte in den USA jahrelang bei Verbrauchtests geschummelt. Die Diesel-Motoren stiessen unter Labortest automatisch weniger Schadstoffe aus, als im normalen Betrieb auf der Strasse. Auf den zweiten Blick ist der Samsung-Fall weniger klar: Samsung streitet energisch ab, dass man Energietests manipuliert habe. Die Bildschirmhelligkeit werde auch unter realen Bedingungen reduziert, sofern dies Sinn mache – etwa bei Sportübertragungen mit schnellen Bildbewegungen. Es gibt keine Parallele [zwischen unserer Helligkeits-Funktion und den manipulierten VW-Fahrzeugen], wird Samsung vom «Guardian» zitiert.

«Samsung hält sich an die gesetzlichen Vorgaben, verletzt aber den Geist des Gesetzes», kommentieren die Prüfer ihre Ergebnisse. Dass Samsungs Handeln nicht illegal ist, liege daran, dass die Vorgaben der EU bezüglich Energietests sehr grosszügig seien, behaupten Umweltvertreter.

Die EU will nun handeln und die Gesetzeslage anpassen. Künftig sollen Geräte, die sich unter Testbedingungen anders verhalten als im Normalbetrieb, explizit verboten werden. Die EU werde auch prüfen, ob solche Manipulationen bei anderen Produkten üblich seien. Wie viel Stromkosten pro Jahr Geräte wie Fernseher, Handys oder Computer wirklich verursachen, zeigt die Slideshow am Ende des Artikels.

Update: Statement von Samsung 

«Den Vorwurf, dass eine Funktion unserer Fernseher mit der Absicht entwickelt wurde, einen irreführenden Energieverbrauch im Rahmen offizieller Tests zu erreichen, weisen wir entschieden zurück.

Die Funktion Motion Lighting (Bewegungsgesteuerte Beleuchtung) ist keinesfalls nur in Testszenarien aktiv. Vielmehr handelt es sich um eine Standardfunktion, die sowohl unter Testbedingungen als auch zuhause bei unseren Kunden funktioniert. Motion Lighting ist werkseitig bereits angeschaltet, wenn Kunden ihren Samsung Fernseher geliefert bekommen, und bleibt angeschaltet, wenn sich der Kunde dafür entscheidet, den Fernseher im Bildmodus «Standard» zu nutzen.

Motion Lighting gehört zu einer Reihe von Funktionen, die Samsung entwickelt hat, um die Umweltverträglichkeit seiner Fernseher zu verbessern. Wir sind sehr stolz auf diese Innovationen und entwickeln kontinuierlich weitere Verbesserungen in diesem Bereich.»

So viel Stromkosten pro Jahr verursachen Handy, PC, TV, Kühlschrank und andere Geräte wirklich

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    Alle Leser-Kommentare
  • Teslaner 02.10.2015 10:07
    Highlight Highlight Da Stecken sicher die Amis dahinter. Aluhut ist drauf.
  • Don Huber 01.10.2015 14:48
    Highlight Highlight Sie verbrauchen immerhin viel weniger als die Röhren TVs von früher. also in dem Sinn. Sch....egal ! Samsung ist geil und dabei bleib ich.
  • Darkside 01.10.2015 13:25
    Highlight Highlight Sowas ist mir völlig egal. Strom ist so billig...
  • Pater Noster 01.10.2015 13:06
    Highlight Highlight Die 'time-to-market' ist heute leider eines der wichtigsten Ziele vorallem im Consumer-Markt. Dabei müssen die Geräte stetig "besser" sein als die Vorgänger oder die Konkurenz.

    Die Verfahren wie Geräte zertifiziert werden sind den Entwicklern bekannt und durch die weite Verbreitung digitaler Systeme ist adaptives Verhalten leicht umsetzbar.
    Aus meiner Sicht muss der Konsument anfangen umzudenken. Brauchen wir jedes Jahr ein neues Handy oder einen neuen Fernseher? Muss es immer günstiger werden?

    Wir Konsumenten genrieren die Nachfrage.
    • acvodad 01.10.2015 17:10
      Highlight Highlight einfacher gesagt als getan. kauf ich mir nun ein handy, und nach 1.5 jahren gehts wegen geplanter obszoleszenz kaputt, brauch ich ja irgendwoher ein neues, ausser ich möchte permanent offline gehen? ich bezweifle, dass es viele, gut konstruierte alternativen gibt, zumindest im preissegment eines normalverdieners
    • Pater Noster 01.10.2015 17:52
      Highlight Highlight Das mit der geplanten Obszoleszenz ist so eine Sache. Oft ist es auf "billigere" Komponenten zurückzuführen. Wenn die Komponente halt 10 Rappen weniger kostet, dafür aber nur z.b. 5000 Betriebsstunden anstelle von 10000 hält, ist das bei grossen Stückzahlen halt oft schon genügendes Argument für die Entscheidungsträger. Ein typisches Beispiel ist die integrierte Elektronik von Energiesparlampen. Dort ist nämlich oft nicht die Lampe defekt sonderen lediglich der Elektrolytkondensator.

      Mein Samsung Note 1 hat übrigens 3 Jahre gehalten (bis vor drei Monaten --> Displayschaden da runtergefallen.
    • acvodad 02.10.2015 15:49
      Highlight Highlight ja eben, das prinzip ist mir bekannt - nur ist es mir nicht möglich, diese komponenten eifach auszutauschen.
      ich hab nun von iphone auf ein Sony xperia gewechselt, weils mir mit den ständig kaputten buttons/akkus zu blöd wurde, und werde dieses behalten, solange es funktioniert.
  • Asmodeus 01.10.2015 13:02
    Highlight Highlight Kleiner Hinweis.

    Labortests lassen sich NIE direkt in die Realität übernehmen. Kein Auto verbraucht so wenig Benzin auf einer echten Strasse wie in Labortests.
    Keine Grafikkarte ist in einem echten Rechner so schnell wie bei einem Labortest.

    Labortests stellen meistens Idealbedingungen oder Normbedingungen nach. Diese treten aber in der Realität niemals auf.

    Die Frage ist also. Wie stark weichen die Labortests von realen Werten ab?
  • Yolo 01.10.2015 12:46
    Highlight Highlight Das waren sicher die gleichen Programmierer wie bei VW. Steht der TV auf dem Prüfstand, wird die Leistung gedrosselt ^^
  • droelfmalbumst 01.10.2015 12:44
    Highlight Highlight Aus #VW-Gate wird #Samsung-Gate

    Wettschein offen für das nächste Gate... wer soll es sein?
  • Swordholm 01.10.2015 11:50
    Highlight Highlight Dachte zuerst das sei Satire... Bitte nicht nochmal so ein vollkommen übertrieben aufgeblasener "Skandal". Das selbe wie bei VW; Falsche Angaben: Ja / vielleicht. Ist deshalb die Fahrtüchtigkeit / Funktionalität beinträchtigt? NEIN! (seitens Aufforderungen dass jetzt ums verrecke alle betroffenen Kisten in die Werkstatt müssten)
    • Glutaeus maximus 01.10.2015 12:08
      Highlight Highlight Bin vollkommen deiner Meinung, immerhin ist es nichts was die Sicherheit gefärdet. Da hatten andere Autohersteller schon viel schlimmere Mängel und da gabs nicht so einen riesen Shitstorm....
    • Hackphresse 01.10.2015 12:35
      Highlight Highlight Aha. Nur wenns um die Sicherheit geht ists schlimm? Dann lassen sie sich also sonst auch gern bescheissen? Tolle Einstellung!

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