Gesellschaft & Politik
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ARCHIV --- Lukas Baerfuss, Schriftsteller, nominiert fuer der Schweizer Buchpreis 2014, posiert am 17. Oktober im Yehudi Menuhin Forum in Bern. Baerfuss erhaelt am Sonntag, 9. November 2014, fuer sein Buch ''Koala'' den mit 30'000 Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2014. Der Thuner, der in dem Buch die Geschichte seines Bruders mit derjenigen der Entdeckung Australiens verbindet, war schon 2008 nominiert. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Einer der gewichtigsten Intellektuellen der Schweiz: Lukas Bärfuss.
Bild: KEYSTONE

Lukas Bärfuss: «Es ist Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen»

Lukas Bärfuss hat mit seinem Essay in der FAZ für Aufsehen gesorgt. Jetzt spricht der Schriftsteller in der «Schweiz am Sonntag» über die Wahlen, die «rechtsextreme» SVP und den Vergleich mit Max Frisch.

Patrik Müller / schweiz am Sonntag



Herr Bärfuss, ich treffe Sie hier in Krakau. Sind Sie nach den Wahlen aus der Schweiz geflohen?
Lukas Bärfuss: Es gibt nichts, vor dem ich flüchten müsste. Ich bin hier auf einer lange geplanten Lesereise: Meine Bücher «Koala» und «Stil und Moral» erscheinen in Polen und in Weissrussland.

Sie werden also zurückkehren ins «Land der Zwerge», wie Sie die Schweiz in Ihrem Essay für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» genannt haben?
Ich kehre immer sehr gerne nach Hause zurück. Die Schweizer sind eben gerade keine Zwerge, aber es gibt eine Politik der Selbst-Verzwergung. Was ich kritisiere, ist das Bestehen auf der selbst gewählten Marginalisierung.

Ängste muss man ernst nehmen, aber sie dürfen nicht zum politischen Kapital werden.

Wenn man Ihren Essay liest, bekommt man den Eindruck: Da verachtet einer die Menschen, die rechts wählen. Müssten Sie sich nicht vielmehr fragen: Warum geben so viele Menschen der SVP ihre Stimme?
Mein Beruf beinhaltet alles Menschliche. Dichten kann nur, wer empathisch ist. Wenn ich eine Figur erfinde, muss ich sie verstehen. Das gilt auch für schwierige oder bösartige Personen. Und selbstverständlich stelle ich mir die Frage auch politisch: Was bewegt die Menschen?

Was bewegte die Menschen bei diesen Wahlen?
Viele haben Angst. Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor dem wirtschaftlichen Abstieg, vor der doch sehr ungewissen Zukunft. Das ist verständlich. Die Zeiten sind unberechenbar geworden, und Menschen fürchten sich vor Veränderung. Ängste muss man ernst nehmen, aber sie dürfen nicht zum politischen Kapital werden.

Und das ist der Fall?
Das ist doch offensichtlich. Eine Partei hat in zwanzig Jahren ihren Wähleranteil von 10 auf fast 30 Prozent steigern können, indem sie Angst schürt. Angst vor dem Fremden und Angst vor Europa. Was mich besorgt, ist nicht allein dieser Extremismus. Eine Demokratie muss in der Lage sein, auch extremen Positionen zu widerstehen. Beunruhigend ist die Verbindung des Extremismus mit unbegrenzten finanziellen Mitteln. In unserem Land, europaweit einzigartig, ist die Parteienfinanzierung nicht gesetzlich geregelt. Es gibt keine Transparenz. Ein Mann mit einem Privatvermögen von mindestens 3,6 Milliarden Franken kann Wahlen und Abstimmungen bezahlen, ohne darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Das muss sich ändern.

