Ebola
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Ebola-Warnung der WHO

Tausende Neuinfizierte in den kommenden drei Wochen erwartet

Die Ebola-Epidemie breitet sich dramatisch aus. Die Zahl der Infizierten in Liberia steigt exponentiell, warnt die WHO; sie erwartet Tausende neue Patienten. US-Präsident Obama hat nun auch militärische Hilfe versprochen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Welche Waffen helfen gegen das Virus, das Westafrika quält? Die Ratlosigkeit im Kampf gegen die Ebola-Epidemie scheint zu wachsen, das Ausmass ist kaum abzuschätzen.

Es häufen sich die Alarmmeldungen zu der Seuche, die seit Monaten tobt. Allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sind bereits mehr als 2000 Menschen gestorben. Seit Wochen nun hat auch Nigeria mit der Krankheit zu kämpfen.

Jetzt schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut Alarm: In den kommenden drei Wochen sei mit Tausenden neuen Fällen zu rechnen; die Zahl der Infizierten steige «exponentiell» an.

epa04391405 Liberian men walk past a wall with a newly painted message as part of a sensitization programme about the deadly Ebola virus in Monrovia, Liberia 08 September 2014. The World Health Organization (WHO) has said the number of deaths from Ebola has risen to 2100 in West Africa with an exponential surge predicted in Liberia the hardest hit country in the region.  EPA/AHMED JALLANZO

Ein Slogan in Liberia lenkt die Aufmerksamkeit auf die Krankheit Ebola, die viele Menschen für nicht real halten. Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Mit zivilen Mitteln allein sei der Kampf nicht mehr zu gewinnen, findet Barack Obama. Militärisches Gerät müsse zum Einsatz kommen, um «Isolierstationen und Geräte für Helfer einrichten zu können». Er sagte das in einem am Sonntag ausgestrahlten NBC-Interview, am Montag dann teilte das Pentagon mit, es werde ein Feldlazarett für medizinisches Personal nach Liberia entsenden.

Der US-Präsident hatte auch gewarnt: Wenn die USA und andere Länder nicht rasch mehr Hilfe leisteten, könnte der gefährliche Erreger womöglich mutieren und leichter übertragbar werden. Und die WHO mahnt, in Liberia weite sich die Epidemie außergewöhnlich stark aus, die Hilfen müssten um das Drei- bis Vierfache aufgestockt werden.

Tausende Fälle, das vergisst man schnell bei der Flut der Nachrichten, sind Tausende Schicksale. Die Krankheit trifft einige der ärmsten Staaten der Erde. In Liberia gab es schon vor dem Ausbruch lediglich einen Arzt für 100'000 Patienten. Jetzt infizieren sich immer mehr Mediziner bei ihrer Arbeit. Das Land verfügt zudem laut WHO nicht über genügend Spitalbetten, weshalb Erkrankte zu Hause blieben und weitere Menschen ansteckten.

Die Situation in den betroffenen Gebieten ist unübersichtlich, die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

TO GO WITH AFP STORY BY ZOOM DOSSO
Liberian Red Cross health workers wearing protective suits intervene in a neighbourhood hit by the Ebola virus in Banjor on the outskirts of Monrovia on September 4, 2014. In the centre of the west African Ebola outbreak, there is no dignity in death, no farewell, no funeral -- just body bags, biohazard suits and millions of gallons of disinfectant. The tropical virus, transmitted through contact with infected bodily fluids, has killed 2,100 people in four countries since the start of the year -- more than half of them in Liberia. AFP PHOTO / DOMINIQUE FAGET

Mitarbeiter des Roten Kreuzes bei Dekontaminationsarbeiten in einem Viertel in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Bild: AFP

Ebola war zuerst 1976 in der Nähe eines gleichnamigen Flusses im Kongo aufgetreten. Seither war es in Zentral- und Ostafrika mehrmals zu kleineren Ausbrüchen gekommen. Für Westafrika ist die Krankheit hingegen neu. Zudem handelt es sich dort um den schlimmsten Ausbruch in der Geschichte der Epidemie. (trs/otr/dpa/AFP)



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