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Lebensmittelverschwendung

So verhindern Sie, dass nach den Festtagen Lebensmittel im Abfall landen

26.12.14, 10:50 26.12.14, 11:27

Zur Produktion von Nahrungsmitteln wird ein ziemlicher Aufwand getrieben. Landwirte bestellen Felder, Maschinen kneten, backen und verpacken. Doch vieles landet am Ende nicht im Magen, sondern im Abfall.

Die Weihnachtstage sind keine Zeit kulinarischer Enthaltsamkeit: Fondue-Chinoise, Kuchen und Guezli, dazu ein Glas Wein – viele schlemmen unterm Baum. Doch viele gute Dinge sind am Ende wohl auch in der Tonne gelandet. 300 Kilogramm Lebensmittel pro Person gehen in der Schweiz nach einem Bericht der Umweltorganisation WWF jedes Jahr verloren.

Über die Weihnachten wird oft üppig gegessen. Und vieles landet danach im Abfall. 

Das Problem beschäftigt auch die EU. Doch Brüssel tut sich trotz vereinzelter Vorstösse schwer mit konkreten Schritten im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Ob neue Regeln zum Mindesthaltbarkeitsdatum helfen könnten, ist besonders umstritten.

Dabei machten erst im Mai Schweden und die Niederlande die Lebensmittelverschwendung zum Thema. Der Vorschlag: die Liste jener Produkte auszuweiten, bei denen kein Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung stehen muss. Denn viele Waren sind viel länger brauchbar.

Schon heute ist die Angabe für viele Lebensmittel gar nicht vorgeschrieben – etwa für Wein, Kaugummi oder frisches Obst und Gemüse. «Wir möchten beginnen mit Produkten, die man wirklich lange zu Hause haben kann, wie zum Beispiel Nudeln, Reis oder Kaffee», sagte die niederländische Agrarministerin Sharon Dijksma damals.

Der Erfolg bleibt bisher aus

Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt nur an, bis wann Waren bei guter Lagerung in Top-Zustand bleiben, was Konsistenz und Geschmack angeht. «Nach Ablauf des Datums ist das Lebensmittel aber nicht automatisch schlecht, sondern häufig noch geniessbar, da die Hersteller bei der Berechnung des MHD in der Regel einen »Sicherheitszuschlag« geben, schreibt der deutsche Lebensmittelwirtschaftsverband.

Viele Lebensmittel sind nach dem Ablauf des auf der Packung stehenden Datums noch geniessbar.  Bild: KEYSTONE

Der Vorstoss der Minister hatte in Brüssel bisher überschaubare Folgen: Eine schleunigst einberufene Arbeitsgruppe mit nationalen Experten traf sich bisher nach Angaben von EU-Diplomaten nur ein einziges Mal. Und Infokampagnen gibt es auf EU-Ebene schon.

Der frühere EU-Umweltkommissar Janez Potocnik schlug im Sommer ein Ziel vor: Bis 2025 solle der anfallende Müllberg aus Lebensmitteln und Futter um 30 Prozent verkleinert werden, forderte er im Juli. Details auch zum Thema Haltbarkeitsdatum sollte ein Strategiepapier liefern – doch das lässt bislang auf sich warten.

Fünf Prozent wirft der Handel weg

Die europäische Verbraucherorganisation BEUC zweifelt ohnehin am Sinn neuer Regeln für die Angabe. «Sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum von Packungen für Hartkäse oder Kaffee verschwinden, hätten Verbraucher keinen Schimmer mehr von der Qualität des Essens, das sie oft mehr als ein Jahr zuvor gekauft haben», sagt Camille Perrin, die sich bei BEUC um Lebensmittelthemen kümmert. Am Ende würden sie aus Vorsicht wohl noch mehr Waren wegwerfen als bisher.

Ohnehin werde ein Grossteil der Lebensmittel schon vor Ankunft im Supermarktregal verschwendet. «Allzu oft stehen nur die Verbraucher in der Kritik.» Doch laut Studien werden nur fünf Prozent der Lebensmittel im Handel weggeworfen, das meiste davon Gemüse, Obst und frische Backwaren.

Um die Zahl weiter zu drücken, versuche der Handel, bei Bestellungen besser zu planen oder Ware zum Beispiel durch Preisreduzierungen loszuwerden. Ausserdem arbeite der Grossteil der Geschäfte mit Tafeln zusammen, die Lebensmittel an Bedürftige weitergeben.

Resten kochen hilft

Viel geht auch schon in der Nahrungsmittelindustrie verloren – 17 Prozent, nach einer EU-Studie sogar fast 40 Prozent der Abfälle macht dies etwa aus. Wie hoch die Verluste in der Landwirtschaft sind, ist den Forschern zufolge schwer zu ermitteln.

Verbrauchern bleibt angesichts dieser Zahlen das Naheliegende: Gezielter einkaufen, gut lagern, mit Resten kochen und den Waren nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums einen zweiten Blick gönnen. Denn fast die Hälfte der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten wäre noch geniessbar – und damit vermeidbar. (feb/sda/dpa)



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