Lukas Baerfuss am 20. Internationalen Literaturfestival Leukerbad am Samstag, 4. Juli 2015, in Leukerbad. Zu seinem Jubilaeum hat das Literaturfestival zusaetzlich unter dem Titel

Über die Rechten: «Ich sehe da nichts Intellektuelles. Ich sehe nur Ideologie».
Bild: KEYSTONE

Sie glauben tatsächlich, der Aufstieg der SVP lasse sich nicht primär mit den Inhalten ihrer Politik erklären, sondern mit Geld?
Nach drei Jahrzehnten Neoliberalismus gibt es heute fast nur noch ein Kriterium, das Geld. Danach werden die Entscheidungen gefällt: Ob sich etwas rentiert. Nicht nur in der Politik, auch in der Kultur und in der Bildung. In den Medien ist es dasselbe: Es wird gespart und Rendite gebolzt, die Arbeitsbedingungen der Journalisten verschlechtern sich ständig, dass man sich um eine unabhängige Presse sorgen muss. Kein Wunder, hat die SVP auch die mediale Hoheit.

Aber meistens negativ. Der Grossteil der Medien ist sehr SVP-kritisch.
Trotzdem beherrscht sie den Diskurs und die Begriffe. Und mehr und mehr auch die Redaktionen. Nach der «Basler Zeitung» und der «Weltwoche» ist jetzt die «NZZ» an der Reihe. «Zurück zur Normalität» titelte sie am Montag nach dem Rechtsrutsch.

Sie hat nicht die SVP, sondern die FDP zur Wahl empfohlen.
Das ist richtig.

Sie werfen FDP und SVP in denselben Topf?
Ganz und gar nicht. Der grosse geschichtliche Fehler der FDP war, sich nie eindeutig von der SVP abgegrenzt zu haben. Aber was ist eigentlich Ihr Argument? Wollen Sie mir sagen, es ist alles wunderbar mit den Medien und es gibt ganz viele Gründe, SVP zu wählen?

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Lukas Bärfuss bei Roger Schawinski - 02.02.2015.
YouTube/Schweizer Radio und Fernsehen

Nein. Aber mit Ihrer Simplifizierung – das Geld allein entscheidet Wahlen und Abstimmungen – fallen Sie unter Ihr Niveau. So einfach lassen sich die Bürger nicht kaufen.
Menschen sind käuflich, und sie sind verführbar. Und je mehr man ihnen Angst macht, um so leichter lassen sie sich verführen. Die Instrumente sind eben das Geld, die falschen Begriffe und die Angst. Und wir erleben eine Radikalisierung der Positionen. Die Masseneinwanderungsinitiative wurde weder aus Dichtestress noch aus Sorge vor Lohndruck angenommen. Der einzige Grund war die Fremdenfeindlichkeit. Das hat die Sotomo-Befragung im Auftrag des Bundesrats sehr deutlich gezeigt. Ein neuer Tiefpunkt wurde erreicht, als die SVP in ihrem Wahlvideo eine Frau mit einem T-Shirt zeigte, auf dem die Zahl 88 aufgedruckt war – ein unzweideutiges Nazi-Symbol.

Dichter, Denker, Familienvater

Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, ist Autor mehrerer Romane (u. a. «Hundert Tage», 2008, «Koala», 2014) und Theaterstücke («Die sexuellen Neurosen unserer Eltern», «Der Bus»). Von 2009 bis 2013 war er ausserdem als Dramaturg am Schauspielhaus Zürich tätig. Jüngst hat sich Bärfuss als Kritiker der Schweiz hervorgetan und wurde deshalb bereits als «neuer Max Frisch» bezeichnet. Für Aufsehen sorgte vergangene Woche sein Essay «Die Schweiz ist des Wahnsinns» in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er erhielt u. a. den Berliner Literaturpreis (2013) und den Schweizer Buchpreis (2014). Bärfuss lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Zürich. (az)

Das war wohl eher Geschichtsblindheit und Unwissenheit als Kalkül. Oder glauben Sie im Ernst, die SVP wolle damit bei Nazis Stimmen holen?
Verzeihung, Herr Müller, aber das scheint mir doch ziemlich naiv. Hat man denn die SVP nicht immer für die Professionalität ihrer Kampagnen gelobt? Gibt es denn rechts von der SVP noch eine Partei? Haben sich nicht einzelne Exponenten rassistisch geäussert und rechtsradikale Symbole wie die alte deutsche Reichsflagge verwendet? Und falls es tatsächlich ein Zufall war: Warum entschuldigt sich dann diese Partei nicht, sondern verunglimpft noch jene, die dies zur Sprache bringen? Das sind viele Fragen, auf die ich gerne eine Antwort hätte, zum Beispiel auch von Ihrer Zeitung. Bis dahin muss ich von Absicht ausgehen.

