Gesellschaft & Politik
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USA werden ausliefern

Wenn die Italiener Knox wollen, wird es eng für die Amerikanerin

Bild: AP

Amanda Knox ist in Florenz erneut des Mordes an Meredith Kercher schuldig gesprochen worden. Obwohl in den USA viele zu ihr halten, dürfte sie ihre Popularität nicht vor einer Auslieferung nach Italien bewahren.

Amanda Knox hat viele Anhänger in den USA, die felsenfest von ihrer Unschuld und der Unfähigkeit des italienischen Rechtssystems überzeugt sind. Daran ändert auch der erneute Schuldspruch in Florenz nichts.

Doch rechtlich gesehen wird ihr das wenig nützen: «So beliebt und attraktiv sie sein mag, sollte das Urteil bestätigt werden, wird sie ausgeliefert», prophezeit Alan Dershowitz, Rechtsprofessor an der Universität Harvard, gegenüber AFP.

Auslieferungsprozess

Laut dem Auslieferungsabkommen zwischen den USA und Italien aus dem Jahr 1983 muss das betreffende Verbrechen in beiden Ländern mit über einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Dies wäre im Fall Knox gegeben. Das italienische Gesuch würde zuerst vom US-Aussenministerium beurteilt. Bei positivem Befund würde es ans Justizministerium weitergeleitet, das Know verhaften liesse und die Auslieferung in die Wege leiten würde.

Mittel, eine Auslieferung abzulehnen, gibt es eigentlich keine. «Ich bin kein Fan des italienischen Rechtssystems, aber es ist ein legitimes Rechtssystem und wir haben ein Auslieferungsabkommen mit Italien», so Dershowitz. 

epa04048789 (FILE) A file photo dated 24 September 2011 shows US citizen Amanda Knox (L) being escorted by a police woman as she arrives for her Appeal Trial in Perugia, Italy 2011.  An Italian court in Florence on 30 January 2014 convicts US student Amanda Knox of the 2007 murder of Briton Meredith Kercher, overturning an appeal made in 2011. She receives a 28-year prison sentence. Her former boyfrioend, Italian Raffaele Sollecito, receives a 25-year prison sentence.  EPA/PIETRO CROCCHIONI *** Local Caption *** 50054231

Bild: EPA

Eine Weigerung dürfte zudem Folgen auf andere Verfahren haben, denn kein Land beantragt so viele Auslieferungen wie die USA. «Wie sieht das aus, wenn wir Snowden zurückhaben möchten, aber eine verurteilte Mörderin nicht ausliefern?», fragte Dershowitz.

Viele Knox-Anhänger wenden ein, die 26-Jährige sei in Italien zweimal für dasselbe Verbrechen angeklagt worden. Dies stehe im Widerspruch zum US-Rechtssystem, wo «double jeopardy» ausgeschlossen sei. Folglich dürfe sie auch nicht ausgeliefert werden. Rechtsexperten äussern Zweifel an diesem Argument, da Knox' Freispruch nicht rechtskräftig war und somit «double jeopardy» nicht gegeben sei.

Amanda Knox im Interview mit ABC

Video: Youtube/MsReviewThis

Im Fall einer Weigerung könnte Italien auch Interpol einschalten und einen internationalen Haftbefehl gegen Knox ausstellen lassen. Dann wäre sie einzig in ihrer Heimat sicher. In einem anderen Land müsste sie mit einer Verhaftung rechnen.

Ungesühnter Seilbahnunfall von Cavalese

Rescuers inspect the smashed car of the Mt. Cermis cable car line Tuesday, February 3, 1998, whose cables were trounced by a EA6B  Prowler  US Marine jet for as yet unknown reasons.  According to officials, at least 20 people plunged to their death in the accident which occured at a ski resort in the Dolomites mountains near Trento, in northern Italy.  (AP Photo/Felice Calabro')

Bild: AP

Christopher Jenks, ehemals Rechtsberater des US-Aussenministeriums, erinnert an die Fälle, in denen Amerikaner nicht an Italien ausgeliefert wurden: Der Kampfjetpilot, der 1998 in den italienischen Alpen das Tragseil einer Luftseilbahn durchschnitt und so 20 Menschen in den Tod schickte. Und die 26 CIA-Agenten und US-Regierungsvertreter, die für die Entführung eines ägyptischen Hasspredigers aus Mailand schuldig gesprochen wurden. «Ich könnte mir vorstellen, dass die Italiener langsam genug haben», sagte Jenkins gegenüber AP.

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