Fussball
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ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS DER GAESTESEKTOR IM SPIEL AARAU-FCZ LEER BLEIBT, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Lichtspektakel der Suedkurve beim Fussball - Cuphalbfinalspiel FC Zuerich gegen den FC Thun in Zuerich am Mittwoch, 26. Maerz 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Fans des FC Zürich in der Südkurve ihres Heimstadions Letzigrund. Bild: KEYSTONE

Verbannung der FCZ-Fans: FC Aarau wettert gegen die Aargauer Kantonspolizei

Für das Spiel FC Aarau - FCZ sperrt die Aargauer Kantonspolizei den Gästesektor im Brügglifeld. Aus Angst, die ehemaligen Weggefährten des geschassten FCZ-Goalies David Da Costa, könnten einen Spielabbruch provozieren, und um Präsident Ancillo Canepa zu strafen. 

23.04.15, 19:23 24.04.15, 09:45


Der kommende Samstag wird den vorläufigen Höhepunkt markieren in der Auseinandersetzung zwischen Fussball-Ultras und dem Staat: Es ist das erste Mal, dass eine kantonale Behörde – in diesem Fall die Kantonspolizei Aargau – das Hooligankonkordat dazu nützt, Gästefans –in diesem Fall FCZ-Anhänger – von einem Spiel ihres Clubs auszusperren. 

Das Stadionverbot für die FCZ-Fans stützt sich auf Kapitel 2, «Bewilligungspflicht und Auflagen», Artikel 3a, Absatz 2 des «Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen» wo es heisst: «Die Behörde kann insbesondere bestimmen, wie die Anreise und Rückreise der Anhänger der Gastmannschaft abzuwickeln ist und unter welchen Voraussetzungen ihnen Zutritt zu den Sportstätten gewährt werden darf». 

FC Aarau reagiert ungehalten

Die Aargauer Kapo fürchtet laut ihrer Mitteilung, dass beim Spiel «mit einer schwerwiegenden und erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu rechnen ist». Der FC Aarau ist mit dem Entscheid nicht einverstanden. In einer Mitteilung drückt Geschäftsführer Robert Kamer sein Missfallen aus: «Der FC Aarau bedauert diesen Entscheid sehr. Dass das Verhalten einer kleinen Minderheit gewalttätiger Fans eine solche Verfügung provozieren kann, ist eine erschreckende Tatsache. Zudem werden friedfertige Fans des FC Zürich und des FC Aarau kollektiv bestraft.» Man habe alles unternommen, um die Kantonspolizei und Sicherheitsdirektor Urs Hofmann von ihrem Entscheid abzubringen. 

Mehr Verständnis äusserten hingegen die Verantwortlichen des FC Zürich, die die Verbannung vom Brügglifeld «den sogenannten Fans» zuschreiben, «die durch ihr skandalöses Verhalten am Spiel in Basel diese Kurvensperre in Aarau provoziert haben».

Rache für Absetzung Da Costas befürchtet?

Gemäss dem «Tages-Anzeiger» könnte die Angst vor einem erzwungenen Spielabbruch das Verständnis des FCZ erklären. Die radikalsten Gruppierungen in der FCZ-Fankurve, ehemalige K4- und die Locherguet-Jungs-Mitglieder, wollten mit einem Spielabbruch möglicherweise den FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa strafen. Und zwar dafür, dass FCZ-Stammgoalie David Da Costa vor rund drei Wochen aus dem Tor verbannt worden ist. Da Costa, im Zürcher Kreis 4 aufgewachsen und in der Südkurve fussballerisch sozialisiert, sagt man nach, er habe selbst mit Mitgliedern der K4-Gruppierung verkehrt. 

Da Costa selbst sagt auf Anfrage von watson nichts dazu, aber die Aggression von Fans aus dem Dunstkreis von K4 und Locherguet-Jungs habe seit der Absetzung Da Costas als Stammgoalie und insbesondere beim Auswärtsspiel gegen den FC Basel vor zehn Tagen zugenommen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Gemäss Informationen von watson war Da Costa auf die Ersatzbank verbannt worden, nachdem er gegenüber dem «Blick» anonym die Methoden von FCZ-Trainer Urs Meier kritisiert hatte und aufgeflogen war. 

