EU
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marine Le Pen, France's National Front political party head, reacts to results after the polls closed in the European Parliament elections at the party's headquarters in Nanterre, near Paris, May 25, 2014.  France's far-right National Front was projected on Sunday to win European Parliament elections in France with around 25 percent of the vote, with President Hollande's Socialists in third place behind the centre-right UMP, three exit polls showed.        REUTERS/Christian Hartmann (FRANCE  - Tags: POLITICS ELECTIONS)

Marine Le Pen im Hoch. Ihre Partei, der Front National, machte 25 Prozent in Frankreich. Bild: X90079

Europawahl

Der Rechtsruck

Auf dem gesamten Kontinent triumphieren extreme Parteien. Im künftigen EU-Parlament gehen fast 20 Prozent der Sitze an Europakritiker. Wie einzelne Länder abgestimmt haben – der Überblick.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Frankreich, Grossbritannien, Dänemark, Österreich, Polen: In vielen europäischen Ländern holten EU-Kritiker bei der Europawahl überaus starke Ergebnisse. Insgesamt errang zwar die konservative EVP die meisten Sitze im Europaparlament, gefolgt von den Sozialdemokraten. Aber die Extremisten werden künftig deutlich stärker vertreten sein als bisher. Nach derzeitigem Stand werden sie rund 140 der 751 Sitze einnehmen.

Vor allem in Frankreich nutzten die Wähler den Urnengang zum Protest. Dort erreichte der rechtsextreme Front National (FN) laut vorläufigem Ergebnis 26 Prozent der Stimmen, vor fünf Jahren waren es lediglich 6,3 Prozent gewesen. Auf den zweiten Platz kam die konservative Oppositionspartei UMP mit 20,7 Prozent. Für die regierenden Sozialisten stimmten nur 13,9 Prozent der Wähler.

Premierminister Manuel Valls forderte am Morgen bereits einen Kurswechsel in der EU. Er sei «überzeugt, dass Europa neu ausgerichtet werden kann, um Wachstum und Beschäftigung stärker zu unterstützen», sagte er RTL. Den vorgegebenen Handlungsrahmen für die Politik seiner Regierung wolle er aber nicht ändern.

«Scheidepunkt der britischen Politik»

Einen ähnlichen Wahlerfolg wie in Frankreich konnte der britische Rechtspopulist Nigel Farage mit seiner europafeindlichen Partei UKIP verzeichnen. Mit ihm gewann nach Auszählung der meisten Wahlkreise in Grossbritannien erstmals seit 1910 eine andere Partei als die Konservativen oder Labour eine nationale Abstimmung. Farage, der einen sofortigen EU-Austritt des Landes fordert, kann demnach mit rund 28 Prozent der Stimmen rechnen. Die ebenfalls in der Regierung vertretenen Liberaldemokraten stürzten regelrecht ab und verloren fast alle ihre Sitze im Europaparlament.

UK Independence Party (UKIP) leader Nigel Farage reacts on stage after being re-elected as an MEP as the South East England region results of the European Parliament elections are declared by the returning officer at Southampton Guildhall in Southampton, southern England, on May 25, 2014. Results rolled in for the European Parliament elections with all eyes on potential gains by Europe's increasingly popular anti-EU parties. Farage, leader of the eurosceptic UKIP on May 25 said his party was on course to cause a political

Nigel Farage. Bild: AFP

«Die Volksarmee der UKIP hat heute Nacht gesprochen und das wohl erstaunlichste Ergebnis geliefert, das wir in den vergangenen 100 Jahren gesehen haben», sagte Farage in Southampton. Der Wahlsieg sei ein Scheidepunkt für die britische Politik. Auch für andere Politiker sei der Druck, eine europaskeptischere Haltung einzunehmen, gewachsen.

Die Ergebnisse in weiteren EU-Staaten im Überblick:

Die Wahlbeteiligung lag europaweit mit 43,1 Prozent geringfügig höher als 2009, womit erstmals der stete Abwärtstrend bei der Beteiligung gestoppt wurde. Insgesamt waren fast 400 Millionen Menschen seit Donnerstag zur Wahl der 751 EU-Abgeordneten aufgerufen. Die Parteienfamilien hatten erstmals europaweite Spitzenkandidaten aufgestellt – Martin Schulz für die Sozialdemokraten und Jean-Claude Juncker für die Konservativen. (ler/AFP/dpa)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article