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Lukas Bärfuss | Schreiben und sich einmischen (NZZ Standpunkte 2015).
YouTube/NZZ Standpunkte

Unser Gesprächsverlauf ist typisch: Wir beginnen bei den Ängsten und landen bei der Nazi-Keule. Wer Angst vor zu viel Einwanderung hat, ist rechtsextrem. So einfach ist die Welt des Lukas Bärfuss.
Es wird Zeit, dass wir die Dinge beim Namen nennen. Wer das Asylrecht aufheben will, ist rechtsextrem. Wer die Europäische Menschenrechtskonvention kündigen will, ist rechtsextrem. Wer mit nazistischen Symbolen Wahlwerbung macht, ist rechtsextrem. Das alles trifft auf die SVP zu. Aber vor allem radikalisiert sie sich. Oder glaubt noch jemand, diese Partei würde ihren erfolgreichen Weg eines Tages verlassen, weil ihre Forderungen erfüllt sind? Natürlich nicht. Die Forderungen müssen extremer werden. Aber der Augenblick ist gekommen, Nein zu sagen. Viele Menschen haben genug von dieser Eskalationsdramaturgie. Es verändert sich gerade etwas. Die persönlichen Reaktionen auf meinen Text beweisen es. Aber wenn Ihnen dieses Thema unangenehm ist, können wir gerne über die Wirtschaft reden.

Wie Sie wollen. Unsere Volkswirtschaft ist global eine der wettbewerbsfähigsten – auch weil die Schweiz ökonomisch weltoffen und vernetzt ist wie kaum ein zweites Land. Von Isolation, wie Sie sie beklagen, keine Spur.
Der Wirtschaft geht es vielleicht gut, aber geht es auch den Menschen gut? Ich glaube nicht. Der Druck auf den Einzelnen ist immens – eben weil wir immer wettbewerbsfähiger werden müssen. Das Berufsleben ist längst zum Bootcamp geworden und macht viele krank. Und wenn die Wirtschaft gut dasteht, dann liegt das an den bilateralen Verträgen. Und deren Zukunft ist nach dem Wahlsieg der SVP ja höchst ungewiss. Ich bezweifle, dass die gute wirtschaftliche Position der Schweiz nachhaltig ist.

Sie sagen ein Ende des Erfolgs voraus?
Jedenfalls hatten wir im letzten Quartal einen drastischen Rückgang der Exporte, und es gibt keine Anzeichen, dass der Franken wieder schwächer wird. «Wettbewerbsfähig» ist auch so ein neoliberaler Kampfbegriff: Man hört allen Ernstes, der harte Franken trainiere uns und zwinge uns zu Fitness. Währenddessen werden jede Woche Stellen abgebaut. Bis es nichts mehr zu trainieren gibt. Was soll denn das für ein Leben sein? Das Leben sollte wirklich nicht nur Wettbewerb sein. Kein Wunder, leben Schweizer ihre gespaltene Persönlichkeit aus: Einerseits bekunden sie an der Urne ihren Willen zur eigenen Identität, andererseits rennen sie mit ihrem starken Franken ins Ausland und konsumieren, was das Zeug hält.