Ancillo Canepa: «Vollidioten» 

Die Fronten dürften sich seither nicht aufgeweicht haben. Da Costa darf noch immer nicht im Tor stehen und nach dem Spiel beim FC Basel, bei dem FCZ-Fans Bengalen aufs Feld warfen, bezeichnete Canepa die Fackelwerfer öffentlich als «Vollidioten». Sollte wirklich der Plan bestehen, mit Fackelwürfen einen Spielabbruch herbeizuführen, um die Vereinsleitung zu strafen, dann wäre dies im kleinen Brügglifeld leicht zu bewerkstelligen. 

Gemäss dem «Tages-Anzeiger» sind die gemässigten Ultragruppierungen, unter ihnen mit den FCZ Boys auch die grösste Vereinigung, nicht bereit, sich mit den radikalen Vertretern der Südkurve anzulegen. Deswegen sei mittlerweile sogar bei einem grossen Teil der Südkurve Verständnis für polizeiliche Interventionen vorhanden. (thi)

Fan-Ausschreitungen bei FCB - FCZ (12.04.2015)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maxi 24.04.2015 12:54
    Highlight Wird sicher ein lustiger Samstag in Aarau, ist sich die Polizei bewusst was sie da anrichten? Sollte etwas geschehen darf sich der Justizdirektor mal erklären, was diese Massnahme brachte!
    3 1 Melden
    • maxi 26.04.2015 12:57
      Highlight Freie Schweizer Staatsbürger pauschal verurteilen ausschliesen und verhaften,ist deines errachtens also okei?

      Anderes Pauschalbeispiel, alle Audi fahrer sollten ihren Führerschein abgeben, ein Audifahrer hat mal einen tödlichen Unfall gebaut.

      Ist ja nur zum schutz....

      Macht Sinn oder??

      1 0 Melden
  • stiberium 24.04.2015 09:31
    Highlight Das ist doch eine gute Gelegenheit für die "Fans" zu beweisen, dass der Wille für eine friedliche Fankultur vorhanden ist.

    Für die Normalen Fans und Zuschauer tut es mir natürlich leid.
    Ich bin aber überzeugt, dass diese Massnahme auch nicht im Interesse des Staates liegt.

    Es schiffet jo eh am Samstig. ;)
    2 1 Melden
  • Schneider Alex 24.04.2015 06:57
    Highlight Ich sehe nicht ein, warum wir braven Steuerzahlerinnen und Steuerzahler den überbezahlten Profisport via Unterstützung von Stadionbau und –betrieb und Sicherheit fördern sollen, vor allem wenn wir sehen, dass sich die Hooligans immer wieder aufs Dach geben.
    2 8 Melden
  • falang 24.04.2015 03:54
    Highlight Es ist schon erschreckend, wie viele ahnungslose Polemiker sich hier rumtreiben! Es wird ein Fussball Fan Bashing betrieben, ohne Hintergründe zu kennen oder schlimmer, jemals ein Fussballspiel besucht zu haben!!!
    Fussball Fans, der Staatsfeind Nr. 1?
    Für alle die sich darauf eingeschossen haben, dass im Fussball heutzutage alles viel schlimmer und gewalttätiger geworden ist und Scharmützel rund um den Sport als Neuzeitphänomen abtun, lest diesen Artikel: http://www.tageswoche.ch/de/2012_41/sport/469423/

    In diesem Sinne: IHR WERDET DEN FUSSBALL UNS NICHT NEHMEN!!!
    9 3 Melden
    • falang 24.04.2015 06:07
      Highlight ich will damit keineswegs "Gewalt" gut heissen, dennoch stösst mir die Berichterstattung und das Gemotze sauer auf! Vor allem wenn Leute aus Hunzenschwil irgend welchen Schwachsinn verzapfen, dass sie in den Medien lesen und dies auch noch glauben, um danach an ihrem Stammtisch mit Parolen auftrumpfen zu wollen. oder schlimmer: Politiker sich profilieren wollen, damit sie auch mal was zu erzählen haben...

