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This undated photo provided by International Business Machines Corporation (IBM) shows Watson, powered by IBM POWER7, is a work-load optimized system that can answer questions posed in natural language over a nearly unlimited range of knowledge.(AP Photo/IBM Corporation)

IBM hat den Supercomputer Watson entwickelt. Und will nun im Cloud-Geschäft wachsen. Bild: IBM

IBM schluckt Linux-Gigant Red Hat – 5 Fragen und Antworten zum Monsterdeal

Noch müssen die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen.



IBM will Red Hat übernehmen. Der Mega-Deal beträgt rund 34 Milliarden Dollar, wie die Unternehmen am Sonntag ankündigten.

Was tut Red Hat?

Der Software-Gigant Red Hat ist vor allem durch sein Open-Source-Betriebssystem Linux bekannt geworden, das mit Microsofts Windows konkurriert.

Red Hat startete vor 25 Jahren mit einer eigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems Linux, die vor allem auf Servercomputern verwendet wird. Heute erzielt das Unternehmen seinen Umsatz vor allem mit seinem Softwarepaket und Serviceangebot Red Hat Enterprise Linux sowie anderen Technologien, die häufig in Rechenzentren eingesetzt werden.

Mit dem Börsengang von Red Hat im Jahr 1999 wurde auch Linux-Erfinder Linus Torvalds zum Millionär, da ihm Red-Hat-Gründer Marc Ewing aus Dankbarkeit Aktienoptionen zugesprochen hatte.

Was bedeutet der Deal für IBM?

Der weltgrösste IT-Dienstleister IBM, auch Big Blue genannt, erreicht durch den Mega-Deal eine Vormachtstellung im globalen Cloud-Geschäft.

Mit der bisher grössten Übernahme der Firmengeschichte will man sich ein noch grösseres Stück der IT-Ausgaben von Unternehmen sichern.

Bei Cloud-Angeboten kommen Software und Dienste direkt aus dem Internet, die Programme laufen also auf Servern in Rechenzentren, und nicht auf «lokalen» Computern.

«Die Übernahme von Red Hat ändert alles in dem Spiel», wird IBM-Chefin Ginni Rometty zitiert. «Es verändert alles im Cloud-Markt.»

Ginni Rometty, Chairman and CEO of IBM, listens to a speaker during the Clinton Global Initiative 2014 (CGI) in New York in this file photo from September 22, 2014.  International Business Machines Corp said October 20, 2014 it no longer expected to achieve its 2015 operating earnings target of at least $20 per share after weak client spending resulted in an unexpected fall in quarterly earnings and revenue. IBM's shares fell more than 9 percent in premarket trading. REUTERS/Shannon Stapleton/Files  (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS HEADSHOT)

IBM-Chefin Ginni Rometty. Bild: keystone

IBM werde durch die Akquisition der weltgrösste Hybrid-Cloud-Anbieter und der einzige mit einer Open-Cloud-Lösung.

«Hybrid Clouds sind eine Mischform aus öffentlich, meist über das Internet zugänglichen Clouds, wie sie auch von Google angeboten werden, und sogenannten Private Clouds, die vor allem aus Gründen der Datensicherheit von Unternehmen für ihre IT-Dienste bevorzugt werden.»

quelle: standard.at

Red Hat soll unter dem Dach von IBMs Hybrid-Cloud-Abteilung unter dem bisherigen Namen weiterarbeiten. Red-Hat-CEO Jim Whitehurst bleibt demnach weiterhin am Ruder und wird ins IBM-Management integriert.

Alle rund 12'600 Mitarbeiter von Red Hat sollen übernommen werden, sagte Rometty dem «Wall Street Journal».

Was bedeutet das für die User?

Schwer zu sagen, die Auswirkungen sind noch nicht absehbar.

Grundsätzlich betroffen von dem IBM-Red-Hat-Deal sind eigentlich alle, die mit ihrem PC, Smartphone oder Tablet ins Internet gehen. Ob privat oder geschäftlich.

Die Entwicklung von Open-Source-Software soll durch den Deal gestärkt werden, betonen die Unternehmen. Beide sehen sich verpflichtet, weiter zur Linux-Community beizutragen.

