Gesellschaft & Politik
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Children sing slogans against South Sudan's President Salva Kiir in an IDP (internally displaced persons) camp in the United Nations Mission In South Sudan (UNMISS) base in Juba May 6, 2014. EUTERS/Andreea Campeanu  (SOUTH SUDAN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Kinder in einem Flüchtlingscamp singen Lieder gegen den Präsidenten Salva Kiir.  Bild: Reuters

Amnesty-Bericht zeigt unvorstellbare Gewalt

Im Südsudan werden Kinder und Schwangere vergewaltigt, Alte im Spitalbett erschossen



Was die Menschen im Südsudan seit Monaten erleiden, übersteigt jede Vorstellungskraft. Morde und Massenvergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Amnesty International (AI) sprach mit Überlebenden – und veröffentlicht einen schockierenden Bericht. 

Trotz aller internationalen Friedensbemühungen begehen die Konfliktparteien im Südsudan weiterhin schreckliche Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Bei den ethnisch motivierten Attacken handle es sich um unfassbar brutale Verbrechen gegen die Menschlichkeit, warnte die Menschenrechtsorganisation in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

«Kinder und schwangere Frauen wurden vergewaltigt und alte, hilflose Menschen in ihren Spitalbetten erschossen», heisst es im Dokument. Amnesty-Mitarbeiter hatten zuvor mit zahlreichen direkt von der Gewalt betroffenen Zivilisten über deren Erlebnisse gesprochen. 

Sie hatten unter anderem die seit Monaten umkämpften Städte Bor, Bentiu und Malakal besucht. Regierungstruppen und Milizen der Opposition wollen sich dort die Kontrolle über die Ölfelder sichern. 

«Zivilisten wurden systematisch angegriffen, in Städten und Dörfern, in ihren Häusern, in Kirchen, Moscheen, Spitälern und auf UNO-Gelände, wo sie Zuflucht gesucht hatten», so der AI-Bericht. «Unsere Experten haben an manchen dieser Orte Skelette und verwesende Leichen gefunden, die von Hunden gefressen wurden.» Zudem seien Massengräber mit Hunderten Toten entdeckt worden. 

Ringen um die Macht

In dem ostafrikanischen Land tobt seit Mitte Dezember ein blutiger Konflikt. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Die Politiker gehören verschiedenen Volksgruppen an. Obwohl beide zugestimmt haben, in den kommenden Tagen zu direkten Friedensgesprächen in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba zu reisen, geht die Gewalt unvermindert weiter. 

Die Amnesty-Vizedirektorin für Afrika, Michelle Kagari, sprach von «unvorstellbarem Leid» der Menschen in dem erst 2011 nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg unabhängig gewordenen Land. Beide Seiten hätten die grundlegendsten Prinzipien internationalen Menschenrechts völlig missachtet

Sexuelle Gewalt gegen Frauen

Eine Frau erzählte den Amnesty-Mitarbeitern, sie sei mit 17 weiteren Frauen von Regierungssoldaten vergewaltigt worden. «Ich war im dritten Monat schwanger, aber weil so viele Männer in mich eindrangen, habe ich das Kind verloren.» Sie fügte hinzu, sie sei von neun Männern missbraucht worden. «Sieben Frauen, die sich weigerten, vergewaltigt zu werden, führten die Soldaten grosse Holzstäbe in die Vagina ein. Sie sind alle gestorben.» 

Amnesty International forderte, dass sich die Blauhelmsoldaten der UNO-Mission UNMISS mehr auf den Schutz von Zivilisten und Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Massaker konzentrieren sollten. Zudem müsse der Zugang zu humanitärer Hilfe für die Notleidenden gesichert werden. Im Südsudan wurden bisher mehr als eine Million Menschen vertrieben. Viele haben durch die Gewalt alles verloren. (sda/dpa) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 08.05.2014 10:03
    Highlight Highlight Ist Afrika der von den Europäern fallengelassene Kontinent (nach Kolonialismus), der jetzt von allen Wohlstandsstaaten ausgebeutet wird? Nehmen wir die abscheulichen Menschenrechtverletzungen dort in Kauf für billige Rohstoffe und überlassen die korupten Regierungen dem Zerfall? Was tut die Schweiz? Geht das unter vor lauter Ukraine-Krise, die brandgefährlich ist/war? Tja, da bleiben viele Fragen und wenige Antworten. Das brutale Sterben geht unvermindert weiter.
  • Zeit_Genosse 08.05.2014 06:34
    Highlight Highlight Was lässt diese Männer zu solchen Bestien werden? Und wer stoppt sie?
    • Caturix⸮ 08.05.2014 08:07
      Highlight Highlight Keiner stoppt sie. Den meisten geht das in unseren Breitengraden am Ar*** vorbei ist ja nicht hier.
    • Tux 08.05.2014 11:01
      Highlight Highlight Genau - weil auch aus dieser Region Coltan abgebaut wird,
      Coltan brauchen wri für unsere Handies, Computer etc.. die Einzigen die dieses grauenvolle Leiden stoppen können, sind wir, in dem wir unser Konsumverhalten ändern....
      ....aber wer will das schon ???

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