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epa04734222 Netflix CEO Reed Hastings dellivers a speech at the Re:publica Internet conference in Berlin, Germany, 05 May 2015. The media convention organized with the slogan 'finding europe' takes place from 05 to 07 May 2015 in Berlin.  EPA/BRITTA PEDERSEN

Netflix-Chef Reed Hastings heizt klassischen TV-Sendern mächtig ein.  Bild: EPA/DPA

«ARD oder ZDF braucht kein Mensch»: Netflix-Chef hält klassisches Fernsehen für Auslaufmodell

Der Film- und Serien-Streamingdienst Netflix wächst mit atemberaubendem Tempo. Angesichts des Erfolges kann Vorstandschef Reed Hastings auf falsche Bescheidenheit verzichten. Er sagt das Ende des klassischen Fernsehens voraus.

10.05.15, 19:42 10.05.15, 19:57


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Netflix-Chef Reed Hastings prophezeit das Ende des klassischen Fernsehzeitalters. ARD oder ZDF brauche kein Mensch, sagte Hastings der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Das traditionelle Fernsehen werde durch Streamingdienste im Internet ersetzt. «Das Auto hat ja auch das Pferd abgelöst, oder nicht? Die junge Generation kennt das gar nicht anders. Da schaut jeder, wann er Lust und Zeit hat.»

Hastings sieht Parallelen zur Entwicklung des Telefons. Natürlich gebe es noch das Festnetz, solche Geräte stünden noch herum, sagte er. «Aber sie benutzt kein Mensch. Alle haben Smartphones.»

Er glaube nicht, dass die Menschen in zehn Jahren noch sonntagabends um 20.15 Uhr vor dem Fernseher sässen, um den «Tatort» zu schauen, sagte der amerikanische Unternehmer, der ehrgeizige Pläne für den Ausbau seines Unternehmens hat. «Unser Ziel ist es, Ende 2016 in allen Ländern der Welt zu sein.»

Vollkommen aus der Luft gegriffen scheinen die Ambitionen nicht zu sein, wie die im April veröffentlichten Netflix-Zahlen für das erste Quartal 2015 zeigen. Danach hatte der Videodienst so viele Kunden dazugewonnen wie nie zuvor. Weltweit stieg die Nutzerzahl seit Jahresanfang um rund 4.9 Millionen auf 62 Millionen. Das Plus übertraf die Prognosen deutlich. Netflix hatte mit einem Zuwachs von vier Millionen Kunden kalkuliert.

Hastings führt das Wachstum der Nutzerzahlen auf die Popularität von Eigenproduktionen zurück. In den vergangenen Monaten startete die dritte Staffel der Polit-Serie «House of Cards» mit Kevin Spacey sowie neue Serien wie «Unbreakable Kimmy Schmidt» und «Bloodline». Im Schnitt nutzen die Kunden den Streamingdienst zwei Stunden täglich.

Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Inhalte und verpflichtete unter anderem Adam Sandler für vier Filme. In Deutschland, wo Netflix im vergangenen Herbst an den Start ging, wird «House of Cards» allerdings zunächst beim Bezahlsender Sky gezeigt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • stef2014 11.05.2015 08:29
    Highlight Nicht Streamingdienste wie NF werden das klassische TV verdrängen durch ihr Angebot. Wohl eher sind es die langsam wegfallenden Werbeeinnahmen durch Aufnahme- und Replayfunktionen, die im Endeffekt die gleiche Wirkung haben wie ein Streamingdienst. Wer schaut sich bei solchen Alternativen schon einen Film auf 3+ an, bei dem gefühlt jede 10Min 5Min und mehr Werbung eingespielt werden? Mein persönliches Konsumverhalten stimmt ziemlich mit der Aussage von Hastings überein: Seit ich NF abonniert habe, schaue ich kaum mehr normales TV...
    9 0 Melden
  • Donalf 11.05.2015 08:27
    Highlight Was uns Netfix bietet ist Unterhaltung, dessen Inhalt meist nicht den Wert des Abos rechtfertigt. Fernsehen darf nicht rein kommerziell sein, sonst werden die Zuseher noch mehr verblödet. Alltäglich Informationen, Berichte zu Ereignissen und politische Informationen sind Aufgaben die bezahlte Sender nur am äusserten Rand oder gar nicht erfüllen. Viele private Sender haben sich der Verblödung der Zuschauer verschrieben.
    7 1 Melden
    • stef2014 11.05.2015 13:49
      Highlight Ob sich das NF-Abo rechtfertigt, ist eine rein subjektive Sache. Für die einen nicht, für andere schon. Ich denke, beim heutigen schon fast Standard-Angebot von 100+ Sendern, ist für alle etwas dabei. Wenn Sie Berichterstattungen wollen, bekommen Sie diese auch. Es kann nicht jeder Sender oder Streaming-Dienst die gleichen Bedürfnisse abdecken und das gleiche Bildungsmandat innehaben, sonst bräuchten wir wohl nur noch 3 Sender. Ich kann Ihrer Aussage deshalb nicht ganz folgen...
      2 0 Melden
  • Karl33 10.05.2015 22:49
    Highlight Das Ende von Radio und vielem anderen wurde uns auch schon vorausgesagt. Bewahrheitet hat sich davon praktisch nichts.
    2 6 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 10.05.2015 20:15
    Highlight I agree 100%
    15 27 Melden

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