The Next Web kommentiert, die Linux-Welt werde durch den Deal gestärkt: In den letzten 19 Jahren habe IBM Millionen – wenn nicht Milliarden – für die Unterstützung des Linux-Ökosystems ausgegeben, indem es Geld und Entwicklerzeit zur Verfügung gestellt habe.

Im Cloud-Markt gehören unter anderem Microsoft, Google und Amazon zu den Konkurrenten von IBM. Microsoft kaufte jüngst die von vielen Linux-Programmierern genutzte Entwicklerplattform GitHub.

Wie gross ist der Deal?

Es ist einer der grössten Deals der US-Tech-Geschichte.

Die grössten Software-Akquisitionen:*

  1. IBM will Red Hat für rund 34 Milliarden US-Dollar übernehmen.
  2. 2016: Microsoft kauft LinkedIn für 26,2 Milliarden.
  3. 2014: Facebook schluckt WhatsApp für 22 Milliarden.

*(wie Tech Crunch berichtet.)

Der IBM-Red-Hat-Deal sei ein Beweis dafür, dass die Skalierbarkeit von Software den Wohlstand massiv konzentrieren könne, kommentiert Tech Crunch. Sprich: Es werden vor allem die reichen und superreichen Aktionäre profitieren.

In der Geschichte der US-amerikanischen IT-Industrie waren nur zwei Deals noch grösser als die nun angekündigte Übernahme von Red Hat: 2016 fusionierten für 67 Milliarden Dollar der Computerhersteller Dell und der Speicherspezialist EMC. Im Jahr 2000, kurz vor dem Platzen der Dot-Com-Blase, schluckte das Netzwerkunternehmen JDS Uniphase für 41 Milliarden Dollar den Spezialisten für optische Bauteile SDL.

Warum gerade jetzt?

IBM-Chefin Ginni Rometty will den 1911 gegründeten IT-Dinosaurier zukunftssicher machen, indem sie wenig profitable alte Geschäftsbereiche schrumpft und dafür stärker auf künstliche Intelligenz (Supercomputer Watson) und Cloud-Dienste setzt.

Der Umbau liess den Umsatz sechs Jahre lang sinken. Romettys Sanierungskurs schien Früchte zu tragen, weil IBM drei Quartale in Folge mit Wachstum schaffte. Doch zuletzt gab es wieder ein Vierteljahr mit sinkenden Erlösen, das setzte auch die Aktie unter Druck.

Ist der Deal schon durch?

Nein. Es braucht noch die Zustimmung der Red-Hat-Aktionäre sowie grünes Licht der Aufsichtsbehörden.

Mit 190 Dollar je Aktie bietet IBM einen satten Aufschlag von gut 60 Prozent auf den Schlusskurs von Red Hat von Freitag. Der Preis von 34 Milliarden Dollar schliesst auch Schulden von Red Hat ein, IBM will dafür neben seinen Geldreserven auch auf Kredite zurückgreifen. Mit dem Abschluss des Deals rechnen die Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019.

Mit Material der SDA

(dsc)

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 29.10.2018 09:14
    Highlight Highlight Och... Na, mal sehen was daraus wird... Die sollen doch bitte als erste Amtshandlung nach der Übernahme Lennart Poettering feuern.
    • dä dingsbums 29.10.2018 10:03
      Highlight Highlight Wieso?
    • Alnothur 29.10.2018 10:21
      Highlight Highlight Weil das - sorry für die Ausdrucksweise - ein [gelöscht] ist, der von RedHat massiv Geld in den Hintern geschoben bekommt und mit deren Hilfe diversen Blödsinn in Linux hineindrückt.
    • dä dingsbums 29.10.2018 11:12
      Highlight Highlight Wenn systemd und PulseAudio tatsächlich so ein Blödsinn wäre, hätten es die anderen Linux Distributionen nicht übernommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Takapuna 29.10.2018 08:44
    Highlight Highlight Ginni: Watson, buy Red Dead Redemption 2."

    Watson: "Ok Ginni, buying RedHat Enterprise Linux 2."
    Ginni:"NO! I said Red Dead!"