Dieses Verhalten muss gar nicht Schizophrenie sein – sondern zeigt vielleicht bloss die Vielschichtigkeit der Schweizerinnen und Schweizer: Sie schätzen ihre politischen und wirtschaftlichen Freiheiten.
Nichts gegen Vielschichtigkeit. Solange sie nicht in Unvernunft mündet. Der Kapitalismus und die Technologisierung unserer Gesellschaft produzieren ohnehin viel Irrationalismus. In der Kunst, der Kultur, meinetwegen in der Religion muss sie thematisiert und aufgefangen werden. Aber sie darf nie zur Politik werden. Irrationale Politik ist totalitäre Politik. Das lernen wir zum Beispiel bei Hannah Arendt: Wenn sich die irrationalen Bestände – bei uns sind das insbesondere die direkte Demokratie und die sogenannte Unabhängigkeit – petrifizieren, wenn wir ihre Bedeutung nicht mehr hinterfragen, sondern wie eine Monstranz vor uns hertragen, dann wird es gefährlich.

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Vis-à-vis spezial: Direkte Demokratie auf dem Prüfstand – Frank A. Meyer debattiert mit Lukas Bärfuss über seine kritische Haltung zu seiner Heimat.
YouTube/lo cco

Was soll irrational oder gar gefährlich sein an der direkten Demokratie und an der Unabhängigkeit?
In der politischen Sprache bedeutet Unabhängigkeit heute Unabhängigkeit vom Ausland. Und wir wissen alle, dass es diese Unabhängigkeit nicht mehr gibt. Das ist politische Esoterik, ohne Anbindung an jede Form von Wirklichkeit. Die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen der Schweiz und der EU sind zu offensichtlich. Nicht einmal die Justiz ist noch unabhängig: wohin muss ich mich wenden, wenn ich auf Facebook ein Problem mit dem Persönlichkeitsschutz habe? Der Gerichtsstand liegt irgendwo im Silicon Valley. Es ist Obskurantismus, so zu tun, als könnten wir auf unserem Territorium unabhängig und direktdemokratisch bestimmen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Der Begriff «unabhängig» bedeutet in der Realität heute mehr und mehr sein genaues Gegenteil. Wer sich nicht einbindet, wird fremdbestimmt. Wenn sich die Begrifflichkeiten zu weit von den Realitäten entfernen, ist das ein Schritt in Richtung Totalitarismus.

Eine ziemlich weitgehende Folgerung.
Bloss eine Lehre aus der Geschichte. Demokratien werden durch Ideologien zerstört, und Ideologien benutzen falsche Begrifflichkeiten.

«Volk» ist auch so ein Kampfbegriff. Wir sollten besser von «Bevölkerung» reden. Dazu würden dann auch die Ausländer gehören, die schliesslich auch hier leben und zum Wohl des Landes beitragen.

Und die direkte Demokratie sehen Sie als falsche Begrifflichkeit?
Ja. Seit dem Nein zum EWR 1992 wird sie von rechts sakralisiert. «Direkt» ist diese Demokratie schon lange nicht mehr. Um die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen, müssen Umwege bis nach Brüssel gegangen werden. Ohne Aussicht auf Erfolg. Mit Propaganda wird uns weisgemacht – etwa bei der Minarett- oder der Masseneinwanderungsinitiative –, wir würden über Problemlösungen abstimmen. Das Gegenteil ist der Fall. Sie schaffen neue Probleme. Man sehe sich nur an, welche politischen Kräfte damit gebunden werden. Aber aus ideologischen Gründen ist eine politische Diskussion über die direkte Demokratie verboten. Wir leben in einer Schweiz, in der die Probleme immer komplexer werden – und zugleich die Begriffsbildungen immer einfacher.

Wer, wenn nicht das Volk, soll dann entscheiden?
«Volk» ist auch so ein Kampfbegriff. Wir sollten besser von «Bevölkerung» reden. Dazu würden dann auch die Ausländer gehören, die schliesslich auch hier leben und zum Wohl des Landes beitragen. Aber statt Einbürgerungen zu erleichtern, was dringend nötig wäre und was ich von den politischen Parteien erwarte, wurden die Hürden sogar noch erhöht. Die Legitimation von sogenannten Volksentscheiden wird immer schwächer. Weniger als 50 Prozent der Stimmberechtigten sind am letzten Sonntag wählen gegangen – und als Grund dafür wird, welch Ironie, die direkte Demokratie angeführt. Die Leute, heisst es, mögen nicht so oft an die Urne gehen. Und ein Land, in dem eine Gruppe von Menschen konsequent von der politischen Beteiligung ausgeschlossen ist und zudem mit immer mehr Gesetzen, die nur für sie gelten, drangsaliert werden, nennt man Apartheid.

