Drogen
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In this Tuesday, Jan. 21, 2014, photo, a McDonald's Big Mac sandwich is photographed at a McDonald's restaurant in Robinson Township, Pa. McDonald's saw a key sales figure drop in the U.S. again in February 2014, as the world's biggest hamburger chain struggles to beat back competition and adapt to changing eating habits. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Nach dem Kiffen kommt die Lust auf Essen. Bild: Gene J. Puskar/AP/KEYSTONE

Nach dem Joint kommt der Hunger

Hunger-Schalter im Gehirn: Warum Kiffen Fress-Attacken auslöst

Cannabis kann regelrechte Fress-Attacken auslösen. Was dabei im Gehirn vor sich geht, haben Forscher nun ergründet. Die Erkenntnisse sollen vor allem kranken Menschen zu Gute kommen.

19.02.15, 11:53

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Cannabis kann Schmerzen lindern, Krämpfe lösen und Spasmen unterdrücken. Deshalb wird die Droge teilweise auch als Medikament verwendet. Unter ihnen sind auch Krebspatienten während der Chemotherapie. Der Grund: Cannabis bringt auch den Appetit zurück, der Stoff kann wahre Fressflashs auslösen.

Um herauszufinden, wie sich die Lust am Essen bei Kranken noch gezielter wecken liesse, haben Forscher nun genauer untersucht, was die Fressattacken verursacht. Tamas Horvath von der Yale University und Kollegen fütterten gentechnisch veränderte Mäuse mit Cannabis-Futter und beobachteten, was in ihrem Gehirn vor sich ging.

Paradoxerweise wird der unstillbare Hunger demnach von den Nervenzellen ausgelöst, die den Appetit normalerweise zügeln. Der Hauptwirkstoff von Cannabis, Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), bindet im Gehirn an den sogenannten Cannabionoid-Rezeptor 1. Das sorgt dafür, dass man Lust auf etwas zu essen bekommt. Damit man sich nicht völlig überfrisst, gibt es im Gehirn aber auch Nervenzellen, die das Hungergefühl normalerweise wieder abschalten, sobald man satt ist.

Hirnchemie aus dem Gleichgewicht

«Wir waren überrascht, dass die Neuronen, von denen wir dachten, dass sie den Hunger stillen, plötzlich aktiv wurden und den Appetit der Mäuse verstärkten, auch wenn die Tiere satt gefressen waren», berichtet Horvath. Man könne sich das vorstellen, wie in einem Auto, das plötzlich Gas gibt, wenn man auf die Bremse tritt.

Für die chaotische Hungersteuerung scheint eine veränderte Zusammensetzung von Signalstoffen im Gehirn verantwortlich zu sein, berichten die Forscher im Fachmagazin «Nature». Demnach bewirkt der Cannabis-Wirkstoff THC, dass die Nervenzellen, die den Hunger stoppen sollen, plötzlich die falschen Botenstoffe dafür herstellen. Der Körper erhält so die Information, immer weiter zu essen.

Abschliessend geklärt seien die Hunger-Attacken durch Cannabiskonsum damit allerdings noch nicht, berichtet Horvath. Viele weitere Funktionen in der Zelle würden durch den Cannabionoid-Rezeptor 1 gesteuert, auch sie könnten bei Fress-Flashs eine Rolle spielen. Auch, ob der nun entdeckte Mechanismus dazu beträgt, dass man high wird, wollen die Forscher noch untersuchen.

(jme)



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