Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this Friday, May 9, 2014 image made from video, South Sudan's President Salva Kiir, left, and rebel leader Riek Machar, right, shake hands and pray before signing an agreement of the cease-fire of the conflict in South Sudan in Addis Ababa, Ethiopia. The South Sudan's president has reached a cease-fire agreement with the rebel leader, an African regional bloc said Friday, after a vicious cycle of revenge killings drew international alarm. (AP Photo/AP Video)

«Die Menschen im Südsudan brauchen keinen Krieg mehr»: Präsident Salva Kiir (links) und Rebellenführer Riek Machar überreichen die unterschriebenen Abkommen. (9. Mai 2014) Bild: AP/AP video

Ende der Kampfhandlungen

Überraschende Einigung im Südsudan-Konflikt

Überraschende Wende im Südsudan-Konflikt: Fünf Monate nach dem Beginn der blutigen Gewalt im ostafrikanischen Land haben Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar am späten Freitagabend ein Friedensabkommen unterzeichnet.

epa04199048 (FILE) A file photo dated 25 April 2014 shows South Sudanese President Salva Kiir speaking during a press conference in Juba, South Sudan. Media reports on late 09 May 2014 state that the president of South Sudan, Salva Kiir, and rebel leader Riek Machar have signed a peace agreement after holding direct talks brokered by United Nations in Addis Ababa, Ethiopia, earlier the same day.  EPA/PHILLIP DHIL *** Local Caption *** 51277705 *** Local Caption *** 51277705

Präsident Salva Kiir. Bild: EPA/EPA FILE

Die beiden Rivalen waren erstmals seit dem Beginn der auch ethnisch motivierten Kämpfe zu direkten Gesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zusammengekommen. «Wir sind jetzt zur Vernunft gekommen», sagte Kiir bei der Zeremonie im Präsidentenpalast. Der Konflikt werde sich nur per Dialog lösen lassen.

Die Vereinbarung sieht unter anderem ein Ende der Feindseligkeiten innerhalb von 24 Stunden und die Bildung einer Übergangsregierung vor. Zudem soll der Zugang zu humanitärer Hilfe für rund eine Million Vertriebene sowie die Zusammenarbeit mit der UNO gewährleistet werden.

Händeschütteln und Beten

Die Konfliktparteien hätten sich zudem auf Neuwahlen geeinigt. Ein Termin für die Abstimmung sei aber nicht festgelegt worden. Einzelheiten sollen von Delegationen beider Seiten in den nächsten Tagen ausgearbeitet werden. Nach 30 Tagen wollen sich Kiir und Machar erneut treffen.

Illegal immigrants who were abandoned by traffickers in a remote desert area wait at a military base in Dongola town, after being located by Sudanese and Libyan forces, May 3, 2014. The desert area between Sudan and Libya is a major route for illegal immigrants trying to escape Sudan's war-torn regions, with many of them transiting in Libya before trying to flee to Europe across the Mediterranean Sea. REUTERS/Stringer (SUDAN - Tags: CRIME LAW CIVIL UNREST CONFLICT)

Bild: X01806

«Jetzt, nachdem wir dieses Dokument unterzeichnet haben, möchte ich allen versichern, dass die Partei und die Armee, die ich führe, die Vereinbarung auch in die Tat umsetzen werden», erklärte Kiir. Er sei «in der Position, mit jedem Frieden zu schliessen». «Die Menschen im Südsudan brauchen keinen Krieg mehr.»

Auch Machar sprach von einem «sinnlosen Krieg». Er sei glücklich, dass «wir an diesem Abend das Abkommen unterzeichnet haben». Das Land war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit dem Sudan unabhängig geworden. Der Chefunterhändler des ostafrikanischen Staatenblocks IGAD, Seyoum Mesfin, begrüsste das Abkommen.

«Keinen weiteren Krieg erlauben»

Geführt wurden die Verhandlungen vom äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn, der derzeit der ostafrikanischen Staatengemeinschaft IGAD vorsteht, die seit Monaten in dem Konflikt vermittelt. «Wir werden den Südsudan beobachten. Wir werden nicht erlauben, dass das Land nochmal einen Krieg erlebt», sagte Desalegn.

