Gesellschaft & Politik
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Video: YouTube/Truthloader

Video zeigt Polizeigewalt

Misshandlung vor laufender Kamera: Ein Video schockiert die Ukraine

Ein Video zeigt Spezialkräfte der ukrainischen Polizei, die einen Gefangenen nackt bei eisiger Kälte vorführen. Die Behörden bestätigen, dass der Clip authentisch ist – und entschuldigen sich.

Ein Artikel von

Spiegel Online

matthias gebauer, spiegel online, kiew

Es kommt nicht oft vor in den chaotischen Tagen der gewaltsamen Proteste in der Ukraine, dass sich die Behörden entschuldigen. Bisher behaupten Sicherheitskräfte wie auch Regierung, bei den Demonstranten vom Maidan-Platz handele es sich um aus dem Ausland gesteuerte Krawallmacher, denen man leider mit Gewalt begegnen müsse.

Umso bemerkenswerter war eine Mitteilung, die das ukrainische Innenministerium am Donnerstagabend auf seiner Webseite veröffentlichte. Demnach sei durch ein Video ein möglicher Übergriff der Sicherheitskräfte bekannt geworden, für diesen wolle man sich entschuldigen, es seien umgehend Ermittlungen aufgenommen worden. Gleichzeitig bestätigte das Ministerium, dass es sich bei den Polizisten um Mitglieder der berüchtigten Berkut-Einheit handele.

Spezialeinheit «Goldener Adler»

Das Video läuft seit Donnerstagmorgen in fast jeder ukrainischen Nachrichtensendung, gegen 4 Uhr morgens wurde es ins Netz gestellt. Zu sehen sind martialisch gekleidete Mitglieder der Spezialeinheit «Goldener Adler». Sichtlich amüsiert führen sie nach den schweren Ausschreitungen in der Nacht zu Mittwoch einen nackten Gefangenen aus einem Polizeibus und lassen ihn posieren. Der verängstigte Mann hat blaue Flecken am ganzen Körper.

Bei den Demonstranten sorgten die Aufnahmen für grosse Aufregung, scheinen sie doch ein schlagkräftiger Beleg für die exzessive Gewalt der Sicherheitskräfte während der Ausschreitungen zu sein. Besonders die Kräfte der Sondereinheiten werden dieser Tage beschuldigt, gezielt mit Hartgummigeschossen auf Demonstranten, aber auch auf Kameraleute geschossen zu haben. Sie sollen Gefangene schwer misshandelt haben.

Ukrainische Wut in Bildern

Gerüchte um Entführungen von Opositionellen

In den Nachrichtensendungen der unabhängigen TV-Stationen sind die Vorwürfe gegen die Polizei das Top-Thema. Vor Krankenhäusern werden Mütter und Väter interviewt, die ihre Söhne und Töchter vermissen. Schon kursieren Gerüchte, dass die Polizei Oppositionelle entführt und in geheime Gefängnisse gesteckt habe. Allein der Verdacht heizt den Hass der Demonstranten auf die Staatsmacht weiter an.

In einem Fall hat das Innenministerium bereits den Tod eines Oppositionellen bestätigt. Jurij Werbitski war Anfang der Woche gemeinsam mit einem weiteren Aktivisten aus einem Krankenhaus entführt worden, er wurde Tage später tot aufgefunden. Der mit dem Getöteten gemeinsam entführte Igor Lutsenko berichtete später, seine Kidnapper hätten mit ihm eine Scheinhinrichtung durchexerziert, nur durch Glück hätte er flüchten können.



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