Gesellschaft & Politik
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Historischer Verkaufs-Tiefststand

Ausländer verlieren Interesse an Schweizer Ferienwohnungen



Bau von Zweitwohnungen in Arosa am Dienstag, 14. Mai 2013. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Bild: KEYSTONE

Die Zahl der Ferienwohnungen, die Ausländer in der Schweiz kaufen, hat 2013 einen historischen Tiefststand erreicht: Letztes Jahr erwarben Personen, die im Ausland wohnen, noch 1016 Zweitwohnungen in der Schweiz. Das geht aus einer Erhebung des Bundesamts für Justiz über die entsprechenden Lex-Koller-Bewilligungen hervor, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. 

2012 betrug die Zahl noch 1121, vor fünf Jahren noch 1500 – das ist das Maximum an Spezialbewilligungen, das in der Schweiz pro Jahr ausgestellt worden darf. Der Rückgang in den letzten fünf Jahren beträgt somit ein Drittel. Fachleute sehen den Grund dafür in der Finanzkrise im Herbst 2008 sowie in der Zweitwohnungs-Initiative. Die Schweizer Stimmberechtigten hatte diese im Frühling 2012 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 50,6 Prozent angenommen. 

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung in den eigentlichen Tourismusgebieten. 2009 wurden in den Kantonen Tessin, Graubünden und Wallis rund 1000 Ferienwohnungen an Ausländer verkauft. Im letzten Jahr waren es noch rund 750. Das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent. Im Kanton Bern sanken die Verkäufen im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent, im Kanton Waadt sogar um rund 50 Prozent.

«Unmittelbar nach Annahme der Initiative war der Ferienwohnungsmarkt praktisch tot.»

Michael Teuscher, Obersimmental-Saanen

«Der Grund für den Rückgang ist eindeutig die völlig unsichere Rechtslage seit der Annahme der Zweitwohnungs-Initiative», sagt Leander Williner, Chef der Dienststelle der Grundbuchämter im Kanton Wallis, der «NZZ am Sonntag». Ähnlich tönt es im Berner Oberland: «Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Rechtsunsicherheit, die seit der Annahme der Initiative besteht», sagt Michael Teuscher, Chef des Regierungsstatthalteramts Obersimmental-Saanen. 

Zum Amt gehören unter anderem die Ortschaften Gstaad und Lenk. Wegen der Initiative sei auch das Angebot zurückgegangen, namentlich dasjenige an grossen Ferienwohnungen. «Unmittelbar nach Annahme der Initiative war der Ferienwohnungsmarkt praktisch tot», sagt Teuscher. (rey)

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