Beobachter glauben aber, dass die Wiederherstellung von Frieden und Ordnung im Land sehr schwierig sein wird. Trotz einer im Januar ausgehandelten Waffenruhe ging die Gewalt zwischen Regierungstruppen und Rebellen vor allem in den ölreichen Bundesstaaten Oberer Nil, Unity und Jonglei unvermindert weiter. Nach UNO-Schätzungen benötigen mittlerweile fünf Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Tausende kamen ums Leben, darunter auch viele Zivilisten.

Auslöser des Konflikts war ein Machtkampf zwischen Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar, der Mitte Dezember eskaliert war. Kiir warf Machar und verschiedenen anderen Spitzenpolitikern einen Putschversuch vor. Machar hielt sich seither im dichten Buschland des Südsudans versteckt.

Die Rivalen gehören unterschiedlichen Volksgruppen an. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuletzt in einem neuen Bericht von entsetzlichen Gräueltaten auch an Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen berichtet. (sda/dpa/afp/reu)



Das könnte dich auch interessieren:

Ueli, der Trump-Knecht: Die Schweiz als Spielball in Amerikas Iran-Politik

Link zum Artikel

Die wohl berühmteste Katze der Welt ist nicht mehr: Grumpy Cat ist tot

Link zum Artikel

Marco Streller: «Die ganz schlimmen Sachen sind 2018 passiert, nicht 2019»

Link zum Artikel

LUCA HÄNNI IST ESC-GOTT! So kam es dazu

Link zum Artikel

Der grosse Drogenreport: So dröhnt sich die Welt zu

Link zum Artikel

WhatsApp-Chat aufgetaucht! So kam es WIRKLICH zum Treffen zwischen Trump und Ueli Maurer

Link zum Artikel

Ein Computer-Programm lockte diesen Schweizer auf Kiribati – heute baut er dort Gemüse an

Link zum Artikel

Donald Trump empfängt Viktor Orban im Oval Office – nicht ohne Grund

Link zum Artikel

Ich habe meine Leistenprobleme an der Esoterikmesse heilen wollen – das kam dabei heraus

Link zum Artikel

8 Dinge, die an der zweitletzten Folge «Game of Thrones» genervt haben

Link zum Artikel

WhatsApp wurde gehackt – darum sollten Nutzer jetzt das Notfall-Update installieren

Link zum Artikel

Showdown bei Staf und Waffenrecht

Link zum Artikel

Soll man das Handy über Nacht aufladen? Hier sind die wichtigsten Akku-Fakten

Link zum Artikel

Darum ist die Polizei nicht gegen die GC-Chaoten vorgegangen

Link zum Artikel

Warum ich vegan lebe – und trotzdem von Veganern genervt bin

Link zum Artikel

«Ich liebe meinen Freund, betrüge ihn aber ständig»

Link zum Artikel

15 Rezepte, die du als Erwachsener beherrschen solltest

Link zum Artikel

Das Huber-Ersatzquiz für jedermann. Erkennst du diese Städte von oben?

Link zum Artikel

Wir haben das erste 5G-Handy der Schweiz ausprobiert – und so schnell ist 5G wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 11.05.2014 16:16
    Highlight Highlight Für Al-Bashir ergibt sich nun auch die Gelegenheit unter dem Vorwand der Sicherung der Ölquellen mit Riek Machar gemeinsame Sache zu machen und so die Ölproduktion zu sichern. Das wäre auch im Sinne der Chinesen, die die Anlagen vorfinanziert haben. Durch den Abzug einer grossen Anzahl von Technikern aus den Ölfeldern ist die Produktion schon erheblich zurückgegangen. Für beide Seiten des Sudans sind die Einnahmen aus dem Öl überlebenswichtig.

Warum afrikanische Mütter ihre Töchter «Brustbügeln»

Sie meinen es gut. Die Mütter, Tanten, älteren Schwestern oder Grossmütter, die jungen Mädchen mit heissen Steinen oder Holzspateln die wachsenden Brüste «bügeln», wollen nur das Beste. Doch die Schäden, die sie damit anrichten, bleiben ein Leben lang. 

«Breast Ironing» («Brustbügeln») – so nennen Medien in Grossbritannien die schmerzhafte Prozedur – soll die heranwachsenden Frauen vor Schlimmerem bewahren. Das «Bügeln» hindert die Brüste am Wachsen und «schützt» die Mädchen …

Artikel lesen
Link zum Artikel