Sehen Sie sich eigentlich in Ihrer Rolle als Schweiz-Kritiker als Nachfolger von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt?
Nicht, wenn diese Parallele gezogen wird, weil man ausser Frisch und Dürrenmatt keine anderen Namen kennt. Mich haben andere Denker mehr geprägt: Lessing, Heine, Schopenhauer, Walter Benjamin, Simone Weil. Im Übrigen verstehe ich mich nicht als Schweiz-Kritiker. Die Schweiz interessiert mich gar nicht so sehr.

Dass das «Du» sich für politische Propaganda einspannen lässt, ist Verrat an den vielen Kulturschaffenden, die sich für diese Zeitschrift engagiert haben.

Worum geht es Ihnen dann?
Um das Zusammenleben. Ich rede über politische Zusammenhänge und über Menschen, wie sie funktionieren, wenn die Korruption Einzug hält. Der korrumpierbare Mensch ist nicht die Erfindung eines Schriftstellers, er ist eine geschichtliche Erfahrung. Wir wissen, wie fatal die Wirkung des Geldes in instabilen Zeiten sein kann. In der Weimarer Republik statteten reiche Industrielle einen Nichtsnutz mit unglaublichen finanziellen Mitteln aus und ermöglichten ihm so den Aufstieg. Wir hatten dieselbe Mechanik auch in Italien, wo der reichste Medienunternehmer das Land plattgewalzt und auf Jahre politisch ausgedörrt hat. In solchen Verhältnissen möchte ich nicht leben. Dagegen schreibe ich an.

Mit Roger Köppel wurde ein Journalist, der ähnlich wortgewaltig ist wie Sie, mit dem landesweit besten Resultat in den Nationalrat gewählt ...
... herzlichen Glückwunsch.

Ärgert Sie die intellektuelle Konkurrenz von rechts?
Ich sehe da nichts Intellektuelles. Ich sehe nur Ideologie. Keine eigenständige Idee, keinen kreativen Gedanken, keinen Ansatz einer Lösung. Nichts.

Immerhin scheint er Sie und andere Denker aus dem linken Milieu provozieren zu können.
Auch so ein Klischee. Ich stamme gar nicht aus dem linken Milieu. Ich war nie Mitglied einer Partei und bin nicht sozialisiert durch die Gewerkschaften. Wenn schon, stamme ich aus dem gewerblichen Milieu: Mein Vater war Sattler, meine Mutter im Gastgewerbe tätig.

Was sind denn Ihre politischen Werte?
Ich glaube an die Kritik, an die Dialektik, nicht an Ideologien. Heraklit, Hölderlin, selbstverständlich Hegel und die schon genannten Walter Benjamin, Lessing, Schopenhauer: Das sind meine Lehrmeister.

Wenn Sie in der «Arena» auftreten, stehen Sie berechenbar auf der linken Seite.
Das hat nichts mit linker Gesinnung zu tun. Sondern mit Empathie. Es gibt empathische Menschen in fast allen politischen Strömungen, und es ist bezeichnend, dass man das heute automatisch als links bezeichnet. Ein Teil des Bürgertums hat sich leider einreden lassen, dass die SVP bürgerliche Werte vertrete. Vielleicht war das früher so, aber auch diesen Begriff hat der Extremismus beschlagnahmt. Und das nächste Feld in dieser Eroberung ist die Kunst. Deshalb präsentiert sich der grosse Mäzen aus Herrliberg als kultiviert und kulturbeflissen – und hat seine private Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Ausnahme jener Bilder, die ermordeten Juden gestohlen wurden. Und nebenbei hat er gleich noch die Kulturzeitschrift «Du» gekauft. Das war übrigens der Auslöser für meinen Essay in der «FAZ».

