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So sieht Spass am Morgen aus: Mascha (Tina Dalakischwili) freut sich über ihre neue Anschaffung. Bild: trigon-film

Mascha ist knapp 20, bezaubernd und süchtig nach plastischer Chirurgie

Der Film «Star» ist verrückt und surreal und erzählt ein klassisches Andersen-Märchen ganz neu. Und ganz russisch.



Schon die kleine Meerjungfrau bei Hans Christian Andersen unterzog sich einer Schönheits-OP: Sie liess sich aus ihrem Fischschwanz Beine schneidern. Und gefiel dem Prinzen, in den sie verliebt war, doch nicht genug, um sie zur Frau zu nehmen. Weil sie nicht reden konnte. Schönheit allein reicht nicht. 

Für Mascha (Tina Dalakischwili) im neuen russischen Film «Star» hingegen schon. Mascha ist blutjung, lebt in Moskau und verbringt ihre Zeit am liebsten in einer blendend weiss gestylten Schönheitsklinik, in deren Foyer eine Harfenistin spielt und alle Empfangsdamen Spritzlippen (halb Scarlett Johansson, halb Angelina Jolie) tragen.

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Ein bisschen Tanzen hat noch keiner Arztpraxis geschadet. Bild: trigon-film

Trailer zu «Star»

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Vimeo/trigon-film

Maschas Traum: Star. Maschas Probleme: zu kleine Brüste, zu gerade Beine, kein Geld und so weiter. Maschas Mittel: ihr kindlicher Charme und ihr Temperament einer rasend gut gelaunten Elfe. Sie kann nichts, ihr Versuch, Christina Aguileiras «Beautiful» zu singen, ist jämmerlich. Die Jobs, die sie erhält, sind: Nixe in einem Nachtclub und eine kleine Filmrolle als verprügelte Prostituierte. Ein Junge, den sie nicht liebt, klaut für sie. Mascha weiss alles über Stars und ihre Schönheits-Diktaturen – sie ist ein gutherziges Lexikon der Banalitäten.

Ihr gegenüber steht die Eiskönigin und Edelprostituierte Rita (Severija Janushauskaite). Die es beinah zur Nobelgaleristin für superreiche Kunstrussen und zur Gattin eines hypochondrischen Oligarchen in einem Betonbunker schafft. Rita soll Penis-Porträts verkaufen, aber dann erfährt sie vom Arzt, dass sie todkrank sei, und ihre ganze glossy-glamouröse Covergirl-Existenz bricht zusammen. Die Kehrseite des lustigen Materialismus ist das Nichts.

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Hier posiert Rita noch für ein Magazin-Cover ..., Bild: trigon-film

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... hier denkt sie sich mit Mascha eine neue Einnahmequelle aus. Bild: trigon-film

Eines Morgens erwacht Rita und sieht Mascha, die munter ein Espressotässchen auf ihrem frisch gepumpten Busen balanciert. Eine volltrunkene Nacht hat die beiden zusammengeworfen, und ein Film, der lange daherkam wie eine surreale Komödie, verwandelt sich in eine atemberaubende Parabel über Kunstkörper und Körperkunst, über letzte Begehren und den Traum, das Leben in einem Schimmer aus unantastbarer Perfektion zu verlassen. Schliesslich ist der Mensch vor allem eine Erscheinung. Und wenn schon alles beschissen ist, soll wenigstens das Ende gut sein. Wörtlicher wurde «Happy End» nie genommen. 

Die 39-jährige Anna Melikian, die bei uns mit ihrem Film «Rusalka» – eine echte Meerjungfrau zieht nach Moskau – bekannt wurde, hat Mascha, Rita und ihre schrägen Begleitfiguren erfunden. Fünfmal wechselte sie ihren Casting-Beauftragten, bevor sie die 24-jährige Tina Dalakischwili aus Tiflis fand, die ihre Karriere einst als Landschaftsarchitektin begonnen hatte. Denn eigentlich hätte Mascha älter sein sollen und hässlicher. Die Karikatur der ewigen Casting-Kandidatin. 

Doch dann kam Tina und war wohl so schön wie Andersens kleine Meerjungfrau in der smaragdgrünen und saphirblauen Tiefe. Und plötzlich machte Maschas Sucht nach plastischer Chirurgie einen ganz anderen Sinn. Und ihre angeblich zu geraden Beine wurden wirklich zum Schwanz der Nixe, die mehr will als das Meer. Am Ende des Films ist Mascha ein Star der Herzen. Und Tina sowieso ein Superstar.

«Star»: Ab 9. Juli im Kino. 

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