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Erbsen raus! Amerika hat ein knallgrünes Guacamole-Gate. Sogar Obama und Jeb Bush haben sich schon eingeschaltet



Es ist Sommer, und Amerika spinnt. Plötzlich sind dort nämlich alle gegen Erbsen. Obama ist gegen Erbsen. Sein möglicher Nachfolger, Jeb Bush, ebenfalls. Ihr Erbslein des Anstosses: Ein Artikel in der «New York Times». 

Die erlaubte sich am 1. Juli, ein Guacamole-Rezept zu empfehlen, das der zerstampften Avocado ein paar kleine grüne Erbsen beigibt. Weil die Erbsen helfen, die Farbe der Avocado länger frischzuhalten. Und weil der liebste Chips- und Barbecue-Dipp der Amerikaner so auch etwas weniger fett wird. Kurz: Die NYT stach tief und heftig ins Herz eines Landes, in dem die Grillkohle glüht und die Sommerlöcher gähnen. 

Guacamole-Gate in 5 Akten

1. Die Guacamole-Variante der NYT erzeugt in den USA eine nationale Food-Krise:

2. Die verunsicherte Bevölkerung wendet sich an ihren Präsidenten:

3. Der Präsident beschwichtigt:

4. Jeb Bush hat gemerkt, dass man mit Guacamole-Gate auf Twitter punkten kann:

5. Weitere Fachleute schalten sich ein:

Und was lernen wir daraus? Dass Obama nichts von Guacamole versteht. Weil er die einzige wirklich unverzichtbare Zugabe, nämlich Limetten- oder Zitronensaft, vergessen hat. Ohne wird die Avocado braun. Und dass Jeb Bush hier aktiv Wahlkampf betreibt und versucht, sich bei der lateinamerikanischen Wählerschaft anzubiedern. Schliesslich stammt Guacamole aus Mexiko. Und heisst übersetzt soviel wie «Avocadosauce». Was klingt, als würde eine Guacamole tatsächlich viel Interpretationsfreiheit zulassen.

Und das meint die beste Köchin der Schweiz

Tanja Grandits, die beste Köchin der Schweiz 2014 – 2 Michelin-Sterne, 18 Punkte im Gault Milau für ihr Basler Restaurant Stucki – kocht nach Farben. Nichts liegt also näher, als sie nach einer Erbsen-Guacamole zu fragen. «Darum gehts ja beim Essen» antwortet sie uns, «dass sich alles mit allem immer neu kombinieren lässt. Eine Guacamole mit Erbsen ist vollkommen okay, ich persönlich würde allerdings nie die Erbse als Partnerin der Avocado wählen, das ist beides zu schwer, eher was Spritzigeres, Leichteres, eine Frucht zum Beispiel.» 

Koechin Tanja Grandits laechelt in ihrer Kueche im Restaurant Stucki auf dem Bruderholz in Basel am Montag, 7. Oktober 2013. Tanja Grandits wurde mit 18 Punkten vom GaultMillau zum

Tanja Grandits. Bild: KEYSTONE

In this Wednesday, Dec. 12, 2012 photo, Israeli chef Yotam Ottolenghi poses for the photographer at his company's bakery in London. One chef is Israeli, the other a Palestinian. So it is with 'Jerusalem' the latest cookbook by Ottolenghi and his business partner Sami Tamimi, that traces their memories of a shared city, the Jewish west and the Arab east, together with the food_ the commodity held in common in a city riven by division. Ottolenghi and Tamimi who have been business partners for about 10 years, run two restaurants and three delis in London and wrote their first cookbook four years ago. They were simply known for saving London's chicest neighborhoods from culinary boredom with Mediterranean-based recipes infused with exotic flavors.  Their new book 'Jerusalem' explores  the cuisine of the ancient city. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Yotam Ottolenghi. Bild: AP

So wie der Londoner Kult-Koch Yotam Ottolengi, der weder Knoblauch noch Chili, sondern Avocado, griechischen Yoghurt, Limettensaft, Limettenzesten und Haselnussöl für eins seiner Guacamole-Rezepte nimmt. Oder Avocado, Limettensaft, Wasabi-Paste, Frühlingszwiebeln und Salz für ein anderesJamie Oliver verwendet Avocado, Tomaten, Limettensaft, Frühlingszwiebeln, Frühlingszwiebeln, Koriander, Chili, Salz und Pfeffer und ist damit der Klassiker in dieser Runde.

Die Erbse war vor Hunderten vor Jahren ein Unkraut in Asien. Römische Legionäre nutzen sie begeistert als Zwischenverpflegung. In Europa half sie im Mittelalter, Hungersnöte zu überstehen, später wurde sie zur Lieblingsbeilage französischer Könige.

Historisch gesehen ist sie also weder in Nord- noch in Südamerika zuhause. Und würde man dem Purismus der Erbsengegener folgen, so hätte der perlengrosse Eindringling in jenem Gericht, dass die beiden Amerikas zusammenhält, nichts zu suchen. Dabei ist doch die USA der Immigrantenstaat schlechthin ist. Das soll sich Obama, dieser Prinz auf der Erbse, doch einfach noch einmal richtig zu Herzen nehmen. Wenn er schon Zeit für derartigen Kleinkram hat.

Guacamole: Von der Avocado zur Oscar-Nomination

Jamies liebevolle Annäherung an eine Avocado

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YouTube/Jamie Oliver

So sieht es aus, wenn einer von Jamies Freunden aus Avocado Guacamole zaubert

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YouTube/DJ BBQ

Und dieser Guacamole-Kurzfilm erhielt vor zwei Jahren gar eine Oscar-Nomination:

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YouTube/PESfilm

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    Alle Leser-Kommentare
  • N.F. 02.07.2015 13:28
    Highlight Highlight @ Tanja Gandits: Sie meinen wohl sicher so wie das andere (von 30 oder so verschiedenen auf cooking.nytimes.com) Guacamole-Rezept mit Äpfeln und Granatapfelkernen? Wobei mir klar ist, dass dieser Artikel auch nicht so ernst gemeint ist - bei 17'000 Rezepten wovon jedes in x-beliebigen Variationen und auch mit viel Fokus auf der europäischen Küche (F und I vor allem) muss man wohl auch Experimente wagen. Wobei Ottolengi und z.B. der ehemalige Chef-Confisseur des Weissen Hauses (unter Obama) auch schon Rezepte drin hatten. Jamie Oliver allerdings weniger...
  • N.F. 02.07.2015 12:11
    Highlight Highlight Das ist wohl nicht so ernst gemeint. Ich koche seit 2 Jahren praktisch nur noch mit Rezepten von cooking.nytimes.com. Melissa Clark macht grossartige Rezepte, meist ist sie die Köchin mit den beliebtesten Rezepten (wobei generell 5 von 5 Punkten dort eher die Regel sind). Dann probieren die Köche dort alles aus und versuchen es zu verbessern und zu adaptieren, von dem her nichts mit vorgefahrenen Ideen und Dogmas (Melissa Clark hat kürzlich ziemlich lange getestet, wie eine Pouletbrust am besten vorbereitet und gebraten wird). Ich kann cooking.nytimes.com wirklich allen empfehlen. Ich traue mich seit ich daraus koche an jedes Rezept (ganze Ente, jede Torte, jeder Teig mach ich selber, Bagels, jedes Brot).

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