Es hat Ihnen den Deckel gelupft, als Sie vernommen haben, dass das «Du» sich dem Kunstsammler Blocher widmet?
Dass das «Du» sich für politische Propaganda einspannen lässt, ist Verrat an den vielen Kulturschaffenden, die sich für diese Zeitschrift engagiert haben.

Es wird Zeit, dass wir die Dinge beim Namen nennen. Wer das Asylrecht aufheben will, ist rechtsextrem. Wer die Europäische Menschenrechtskonvention kündigen will, ist rechtsextrem. Wer mit nazistischen Symbolen Wahlwerbung macht, ist rechtsextrem. Das alles trifft auf die SVP zu.

Wie wäre es mit etwas mehr Toleranz? Auch ein Ihnen unliebsamer Politiker kann doch ein Kunstliebhaber sein.
Das würde mich auch nicht stören. Wohl aber die Instrumentalisierung der Kunst: Ich werde immer dagegen protestieren, wenn sich ein Extremist der Kunst bemächtigt, um sich den Anschein der Wohlanständigkeit zu geben.

Haben Sie eigentlich den «FAZ»-Essay in einer Nacht geschrieben, wie Ihr Kollege Pedro Lenz vermutete?
Die kontinuierliche Arbeit am Gedanken braucht Zeit. Den Text geschrieben habe dann in wenigen Stunden. Ich musste ja keine neuen Fakten recherchieren, sondern nur Bekanntes in Zusammenhänge stellen.

Nun können Sie sich mit dem Attribut des Nestbeschmutzers schmücken. «Der soll doch seinen Schweizer Pass abgeben!», hiess es in einem Leserbrief.
Das ist nach dem schweizerischen Gesetz nicht möglich.

Sie könnten eine andere Staatsbürgerschaft annehmen.
Das möchte ich nicht. Mir liegt sehr viel an unserem Land. Und ich lebe gerne zwischen den Verhältnissen. Es ist sehr erhellend, zeitweise ein Ausländer zu sein, wie hier in Krakau. Und ich kehre immer sehr, sehr gern nach Hause zurück. Das ist dort, wo meine Liebsten sind und meine Bücher.

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34
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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 27.10.2015 18:20
    Highlight Highlight "88" steht immer noch für "HipHop", insbesondere in einem Hiphop-Video...
    4 3 Melden
  • Angelo C. 26.10.2015 23:27
    Highlight Highlight Suuuper, Schawinski - ich vergebe dir viel, denn du hast heute diesen Bärfuss mehrfach überlegen ad absurdum geführt, berechtigt und nachvollziehbar der mangelnden Recherche überführt, und ihn dabei so souverän eingeteilt und gekonnt relativiert, dass der politisch inkompetente Literat, der zwar schreiben kann, doch ganz unübersehbare Limiten in seinen Beurteilungskriterien aufwies, doch wesentlich älter aussah als er de facto ist 👍😐👍 !

    Einfach als Podcast auf SF 1 abrufen - und still geniessen...

    8 6 Melden
  • Schneider Alex 26.10.2015 06:16
    Highlight Highlight Kultur und Politik

