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Pick-Up-Coach Julien Blanc im Fadenkreuz

Er sagt, er kriegt jede Frau ins Bett und bekommt dafür ordentlich aufs Dach

14.11.2014, 11:2314.11.2014, 13:39
Ausschnitt aus einem Youtube-Video von Julien Blanc:  
Ausschnitt aus einem Youtube-Video von Julien Blanc:  
Bild: screenshot/youtube

Wie kriegt man japanische Frauen ins Bett? Ganz einfach: man drückt ihren Kopf in den eigenen Schritt und ruft dazu «Pikachu» oder «Tamagotchi». Was wie ein geschmackloser Scherz tönt, ist für den Pick-Up-Coach Julien Blanc bewährte Strategie, um Frauen ins Bett zu bekommen. In Seminaren des Unternehmens Real Social Dynamics (RSD), sogenannten Boot-Camps, schildern Blanc und andere Aufreiss-Trainer solche und ähnliche Geschichten vor einem zahlendem Publikum. 

Unter dem Hashtag #ChokingGirlsAroundTheWorld verbreitet Blanc seine Erfahrungen mit der Frauenwelt auf Social-Media-Kanälen. Wie der Hashtag erahnen lässt, schreckt der Aufreiss-Trainer dabei auch nicht vor Gewaltanwendung gegen Frauen zurück.

Während die Firma RSD bekannt gegeben hat, nun auch in Deutschland Seminare dieser Art anzubieten, formiert sich im Internet Widerstand gegen die frauenverachtenden und chauvinistischen Auftritte der selbsternannten Aufreisskünstler. Unter dem selben Hashtag wie Blanc, #ChokingGirlsAroundTheWorld, sowie #takedownjulienblanc braust Blanc ein Shitstorm um die Ohren. Das «Time Magazine» fragte am Dienstag bereits: «Ist dies der meistgehasste Mann der Welt?».

Pick-Up-Szene
In den USA hat sich vor einigen Jahren eine Szene gebildet, die mit dem angeblichen Erfolg ihrer Anmachmethoden prahlt. Einige Exponenten der Pick-up-Szene haben es – etwa mit der Veröffentlichung von Büchern mit so vielsagenden Titeln wie «The Physical Game» –  zu weltweiter Popularität und viel Geld gebracht. In Seminaren und Kursen bieten die Pick-Up-Coaches ihr zweifelhaftes Wissen einem zahlendem Publikum an. Frauen erscheinen in dieser Weltsicht als reine Trophäe oder Spielzeug, die zur Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls dienen. Die Teilnehmer solcher Workshops, die oftmals mehrere Tausend Dollar hinblättern, sind meist schüchterne junge Männer, die sich von den Seminaren weibliche Bekanntschaften erhoffen. In der Schweiz existiert gemäss Recherchen des SRF ebenfalls eine Pick-Up-Szene. (wst)

Die Bemühungen der Kritiker zeitigten Erfolg: Australien hat dem Pick-Up-Coach vor einigen Tagen das Visum aberkannt, in Japan unterzeichneten mehr als 30'000 Personen eine Petition, die verhindern will, dass Blanc einreisen kann. Immigrationsbehörden in England und in Kanada überlegen sich gemäss Medienberichten ebenfalls, Blanc die Einreise zu verweigern.

(wst)

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