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(FILES) A file picture taken on March 26, 2007 shows Erwin Sperisen, then-police chief of the Policia Nacional Civil (PNC), announcing his resignation during a press conference in Ciudad de Guatemala. The 42-year-old Sperisen, who holds both Swiss and Guatemalan nationalities, is wanted by Guatemala over the 2005 killing of seven detainees and three other prisoners who had fled the prison. Sperisen went on trial Thursday in Switzerland on charges of having planned and taken part in the murder of 10 prisoners in the Central American country. AFP PHOTO / STRINGER

Erwin Sperisen. Archivild: AFP

Sperisen-Prozess

Genfer Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Ex-Polizeichef 

Der ehemaligen Polizeichef von Guatemala, Erwin Sperisen, habe sich als Gott aufgespielt und als unnötig beurteilte Menschen eliminiert, sagte Staatsanwalt Yves Bertossa vor dem Genfer Strafgericht und fordert dafür eine lebenslange Freiheitsstrafe.



Dem schweizerisch-guatemaltekische Doppelbürger, Erwin Sperisen, wird vorgeworfen, Morde an zehn Häftlingen befohlen, geplant und in einem Fall sogar selbst begangen zu haben. Zum einen geht es um drei Häftlinge, die im Oktober 2005 aus dem Gefängnis «El Infiernito» ausgebrochen waren und später erschossen wurden. Zum anderen soll Sperisen im September 2006 bei der Erstürmung des Gefängnisses Pavon die Exekution von sieben Gefangenen angeordnet haben.

Staatsanwalt Bertossa sprach am Freitag in seinem dreistündigen Plädoyer von einer «sozialen Säuberung», die eine «Todesschwadron» auf Befehl von Sperisen ausgeführt habe. Die zehn Opfer seien «wie Tiere abgeschlachtet» worden.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft handelt es sich um Staatsverbrechen, die von den höchsten Sicherheitsbehörden des Landes organisiert worden seien. Der Staat «ermorde» dadurch auch seine eigenen Gesetze, sagte Bertossa.

Vorwürfe bestritten

Nicht nur diejenigen, die den Befehl ausgeführt hätten, müssten in solchen Fällen bestraft werden, sondern auch die Chefs, die den Befehl gegeben hätten. Bertossa forderte die Richter auf, sich auf ihr Gewissen und ihren gesunden Menschenverstand zu verlassen und Sperisen zu verurteilen. Videos, Fotos und Zeugenaussagen belegten die Schuld Sperisens.

Der Angeklagte hatte bei der Befragung in den ersten Prozesstagen sämtliche Vorwürfe bestritten. Er war am 31. August 2012 in Genf verhaftet worden. Javier Figueroa, der einst als rechte Hand von Sperisen gegolten hatte, war im Sommer 2013 von einem österreichischen Gericht freigesprochen worden. (whr/sda)

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