Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUM KORRUPTIONSVORWURF UND DER DURCH BUNDESRAT SCHNEIDER-AMMANN ANGEORDNETEN UNTERSUCHUNG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Externe Experten sollen im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) eine Administrativuntersuchung vornehmen. Grund sind mutmassliche unlautere Vorgänge bei der Vergabe von Aufträgen an Informatikfirmen. ---Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Samstag, 11. Januar 2014, in Schwanden GL. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

heikle steuergeschäfte

Schneider-Amman hat seine Offshore-Mandate gegenüber dem Parlament verschwiegen



Der in der Kritik stehende Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat seine Offshore-Aktivitäten dem Parlament gegenüber nicht wie vorgeschrieben deklariert. Das berichten die «SonntagsZeitung» und die «Schweiz am Sonntag» (online nicht verfügbar). Das Mandat bei der Luxemburger Firma Manilux sei bis 2003 korrekt angegeben worden, danach sei es aus dem Parlamentsregister der Interessenbindungen gelöscht worden. Auch die andere Steueroptimierungsfirma in Jersey ist nicht deklariert worden.

Damit hat der FDP-Politiker gegen das Parlamentsgesetz verstossen. Dieses schreibt vor, dass alle Parlamentarier jede einzelne Interessenbindung offenlegen müssen. Weshalb diese Mandate nicht oder nicht dauerhaft angegeben waren, wolle er prüfen, so Schneider-Ammann.

Offenbar gab es in der Firma von Johann Schneider-Ammann 2009 Widerstand gegen den Plan, die Gelder aus Jersey in die Schweiz zurückzuholen. Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, soll Urs Habermacher, damaliger Finanzchef der Langenthaler Ammann-Gruppe, die Kündigung eingereicht haben, als Ammann beschloss, seine Jersey-Gelder in ein einheimisches Steuerkonstrukt zu holen. Habermann soll nicht damit einverstanden gewesen sein, dass man sich aus Reputationsgründen aus Jersey verabschiedet habe, nur um in der Schweiz ein ähnliches Konstrukt zu schaffen.

FDP wittert Kampagne gegen Ammann

Schneider-Amman verteidigt indes in einem Interview mit dem «Sonntagsblick» das Unternehmen in Jersey. Es sei alles transparent und innerhalb des gesetzlichen Rahmens geschehen. Der Bundesrat spekuliert, er sei Ziel das Ziel der Angriffe, weil er für ein liberales Feld eingestanden sei. «Man will meinen Ruf zerstören», so Ammann.

Auch die FDP-Fraktionschefin Gabi Huber wittert eine Kampagne. Sie habe keine Sekunde an der Korrektheit der Steueroptimierung gezweifelt, sagt die Urnerin zur «Zentralschweiz am Sonntag». Sie greift Medien und die SP an: «Was wir hier erlebt haben, ist Willkür gegen einen Bundesrat, der als Unternehmer korrekt und gesetzeskonform gehandelt hat.» (rey)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Politikexperte zum US-Wahlkrimi: «Die Naivität der Demokraten überrascht»

Die Wahlen in den USA entwickeln sich gerade zum Krimi. Dieses Szenario habe sich abgezeichnet, sagt Politikwissenschaftler Christoph Frei. Im Interview schätzt er die aktuelle Lage der US-Wahlen ein und zeichnet ein düsteres Bild der einstigen Vorzeigedemokratie.

Herr Frei, wie erleben Sie das Wahl-Drama?Christoph Frei: Die Nacht war kurz, aber das kommt vor. Schwieriger ist es, mit dem Zwischenstand der Wahlen gut zu leben. Zu vieles deutet auf eine unappetitliche Fortsetzung hin.

Trump will nun die Auszählung gerichtlich stoppen lassen. Ist das realistisch?Es hängt davon ab, mit welchen lokalen Gerichtsbarkeiten Trumps Leute arbeiten. Davon gibt es buchstäblich Tausende: Zum Beispiel wie lassen sich die brieflich abgegebenen Stimmen angreifen oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel