Gesellschaft & Politik
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62 Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung



Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu: Die 62 reichsten Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung, wie die Hilfsorganisation Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos berichtete.

ZUM JAHRESTREFFEN DES WORLD ECONOMIC FORUM (WEF) IN DAVOS, VOM MITTWOCH, 20. JANUAR BIS SAMSTAG, 23. JANUAR 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Participants gather during lunch time the last day of the 45th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Saturday, January 24, 2015. The overarching theme of the Meeting, which takes place from 21 to 24 January, is

Pünktlich zum WEF-Anfang: Hilfsorganisation Oxfam veröffentlicht Bericht über soziale Ungleichheit.
Bild: KEYSTONE

Gleichzeitig wuchs das Vermögen der 62 Reichsten binnen fünf Jahren um mehr als eine halbe Billion US-Dollar, während das Gesamtvermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um rund eine Billion Dollar zusammenschmolz. Die Geschwindigkeit, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, ist nach Angaben der Hilfsorganisation dabei noch grösser als erwartet.

Vor einem Jahr prognostizierte Oxfam, im Jahr 2016 werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung - das sind rund 70 Millionen Menschen - mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent (sieben Milliarden Menschen) zusammen. Tatsächlich wurde diese Schwelle bereits 2015 erreicht, ein Jahr früher als erwartet.

epa04312179 A handout photograph dated 06 June 2014 and made available by the Charity Oxfam on 12 July 2014 showing British actress Keira Knightley meeting Martha NyaKuma Ley, 30 years old, in the Bor camp, Jonglei State, Southern Sudan. Oxfam report that Martha has three children, but lost one in the POC (Protection of Civilians) camp from measles. Her child is buried in a make-shift grave yard outside the camp. She has two other children, the child sitting on her lap Nybula, has been diagnosed as severely malnourished. She has terrible diarrhea but they don't know what exactly its from. They urgently need proper food, clean water and sanitation as diseases are spreading. Keira Knightley traveled with Oxfam to meet families who have been affected by recent conflict. A conflict which has led to over 1.2 people being forced to leave their homes.  EPA/ABBIE TRAYLER-SMITH / OXFAM / HANDOUT MANDATORY CREDIT: ABBIE TRAYLER-SMITH AND OXFAM HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Filmstar Keira Knightley als Oxfam-Botschafteirn im Südsudan. 
Bild: EPA/OXFAM

Dem am Montag in Berlin veröffentlichten Oxfam-Bericht zufolge droht soziale Ungleichheit die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte zu machen.

Steueroasen als Hauptproblem

Ein Grund für die Entwicklung sei die unzureichende Besteuerung von grossen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen, erklärte Oxfam. Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen haben sich zwischen 2000 und 2014 demnach vervierfacht.

«Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften»

Oxfam -Experte Tobias Hauschild

Neun von zehn der weltweit führenden Grossunternehmen haben Oxfam zufolge Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Entwicklungsländern gingen auf diese Weise jedes Jahr mindestens 100 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen verloren.

Die Entwicklungsorganisation fordert daher, das Geschäftsmodell der Steueroasen zu beenden und grosse Vermögen stärker zu besteuern. Konzerne dürften sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen.

Über 40 Staatschefs

«Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften», erklärte Oxfam-Experte Tobias Hauschild. Statt Konsum steuerlich stärker zu belasten, müssten zudem grosse Vermögen, Kapitalgewinne und hohe Einkommen deutlich stärker besteuert werden.

Zum Weltwirtschaftsforum werden ab Mittwoch rund 2500 Politiker und Geschäftsleute in Davos erwartet, darunter auch mehr als 40 Staatschefs. (kad/sda/afp)

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