Gerechtigkeit siegt
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Good News: Ein 20-Jähriger will unsere Ozeane vom Plastik befreien. Sein Prototyp sticht bald in See



Boyan Slat ist erst 16 Jahre alt, als er 2011 Tauchferien in Griechenland macht. Doch viel Freude hat er dabei nicht: Statt auf farbenfrohe Fische stösst der Niederländer auf jede Menge Plastikmüll. Das muss sich ändern, denkt der Teenager. Und er handelt.

Ein Jahr später präsentiert der junge Mann sein Konzept: Mit speziellen Barrieren soll der Müll automatisch aus den Ozeanen geholt werden. 2013 opfert er dem Projekt sein Studium und beginnt, auf Kickstarter Geld für seine Idee zu sammeln. Das ehrgeizige Ziel: 2,2 Millionen Dollar als Anschubfinanzierung. Und auch diese Hürde nimmt der Holländer problemlos und gründet die Organisation The Ocean Cleanup. Er lässt sich nicht von seinem Weg abbringen.

Bild

Das United Nations Environment Programme unterstützt Boyan Slat. bild: facebook

Bild

Der Niederländer wandert durch Plastikmüll an einem Strand in Marrokko. bild: facebook

Auch nicht von den diversen Kritikern, die seiner Idee keine Chance geben. Slat sammelt rund 100 Wissenschaftler um sich, die seine Idee umsetzen wollen. Sie erstellen eine 530 Seiten starke Machbarkeitsstudie – und können nun erste zählbare Erfolge vorweisen: Die Bürgermeister von Los Angeles und Tsushima in Japan kooperieren mit Slat. Zusammen wollen sie 2016 einen ersten, zwei Kilometer langen Prototyp zu Wasser lassen. Die finale Version soll 100 Kilometer lang sein.

abspielen

Darum geht's beim Ocean Cleanup. YouTube/TheOceanCleanup

Dieser besteht aus einer zwei Kilometer langen Barriere in V-Form. Sie wird zu einem der fünf grossen Müllwirbel geschleppt, die unsere Ozeane verunstalten. Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Strömung treibt das Plastik in die Spitze der Barriere, wo es automatisch herausgeholt wird. «Anstatt dem Müll nachzujagen, kannst du einfach darauf warten, dass das Plastik zu dir kommt, und brauchst nicht mal zusätzliche Energie», fasst der junge Erfinder zusammen. Fische könnten dagegen unter der Sperre wegtauchen.

Bild

Die fünf grossen Müllwirbel in den Meeren. bild: The ocean cleanup

Bild

Fische fressen Plastikmüll – und wenn sie auf unserem Tisch landen, nehmen auch wir den Unrat auf.  bild: shutterstock

abspielen

Ein simulierter Überflug über die Konstruktion. YouTube/TheOceanCleanup

Es geht dabei auch um Geld: Laut EcoWatch verursacht das Plastik jährlich Schäden in Höhe von 13 Milliarden Dollar – und pro Jahr kommen 8'000'000 Tonnen hinzu. Der zwei Kilometer lange Prototyp soll zwei Jahre getestet werden. Mit einer der eigentlich geplanten 100 Kilometer langen Barrieren könnten in zehn Jahren 70 Millionen Tonnen Plastik aus dem Meer gefischt werden, so die Berechnungen. Pro Kilogramm wird mit verhältnismässig geringen Kosten von 4.55 Franken gerechnet.

Bevor das grosse Aufräumen beginnt, soll der Unrat genau lokalisiert werden: Mit bis zu 50 Schiffen wollen die Umweltschützer in einer «Mega Expedition» im August das Gebiet zwischen Kalifornien und Hawaii mit Blick auf Abfall kartographieren. Ganz vom Plastik befreien kann uns The Ocean Project aber nicht: Unrat, der kleiner als zwei Zentimeter ist, kann nicht geborgen werden. Ausserdem schwimmt Einiges in zu grosser Tiefe – aber zumindest wäre mal ein wichtiger Anfang gemacht.

The Ocean Cleanup ist auch auf Facebook

abspielen

Boyan Slat stellt das Projekt 2014 beim TEDx Talk in New York vor. YouTube/TheOceanCleanup

(via Gizmodo)

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Lunge der Welt brennt – 5 Bilder zeigen, wie verheerend die Brände im Amazonas sind

Der Amazonas brennt. In Brasilien, Bolivien und Paraguay wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Diese Bilder zeigen, wie heftig die Brände sind – und was sie für die Welt bedeuten.

Die Dimensionen sind gewaltig: In Brasilien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. 2000 Kilometer nordwestlich von São Paulo brennen Hunderte Quadratkilometer des Amazonasgebiets – auch Paraguay und Bolivien sind betroffen.

Die Zahlen des Raumfahrtforschungszentrum Inpe sind erschreckend: 2019 wurden bereits über 70'000 Brände im Amazonas-Gebiet registriert. Die Zahl der Brände stieg im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent.

Nicht nur aus dem Weltall sind die Brände deutlich zu erkennen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel