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President of the Swiss Social Democrats Party (SPS) Christian Levrat (R) delivers a speech during a May Day demonstration in Zurich May 1, 2014.      REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND  - Tags: POLITICS BUSINESS EMPLOYMENT CIVIL UNREST)

Werbung für die Mindestlohninitiative am diesjährigen 1.-Mai-Umzug. Bild: Reuters

1.-Mai-Umzug in Zürich

Christian Levrat verkündet vor 14'000 Demonstranten Kampf gegen «rückschrittliche und reaktionäre» Kräfte



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Bild: watson

«Diese rückschrittliche Schweiz muss bekämpft werden.»

SP-Präsident Christian Levrat

Die Gewerkschaften nutzen den diesjährigen 1. Mai, um Werbung zu machen für die Mindestlohninitiative. Während sich die beiden SP-Bundesräte unters Volk mischen, weilt der höchste Schweizer Gewerkschafter in Deutschland. In Zürich hat die Bürgermeisterin von Lampedusa ihren Auftritt abgesagt. Dafür ruft SP-Präsident Christian Levrat bei der Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz zum Kampf gegen reaktionäre Kräfte auf. Der Tag der Arbeit steht heuer unter dem Motto «Gute Arbeit. Mindestlohn».

Levrat: «In der Schweiz gibt es eine Renaissance von Machotum und Autoritarismus»

Am Donnerstagmorgen um 10:15 Uhr setzte sich die Kundgebung in Zürich in Bewegung. An vorderster Front marschiert SP-Präsident Christian Levrat mit. Laut den Veranstaltern sind 14'000 auf der Strasse. Die Schlusskundgebung findet dieses Jahr nicht auf dem Bürkliplatz, sondern auf dem neu gestalteten Sechseläutenplatz statt. Dort wird Levrat auf Einladung des Gewerkschaftsbunds das Wort ergreifen. 

Hauptredner Levrat sieht in der Schweiz wesentliche Errungenschaften durch «rückschrittliche und reaktionäre» Kräfte bedroht. Er beobachtet eine «Renaissance von Machotum und Autoritarismus». Diese führe zu einer Absage an die humanitäre Tradition der Schweiz, zu einer Rückkehr des Saisonnierstatuts und sie bringe die Schweiz in Europa in eine «selbstmörderische politische Isolation». Das dürfe nicht sein. Deshalb müsse diese «rückschrittliche Schweiz» bekämpft werden.

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Levrat spricht auf dem Sechseläutenplatz. Bild: watson

Der 1. Mai als Tag der Arbeit und die Gewerkschaften haben aber auch eine entschiedene Gegnerin mit Gefolgschaft: Die Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher machte in einem E-Mail-Austausch mit der «SonntagsZeitung» vom 27. April klar, dass im Kapitalismus der Tag «sicher kein Tag des Dankeschöns an die Bosse» sei. 

Nur wenige Tage nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis, wo sie wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe und Sachbeschädigung sass, rief sie zu «einer antikapitalistischen Demonstration am Nachmittag in Zürich auf». 

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Rund 14'000 Menschen nahmen gemäss Veranstaltern am friedlichen 1.-Mai-Umzug teil.  Bild: watson

Italienische Bürgermeisterin sagt Besuch ab

Lange hatte man in Zürich damit gerechnet, dass die engagierte Bürgermeisterin der italienischen Insel Lampedusa, Giuseppina Nicolini, auftreten wird. Die Politikerin setzt sich mit Verve für einen menschenwürdigen und offenen Umgang mit Flüchtlingen ein. 

Doch die Politikerin schickte dem Zürcher 1.-Mai-Komitee vor drei Tagen eine Absage und begründete diese mit der angespannten Situation in ihrer Heimatgemeinde. An ihrer Stelle spricht nun der Künstler und Aktivist Giacomo Sferlazzo. 

Er vertritt das Askavusa Kollektiv, das 2009 in Lampedusa nach heftigen Protesten gegen den Bau eines neuen Auffanglagers für Migrantinnen und Migranten gegründet worden war. 

SP-Bundesräte mischen sich unters Volk

Schweizweit finden um die fünfzig Anlässe statt. Auf der Rednerliste finden sich Gewerkschafterinnen und Politiker, und für den kulturellen Rahmen sorgen Musiker und Künstlerinnen jeder erdenklichen Sparte und jeden Alters. 

Auf dem Rathausplatz in Thun wird Bundesrat Alain Berset zur Menge sprechen. Seine Amts- und Parteikollegin Simonetta Sommaruga hingegen verbringt den Tag der Arbeit wie schon letztes Jahr nicht auf Redepulten und hinter Mikrofonen, sondern unter Arbeiterinnen und Arbeitern. 

Bundesraetin Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenoessischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD, spricht mit einem Angestellten, anlaesslich des Tag der Arbeit, in der Firma Fraisa SA, am Donnerstag, 1. Mai 2014, in Bellach. Die Fraisa SA stellt Zerspanungswerkzeuge zur Metallbearbeitung her und beschaeftigt 215 Mitarbeiter. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Sommaruga in der solothurnischen Werkzeugfabrik Fraisa. Bild: KEYSTONE

Am Donnerstagmorgen besuchte sie die Werkzeugfabrik Fraisa im solothurnischen Bellach. Das Unternehmen stellt Zerspanungswerkzeuge zur Metallbearbeitung her, etwa Fräsen, Bohrer oder Wendeschneidplatten. Nach einem Rundgang setzte sich die Bundesrätin mit rund einem Dutzend Mitarbeitenden zu einem Gespräch an einen Tisch.

Der oberste Schweizer Gewerkschafter, SP-Ständerat Paul Rechsteiner, wird der Schweiz hingegen am 1. Mai untreu: Er reist nach Deutschland und wird in Nürnberg auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbunds Mittelfranken eine Rede halten. (rar/sda) 

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