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Der kritisierte Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Der kritisierte Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Bild: AP NY
erste details aus dem prüfbericht

Der Protz-Bischof hat seinen Sitz mit Millionen gebaut, die für arme Familien bestimmt waren

Der Prüfbericht zum Bau des Bischofssitzes im Bistum Limburg wird mit Spannung erwartet. Bereits jetzt zitieren Medien daraus. Der kritisierte Bischof kommt gar nicht gut weg.
17.02.2014, 04:2717.02.2014, 08:46

Der beurlaubte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll Stiftungsgelder in Millionenhöhe zweckentfremdet haben. Das geht nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag aus dem Abschlussbericht der kirchlichen Untersuchungskommission zur Kostenexplosion bei dem Bauvorhaben hervor.

Demnach hätten Tebartz-van Elst und sein Generalvikar Franz Kaspar Rechnungen für den Bau mit Stiftungsgeld des St. Georgswerkes bezahlt, das für arme, kinderreiche Familien bestimmt sei.

Hintergrund sei gewesen, dass ausserhalb eines Kreises von Eingeweihten niemand habe erfahren sollen, dass das Vorhaben viel teurer wurde als geplant. Mitarbeiter seien unter Druck gesetzt worden, damit sie nichts verraten.

Die Erträge des 1949 gegründeten St. Georgswerkes sollten dem Bericht zufolge eigentlich für bedürftige Familien mit vielen Kindern verwendet werden. Jeder katholische Arbeitnehmer des Bistums war damals aufgerufen, den Lohn einer Arbeitsstunde für das Georgswerk zu spenden. 

Die Stiftung ist heute nicht mehr aktiv. Vor einer Woche hatte bereits das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, dass Geld aus mindestens einer Stiftung geflossen sei. 

Bild: AP NY

Vertuschung und Verschleierung

Insgesamt offenbare der Bericht, dass die Führungsriege im Bistum Limburg ein System der Vertuschung und Verschleierung aufgebaut habe, um möglichst ungestört von Kontrolle und Kritik aufwendig auf dem Domberg bauen zu können, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Die Unterlagen über die Finanzierung seien in eine Geheimregistratur ausgelagert worden; immer wieder habe Geld zur Zwischenfinanzierung beschafft werden müssen. 

Treibende Kraft sei in der Regel Generalvikar Kaspar gewesen, alle entscheidenden Dokumente trügen aber auch die Unterschrift des Bischofs. Insidern zufolge soll der Bau deutlich mehr als die inzwischen angegebenen 31 Millionen Euro kosten, die Rede ist von bis zu 40 Millionen Euro. 

Anders als zuvor vom «Spiegel» berichtet, wird der Abschlussbericht nach Informationen der «SZ» aller Voraussicht nach keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Vergehen des Bischofs enthalten. Er soll - wie der «Spiegel» in seiner neuen Ausgabe schreibt - voraussichtlich am Mittwoch an Papst Franziskus und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gehen. 

Rascher Entscheid

Seit Oktober untersuchte eine von der Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission die Kostenentwicklung an dem teuren neuen Bischofssitz in Limburg. Sie besteht aus drei Geistlichen und zwei Wirtschaftsprüfern. Auch eine Entscheidung über die Zukunft des umstrittenen Bischofs wird in der Folge erwartet. Papst Franziskus verordnete Tebartz-van Elst eine Auszeit, bis die Vorwürfe der Verschwendung gegen ihn geklärt sind. 

Der Papst werde die Angelegenheit nach Informationen aus dem Staatssekretariat des Vatikans nicht lange liegen lassen, sondern möglichst rasch über die weitere Zukunft des Bischofs entscheiden, schreibt der «Spiegel». Tebartz-van Elst habe mit seinem Anwalt umfangreiche Stellungnahmen zu den Vorwürfen ausgearbeitet. (rey/sda)

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