Gesellschaft & Politik
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Nigerian President Goodluck Jonathan speaks about the kidnapping of Nigerian schoolgirls as he faces reporters in Abuja in this May 9, 2014 file photo. To match Special Report NIGERIA-KIDNAP/MISSTEPS   REUTERS/Afolabi Sotunde/Files (NIGERIA - Tags: CRIME LAW CIVIL UNREST POLITICS)

Bild: AFOLABI SOTUNDE/REUTERS

Entführte Schülerinnen

Nigerias Präsident droht Boko Haram mit «totalem Krieg»

«Ich werde alles tun, damit unsere Töchter freikommen.» Nigerias Präsident Jonathan will den Kampf gegen Boko Haram verschärfen, um die mehr als zweihundert entführten Schülerinnen zu retten. Doch der Kampf ist verlustreich. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Sie haben mehr als 200 Schülerinnen entführt und töten Tausende Zivilisten. Die radikalislamische Sekte Boko Haram führt einen brutalen Bürgerkrieg gegen Nigerias Bevölkerung. Jetzt hat Goodluck Jonathan, der Präsident des Landes, den Glaubenskriegern in einer Fernsehansprache den «totalen Krieg» erklärt. 

Boko Haram kämpft im Norden Nigerias für die Errichtung eines islamischen Staats und hat im April 276 Schülerinnen als Geiseln genommen. Die Terroristen drohen, die Mädchen zur Heirat zu zwingen. In der Zwischenzeit konnten mehr als 50 Mädchen entkommen, in den vergangenen Tagen befreiten sich noch einmal vier der Mädchen. 219 sind aber noch immer in der Gewalt der Entführer. 

Boko Haram will gefangen genommene Kämpfer im Austausch gegen die Mädchen freipressen. Einen solchen Geiselaustausch lehnen aber sowohl Nigerias Regierung als auch die Eltern der Mädchen ab. 

International hat die Entführung der Mädchen für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei der Kampagne #BringBackOurGirls fordern Tausende Menschen auf der ganzen Welt, dass die Schülerinnen freikommen. Nigeria erhält bei der Suche nach den Mädchen internationale Unterstützung. Die USA setzen 80 Soldaten, Aufklärungsflugzeuge und Drohnenein, um bei der Suche zu helfen. 

Terroristen töten Dutzende Sicherheitskräfte 

Jonathan versprach, er werde «alles tun, um unsere Töchter nach Hause zu bringen». Die nigerianische Armee erklärte am Montag zwar, sie kenne den Aufenthaltsort der Mädchen, die Befreiung gestaltet sich aber als sehr schwierig. Der Präsident drohte nun ein rigoroses Vorgehen an: «Ich habe unsere Sicherheitskräfte angewiesen, einen grossangelegten Angriff zu starten, damit die Terroristen auf unserem Grund und Boden nicht straflos davonkommen.»

Auch der oberste geistliche Führer der Muslime in Nigeria verurteilte Boko Harams Gewaltakte. «Für Terrorismus ist im Islam kein Platz», sagte der Sultan von Sokoto, Muhammad Sa'ad Abubakar III. Die nigerianischen Muslime müssten aufstehen und «alle Terrorakte mit einer Stimme verurteilen». 

Allerdings sind bei einem Überfall der Terrorsekte erneut mindestens vierzig Menschen getötet worden. Ein Bewohner des Dorfs Gurmushi im Nordosten des Landes berichtete, die Angreifer hätten die meisten Häuser in Brand gesteckt. Nur wenige Einwohner seien unverletzt entkommen und über die Grenze in den Tschad geflohen. 

Am Montagabend sollen Boko-Haram-Kämpfer laut nigerianischen Sicherheitskreisen bereits mehr als zwei Dutzend Sicherheitskräfte getötet haben. Der Angriff ereignete sich am Montagabend im Bundesstaat Yobe nicht weit von dem Ort, wo Islamisten im Februar 59 Schüler töteten. (ade/Reuters/AP/AFP)



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