Gesellschaft & Politik
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Dargebotene Hand hat alle hände voll zu tun

Von Beziehungsknatsch bis Jux-Anrufe: Deswegen klingelt in der Schweiz das Sorgentelefon

Alle 30 Sekunden klingelte im letzten Jahr das Telefon der Dargebotenen Hand. Am meisten verzweifeln die Schweizer an Beziehungsthemen. Diese und weitere Fakten zur Schweizer Sorgen-Lage.



1. Sorgenquelle Nummer eins: Beziehungen

Am meisten beschäftigen die Schweizer Beziehungsthemen, psychische Leiden und Fragen zur Alltagsbewältigung. Viele Anrufer möchten zudem über Geldsorgen, Krankheiten oder Einsamkeit sprechen.

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Bild: Shutterstock/ArtFamily

2. Sex und Gewalt sind Online-Themen

Pikantere Themen werden lieber online behandelt. Per Mail oder im Chat wird die Dargebotene Hand vermehrt um Rat in Sexual- oder Gewaltthemen gebeten. Zudem drehte sich hier fast jeder zehnte Kontakt um das Thema Suizid, am Telefon ist es nur jeder hunderste.

3. Anrufe nehmen jedes Jahr zu

Im Jahr 2013 fanden 4 Prozent, genauer gesagt 5000 Beratungen mehr als im letzten Jahr statt. Ganze 220'000 Telefonate wurden angenommen, in 156'654 Fällen entstand ein Beratungsgespräch. Trotz 620 freiwilligen Mitarbeitern müssen immer wieder Ratsuchende auf später vertröstet werden.

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Geschäftsführer der Dargebotenen Hand Franco Baumgartner geht ans Telefon. Gif: YouTube/rar

4. Ein Dutzend Suizid-Hotspots in der Schweiz

An rund einem Dutzend Standorten in der Schweiz wird an das Sorgentelefon erinnert. Die Infotafeln stehen auf Brücken, Türmen und Bahnübergängen. Allein im Raum Zürich gibt es drei.

Ein Schild, welches auf die Telefonnummer der dargebotenen Hand aufmerksam macht, soll Lebensmuede vom Sprung von der Bruecke abhalten, bei der Kornhausbruecke in Bern, am Donnerstag, 10. Dezember 2009. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: Keystone/Alessandro Della Valle

5. Frauen suchen mehr Hilfe

Nur ein Drittel der Gespräche werden mit Männern geführt. 2013 suchten 110'000 Frauen und 46'430 Männer den Rat der Dargebotenen Hand.

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Gif: Tumblr/bpieribeiro

6. 40- bis 65-Jährige sorgen sich am meisten

Zwar hat ihre Anzahl im letzten Jahr ganz leicht zugunsten der über 65-Jährigen abgenommen, doch führen die 40- 65-Jährigen seit Jahren die Statistik an. «Vielleicht ist unser Angebot bei dieser Altersgruppe auch bekannter als bei Jüngeren», meint Franco Baumgartner, Geschäftsführer der Dargebotenen Hand. In Zusammenarbeit mit Facebook und auf ihrer Website versucht die Organisation nun auch Jüngere zu erreichen.

An employee of the telephone counselling service

Bild: Keystone/Gaetan Bally

7. Die Jungen fragen online

Und tatsächlich: In der Online-Beratung sind die Ratsuchenden deutlich jünger. Drei Viertel davon sind unter 40-jährig.

8. Suizidabsichten bei Facebook melden

Seit 2012 kann man auf Facebook suizidale Einträge melden. Die Verfasser erhalten dann eine Mail mit der Einladung, sich mit Dargebotenen Hand in Verbindung zu setzen. 2013 wurden 27 Mails verschickt.

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Bild: Facebook

9. Der Herzschlag der Schweiz

Auf 143heartbeat.ch kann das Befinden der Schweizer live mitverfolgt werden. «Meist steigt die Stimmung gegen Ende der Woche», meint Franco Baumgartner.

10. Nicht alle nehmen das Sorgentelefon ernst

Jährlich gehen mehr als 7000 Jux- beziehungsweise Störanrufe bei der Dargebotenen Hand ein. Fast 13'000 sind zudem sogenannte Schweigeanrufe, bei denen im ersten Anlauf kein Gespräch zustande kommt.

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Bild:Shutterstock/pio3

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