    Watson: "OK Ginni, buying RedHat."
    Ginni:... ... ...
    • hifish 29.10.2018 10:17
      Highlight Highlight Made my day. 😂
    • Hochen 29.10.2018 11:39
      Highlight Highlight Hilarious!
  • El Vals del Obrero 29.10.2018 08:33
    Highlight Highlight Wären sie, wie von der Twitter-Dame erwartet, von Microsoft oder Apple übernommen worden, hätte ich es deutlich bedenklicher gefunden.

    IBM stellt vielleicht keine hippen Designer-Consumer-Geräte her, im Hintergrund hat Big Blue denoch Bedeutung.

    Microsoft oder Apple hätten wohl eher Interesse daran gehabt, Red Hat Linux langsam sterben zu lassen oder sie würden es irgendwie (auch lizenztechnisch) vermurksen.
    • dä dingsbums 29.10.2018 10:59
      Highlight Highlight Stimmt, IBM ist im Unternehmensumfeld nach wie vor einer der ganz grossen Player.

      Microsoft hat seine eigene, sehr erfolgreiche Cloud, da hätte Red Hat mit seinen ganzen Linux Produkten nicht reingepasst und Apple ist hauptsächlich mit Consumer Produkten erfolgreich. Unternehmenssoftware hätte da auch nicht reingepasst.

      Hauptsache Red Hat wird nicht von Oracle oder CA geschluckt.
    • just sayin' 29.10.2018 11:14
      Highlight Highlight "IBM stellt vielleicht keine hippen Designer-Consumer-Geräte her, im Hintergrund hat Big Blue denoch Bedeutung."

      lotus notes?
      ;-)
    • erster 29.10.2018 11:46
      Highlight Highlight Meine Erfahrung (als System Engineer) mit IBM ist, dass sie keine qualitativ guten Produkte herstellen können, aber ein gutes Verkaufsteam auf dem Golfplatz haben.
      Dass IBM weiterhin grosse Bedeutung hat ist keineswegs ein Zeichen, dass die Akquisition für uns Kunden gut ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 29.10.2018 08:22
    Highlight Highlight Java ging mit Sun zu Oracle, GitHub zu Microsoft, Red Hat zu IBM.
    Ob dies alles letztendlich gut für die Nutzer ist?
    • Midnight 29.10.2018 08:50
      Highlight Highlight Bei IBM mache ich mir nicht so viele Sorgen.
      Aber ein Glück, geht Red Hat weder zu Oracle noch zu Microsoft!
    • mollybon 29.10.2018 16:33
      Highlight Highlight Gute Beobachtung. Und die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Je homogener das Angebot, desto schlechter für die Nutzer.
  • Sam1984 29.10.2018 07:58
    Highlight Highlight Schade. Hoffentlich gibt das keine Probleme für CentOS, welches ein RHEL Klon ist.

    Wo IBM vorbeizieht, hinterlässt es meist nur verbrannte Erde ...

    Seit sie die Plattform gekauft haben, wird deren Batch System (LSF) nicht mehr richtig gewartet.
    • Midnight 29.10.2018 08:52
      Highlight Highlight Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Red Hat sterben zu lassen hätte für niemanden irgendelche Vorteile. Zudem ist es eindeutig "too big to fail" für die IT-Welt.
    • Alnothur 29.10.2018 09:13
      Highlight Highlight CentOS gehört längst zu Red Hat, das wird kaum Probleme bekommen.
  • schuldig 29.10.2018 07:37
    Highlight Highlight 1911 gegründet? Das wäre denn wirklich ein IT Dino
    • Midnight 29.10.2018 08:57
      Highlight Highlight Tatsächlich geht IBM sogar auf die 1896 gegründete "Tabulating Machines Company" zurück und war zu Beginn ein Spezialist für Lochkartensysteme.

      IBM ist älter als die Informatik selbst... 😮
    • Töfflifahrer 29.10.2018 09:21
      Highlight Highlight 1911 gegründet, ja da gab es bereits Lochkarten. Vor 1900 auch bereits die erste Maschine von Hollerith für Stimmenauszählung via Lochkarten.
      Das Kerngeschäft von IBM (damals C-T-R) waren Lochkarten, Waagen und Uhren.

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