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epa03955192 An Amnesty International handout photo dated 2012 shows a migrant worker sitting on a bunk bed in his accommodation in Qatar. Amnesty International on 17 November 2013 released a report blasting the conditions of migrant construction workers in Qatar, as the country prepares its infrastructure for the 2022 FIFA football World Cup. Workers in the oil- and gas-rich Gulf state suffer difficulties including “non-payment of wages, harsh and dangerous working conditions, and shocking standards of accommodation,” the Britain-based rights group said.  EPA/AMNESTY INTERNATIONAL/HANDOUT MANDATORY CREDIT: AMNESTY INTERNATIONAL HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Männer, die dafür sorgen, dass für die WM moderne Stadien gebaut werden, leben unter menschenunwürdigen Bedingungen.   Bild: EPA

Gastarbeiter werden für die WM ausgebeutet: «Katar hat wenig versprochen und noch weniger gehalten»

Amnesty International erneuert seine Kritik am Ausrichter der Fussball-WM 2022: Die mehr als 1,5 Millionen Gastarbeiter in Katar seien weiterhin nahezu rechtlos, die versprochenen Reformen nicht mehr als eine PR-Aktion.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Trotz aller internationalen Appelle beutet der künftige WM-Gastgeber Katar weiterhin ausländische Arbeiter rücksichtslos aus. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

«In den vergangenen zwölf Monaten hat sich sehr wenig geändert. Die mehr als 1,5 Millionen Gastarbeiter in Katar sind weiter vom Erbarmen der Sponsoren und Arbeitgeber abhängig», schrieb Amnesty in einer Stellungnahme.

epa03956764 Foreign construction workers queue up for the bus back to their accommodation camp in Doha, Qatar, 19 November 2013. The previous day, football's ruling body FIFA said it will continue to put pressure on 2022 World Cup hosts Qatar over the conditions of migrant workers in the country's construction sector, but issued no deadline for improvement. Britain-based rights group Amnesty International said 17 November that workers in the oil- and gas-rich Gulf state suffered difficulties including 'non-payment of wages, harsh and dangerous working conditions, and shocking standards of accommodation.'  EPA/STR

Die Arbeiter haben keine Rechte. Bild: EPA

Die in Aussicht gestellte Abschaffung des Kafala-Systems, das Gastarbeiter an einen einheimischen Sponsor bindet, sei noch immer nicht umgesetzt worden. Ohne gesonderte Erlaubnis könnten sie ihre Jobs nicht kündigen und das Land nicht verlassen. Gegen unmenschliche Wohnverhältnisse, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und nicht ausbezahlte Löhne seien sie machtlos.

Mehr als ein Jahr nach den angekündigten Reformen zum Wohl der Gastarbeiter «schwinden die Hoffnungen auf einen wirklichen Fortschritt schnell», teilte die Organisation mit. «Katar hat wenig versprochen und noch weniger gehalten.»

epa04757992 FIFA President Sepp Blatter as he arrives  in the West Bank town of Ramallah, 20 May 2015. Blatter is on a four-day visit to Israel and the Palestinian Territories trying to persuade the Palestine FA (PFA) to drop a proposal to suspend Israel from the world body. Blatter proposed a peace soccer match between the national teams of Israel and Palestine.  EPA/ATEF SAFADI

Sepp Blatter und die FIFA schauen bisher einfach zu. Bild: ATEF SAFADI/EPA/KEYSTONE

Es gebe deutliche Zweifel an der Intention des Golfstaats, so Amnesty International. Die Ankündigungen der Reformen könnten sich am Ende als PR-Aktion herausstellen, um «sicherzustellen, dass Katar die WM behalten darf».

Jetzt ist die Fifa gefordert

Der Fussballweltverband FIFA habe nun die «klare Verantwortung, die Ausbeutung der Gastarbeiter in den Vordergrund zu rücken» und müsse die Offiziellen auffordern, schnellstens für Veränderungen zu sorgen.

«Die FIFA hat sehr viel Zeit, Geld und politisches Kapital in die Aufklärung der Korruptionsvorwürfe gegen Russland und Katar sowie die genaue Terminierung des Turniers gesteckt», sagte Amnesty-Rechercheur Mustafa Qadri: «Aber jetzt muss die FIFA echten Einsatz zeigen, um sicherzustellen, dass Katar 2022 nicht auf einem Fundament aus Ausbeutung und Misshandlung aufgebaut wird.»

epa02483085 A handout image made available by the Qatar 2022 FIFA World Cup Bid Committee on 06 December 2010, shows a general view of the proposed new Al-Rayyan Stadium in Al-Rayyan, Qatar, venue of the FIFA 2022 World Cup soccer tournament. The existing Al-Rayyan Stadium with a seating capacity of 21,282 will be expanded to 44,740 seats using modular elements to form an upper tier.  EPA/QATAR 2022 WORLD CUP BID COMMITTEE HO  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ein Model eines WM-Stadions: Dafür sind schon zahlreiche Gastarbeiter gestorben. Bild: EPA

Katar hatte zuletzt immer wieder auf die vermeintlich grossen Fortschritte im Arbeitsrecht verwiesen, die auch die FIFA sehe. Zudem seien die tödlichen Unfälle, die seit Monaten immer wieder für Aufsehen sorgten, nicht auf direkten WM-Baustellen geschehen.

syd/sid/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • solum 21.05.2015 14:20
    Highlight Highlight Und alle werden sie hingehen um schön brav Fussball zu spielen...
    1 0 Melden
  • Baba 21.05.2015 12:17
    Highlight Highlight Weshalb verwöhnt man den Paten (JB) nicht einmal mit einem Wellnessaufenthalt in einer der Unterkünfte dieser Arbeiter? Er freut sich ja so über Geschenke.
    Die FIFA und Konsorten ist zu einer Vereinigung verkommen, von der die Mafia noch lernen kann. Es ist eine Affenschande, was da abgeht und die noch grössere Schande wird sein, dass sich in der Adventszeit 2022 Millionen von "Fans" an den Spielen ergötzen werden, für die (viel zu) viele Menschen gestorben und unter sklavenähnlichen Bedingungen gearbeitet haben! Für mich wird die Katar WM gleich sein wie damals die OS in Peking: Inexistent!
    6 0 Melden

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