      9 0 Melden
  • der nörgler 23.04.2015 21:41
    Highlight @danger: nicht, wenn die stapo züri dasselbe macht.
    @rattenfänger: ist auf alle fälle länger her, seit die polizei zu einem zsc match kommen musste...
    2 0 Melden
    • Danger 24.04.2015 00:01
      Highlight Natürlich. Aber ob sie das machen wird, wissen wir noch nicht.
      0 0 Melden
  • KnechtRuprecht 23.04.2015 21:29
    Highlight Das heisst dann wohl das Konkordat mit Augenmass anwenden. Einfach mal ein kollektives Rayonverbot erlassen.
    Hoffentlich merken die Stimmbürger und friedlichen Matchbesucher nun endlich was für einem (Polit)Bären sie aufgehockt sind. Sie können nicht behaupten wir, (die ständigen friedlichen Matchbesucher), hätten sie nicht gewarnt. Aber Polemik war halt schon immer lauter als gemässigte Stimmen. Habe fertig. Bin hässig!
    18 4 Melden
  • jk8 23.04.2015 21:27
    Highlight wenn die Zürcher Fans einen Spielabbruch provozieren wollen, warum wurde denn letzte Woche gegen St. Gallen kein einziger Pyro der Zürcher gezündet?
    25 5 Melden
  • Mett-Koch 23.04.2015 21:16
    Highlight So wie sich die FCZ-Fans aufgeführt haben - auch bei Heimspielen - finde ich das absolut ok. Offen bleibt, ob die KaPo AG dadurch weniger zu tun haben wird. Ich befürchte das Gegenteil, denn es kann niemandem verboten werden, an diesem Tag von Zürich nach Aarau zu reisen...
    9 14 Melden
  • Plebs 23.04.2015 20:27
    Highlight "Die radikalsten"?! Wie definiert ihr denn "radikal"? Am gewaltbereitesten? Mit der grössten Hingabe für den Club?
    Bitte hört in Zukunft auf mit solchen Spekulationen.
    17 20 Melden
  • kuhrix 23.04.2015 20:24
    Highlight Scheint als müsste sich die Kapo Aargau ein höheres Budget rechtfertigen. Dass es jetzt knallt ist sehr wahrscheinlich und danach wird es wieder ein riesen Aufschrei geben. Was in Basel passiert finde ich natürlich auch daneben, aber beim nächsten Spiel gegen St.Gallen hat sich die Südkurve ja sehr gut verhalten. Es ist äusserst schade für die 98% friedlichen Fans. Die sind bald noch soweit und lassen bei "Risikopartien" gar keine Auswärts-Fans mehr zu. Und zu den Gruppierungen, hier wird von den Medien einfach etwas angenommen, dass sind doch alles nur Spekulationen.
    26 5 Melden
  • der nörgler 23.04.2015 19:45
    Highlight Recht so. Als bekennender FCZ Fan seit 30 Jahren meine ich, dass es an der Zeit ist, ein Zeichen zu setzen. Der Club hätschelt die Chaoten schon viel zu lange, distanziert sich nicht wirklich und geht auch nicht dagegen vor. Wenns dem Portemonnaie weh zu tun beginnt, wird sich Canepa vielleicht endlich dazu durchringen, Nulltoleranz zu üben.
    Ich finds zum Kotzen, dass ich mit meinen Kids nicht an einen Match gehen kann, ohne danach oder davor in irgendwelche Scharmützel zu geraten. Im Eishockey funktionierts mittlerweile auch ohne Krawall. Es ist allein der fehlende Wille der Clubs.
    31 19 Melden
    • Danger 23.04.2015 20:48
      Highlight Ach, ans Portemonnaie geht es nur dem unbeteiligtem FC Aarau! Canepa ist die Sperre wohl ganz recht...
      13 1 Melden
    • Buyer's Remorse 23.04.2015 21:12
      Highlight Ach ja, die alte Mär vom Eishockey... Immer lustig sowas zu lesen.
      11 6 Melden

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