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Eltern sind nicht zufrieden mit der YouTube-App für Kinder. bild: shutterstock

Zu viel Sex und Kraftausdrücke: Eltern beschweren sich über YouTubes Kinder-App

Die YouTube-Kids-App richtet sich an Kleinkinder unter fünf Jahren. Doch nicht alle der zu sehenden Clips eignen sich für diese Zielgruppe, monieren besorgte Eltern und Kinderschützer. Google solle die App am besten zurückziehen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Kindgerecht und auf die Bedürfnisse der Kleinsten zugeschnitten soll die im Februar vorgestellte Anwendung «YouTube Kids» sein. Doch besorgte Eltern, Kinder- und Verbraucherschützer stören sich daran, dass die YouTube-Filter nicht alle unangemessenen Videos ausfiltern.

Nachdem es bereits im April bei der zuständigen US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde wegen unzulässiger Werbung gegeben hatte, legten die Kinderschützer nun nach. Sie veröffentlichten eine Petition, in der sie etwa eine Folge der «Sesamstrasse» mit einer langen Reihe von Kraftausdrücken oder Anspielungen auf Pädophilie in einer Episode von «My little Pony» anführten. Weitere Kritikpunkte waren etwa eine Szene, in der eine Frau Streichhölzer entzündet, ein Video über eine Kneipentour durch London oder eine Anleitung, wie man sich auf der Sonnenbank tief braun brutzeln lässt.

Für sich genommen sind einige Clips vielleicht nicht besonders schlimm, aber, wie es in der Petition heisst, bei einer App für Kinder unter fünf Jahren durchaus problematisch. Deshalb, so die Forderung, solle Google die App zurückziehen. Das Vertrauen der Eltern sei verletzt.

«So familienfreundlich wie möglich»

Der Text der Petition wurde der Regulierungsbehörde FTC am Dienstag zugesandt, mit einem Video, das einen Zusammenschnitt umstrittener Szenen zeigt. Verantwortlich zeichneten die Campaign for a Commercial-Free Childhood (CCFC) und das Center for Digital Democracy.

Die Kinderschützer hatten sich bereits im April beschwert: Damals hiess es, die an und für sich unbedenkliche Werbung könne bei einem zu jungen Publikum zu einem Problem werden. «Wir sorgen uns, dass Kinder einem endlosen Strom von Inhalten ausgesetzt werden, der nicht unbedingt erkennen lässt, dass hier Geschäftsbeziehungen mit Herstellern bestehen,» hatte damals Aaron Mackey gesagt, der Wortführer der Beschwerde.

Zu den aktuellen Vorwürfen äusserte sich eine Google-Sprecherin gegenüber dem «Wall Street Journal»: «Wir sind bemüht, die Videos in YouTube Kids so familienfreundlich wie möglich zu machen und nehmen Rückmeldungen sehr ernst.» Die Inhalte für die App würden mit Hilfe einer Kombination aus automatischen Filtern, Nutzer-Feedback und Bewertungen ausgewählt, heisst es weiter. Laut der Sprecherin könnten Eltern Videos markieren, die sie als unangemessen einstufen. Google würde die Clips überprüfen und gegebenenfalls entfernen.

Die App ist bei den Nutzern beliebt, die Android-Version hat im Play Store eine Vier-Sterne-Bewertung. Allerdings merken auch hier einige Rezensenten an, die Anwendung benötige bessere Filteroptionen. Auch müsse es für Eltern einfacher werden, bestimmte Videos zu sperren.

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