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Wenn die Grossen die Kleinen bestehlen.
bild: instagram/tuesdaybassen

Dich kennt sowieso keiner: Modehaus Zara klaut Designs einer kleinen Künstlerin 



Tuesday Bassen ist eine freie Designerin aus Los Angeles. Sie entwirft Aufnäher, Broschen, Pins und Anstecker für Taschen, Jeans und Jacken. Ein Herz mit der Aufschrift «mixed emotions club» ist ein Beispiel aus ihrem Sortiment.

Der Modemarke Zara haben Bassens Kreationen offenbar so gut gefallen, dass sie die Aufnäher in eine ihrer Kollektionen aufgenommen hat – ungefragt, wie die unabhängige Künstlerin jetzt auf ihrem Instagram-Account klar macht: Sie habe sich anfangs ziemlich bedeckt gehalten, schreibt Bassen.

Aber als ihr Anwalt das Textilunternehmen mit dem Vorwurf konfrontiert habe, kam die Antwort, die Tuesday Bassen dazu brachte, weiter gegen die plagiierende Grossfirma vorzugehen: 

«Wir lehnen Ihre Inanspruchnahme aufgrund der oben genannten Gründe ab: Die Designs Ihrer Kundin sind nicht eindeutig von der weltweiten Bevölkerung als die von Tuesday Bassen zu erkennen.»

Antwort des spanischen Modehauses Zara

Übersetzt heisst das: Tuesday Bassen ist nichts weiter als eine kleine Indie-Künstlerin, die keine Relevanz hat in der Welt, ihre Designs kann unser Grosskonzern also ungeniert stehlen. 

Und Zara klaute Bassen danach gleich nochmals fünf Designs:

Auf Twitter wurde der Post innerhalb von drei Tagen über 7000 Mal retweetet. Denn Bassen ist nicht die einzige unabhängige Künstlerin, deren Arbeit von grossen Modeketten gestohlen wird: H&M, Topshop und Forever 21, sie alle vergreifen sich an fremden Designs, ohne die Künstler entsprechend zu entlohnen.

«Es ärgert mich und es ist entmutigend, mein ganzes Geld dafür auszugeben, nur um das zu verteidigen, was legal mir gehört.»

Tuesday Bassen

Bassen hat im Rechtsstreit gegen Zara wenig Aussicht auf Erfolg. Denn die Arbeiten der amerikanischen Designer seien vom Gesetz fast gar nicht geschützt, sagte Susan Scidifi, die Direktorin des «Fashion Law»-Instituts in New York, der Nachrichtenseite Mashable

Man könne die Textilkonzerne nur öffentlich anprangern – und sie auf diese Weise zum Handeln zwingen. Denn rollt die Welle der Empörung erst mal durchs Internet, kann sie so hoch werden, dass vielleicht sogar ein Grosskonzern wie Zara einen bitteren Schluck Salzwasser abkriegt. 

(rof via The Huffington Post)

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