    Zum Glück haben Kulturschaffende in den letzten Jahrzehnten an Einfluss auf die Politik verloren. Das Schüren von Emotionen, falsche Bilder, undifferenzierte Darstellungen von politischen Konflikten und das einseitige Partei ergreifen tragen leider nichts dazu bei, politische Probleme zu lösen. Dazu braucht es Nüchternheit, sachliches Abwägen der Positionen und eine unaufgeregte Diskussion. Alles langweiliges Zeug, also nichts für Kulturschaffende.
    16 12 Melden
    • Kastigator 26.10.2015 08:29
      Highlight Highlight "Das Schüren von Emotionen, falsche Bilder, undifferenzierte Darstellungen von politischen Konflikten und das einseitige Partei ergreifen" - das wirfst du im Ernst den Kulturschaffenden vor? Und selber wählst wohl SVP? *müdkicher*
      16 13 Melden
  • atomschlaf 25.10.2015 12:47
    Highlight Highlight Hat irgend ein ernstzunehmender Politiker die Abschaffung des Asylrechts gefordert?
    Es würde schon ausreichen, wenn die geltenden Gesetze eingehalten würden. Das Schweizer Asylrecht schliesst beispielsweise Asyl wegen Dienstverweigerung explizit aus. Trotzdem wird Tausenden von eritreischen Dienstverweigerern Asyl gewährt.
    Weiter besteht auch keine keine rechtliche Verpflichtung, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. (Kann-Formulierung im Gesetz.)
    Dann gäbe es da noch das Dublin-Abkommen, gemäss dem ohnehin fast keine Flüchtlinge in der Schweiz ein Asylgesuch stellen dürften.
    29 26 Melden
    • dGehrig 25.10.2015 16:42
      Highlight Highlight @atomschlaf, du sprichst davon, die Gesetze einzuhalten, zeigst damit doch am besten auf, wie krank diese sind.

      Wenn Abstimmungen dazu führen, dass Eritreer, die in einem schrecklichen Unrechtsstaat leben und mit der Dienstpflicht praktisch zu Sklaven gemacht werden, kein Recht mehr auf Asyl haben (,was faktisch zum Glück noch nicht ganz so ist, da andere Gründe für ein Asyl durch die Dienstverweigerung nicht ungültig werden, aber die Intension der Abstimmung war klar) läuft etwas falsch.

      Wir müssten darüber diskutieren, ob "Wirtschaftsflüchtlinge" nicht auch ein Recht auf Asyl bräuchten.
      16 12 Melden
    • atomschlaf 25.10.2015 21:52
      Highlight Highlight @dGehrig: Wirtschaftsflüchtlinge brauchen sicher kein Recht auf Asyl. Allerdings sollte die Schweiz endlich eine Einwanderungspolitik verfolgen, die diesen Namen verdient.
      Diese könnte z.B. so aussehen:
      1. Inländervorrang, d.h. offene Stellen müssten möglichst mit CH-Bürgern oder Ausländern mit bereits bestehender Arbeitsbewilligung besetzt werden.
      2. Falls dies nicht möglich ist, so können Ausländer rekrutiert werden und zwar unabhängig von der Herkunft. Die bestehende Regelung, die den Zugang zum Arbeitsmarkt für Nichteuropäer sehr schwierig macht, würde entfallen.
      13 6 Melden
    • Günther G. 26.10.2015 07:56
      Highlight Highlight @atomschlaf
      aber hallo wenn ein Ausländer trotz Sprachbarriere und ausländischem Bildungssystem dem Schweizer den Job wegnimmt müssen wir nicht sauer sein auf den "bösen" Ausländer sondern vielmehr auf unser Bildungssystem, das einen solchen Vollpfosten mit gutem Gewissen in die Arbeitswelt entlässt!
      7 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • everSin 25.10.2015 12:46
    Highlight Highlight "Ich sehe da nichts Intellektuelles. Ich sehe nur Ideologie. Keine eigenständige Idee, keinen kreativen Gedanken, keinen Ansatz einer Lösung. Nichts."
    - Kennt ihr dieses Gefühl von paralysierendem Unglauben, wenn Ihr einer Person zuhört, die mit ihrem abfälligen Wortschwall sich selbst am besten beschreibt?
    16 37 Melden
    • 1337pavian 25.10.2015 16:11
      Highlight Highlight In meinem Umfeld sind sich die Allermeisten ziemlich einig darüber, das Roger Köppel einfach nur dumm ist.
      Wie gefährlich er ist, das wird sich dann zeigen müssen.
      22 11 Melden
  • Bowell 25.10.2015 11:43
    Highlight Highlight "Menschen sind käuflich, und sie sind verführbar. Und je mehr man ihnen Angst macht, um so leichter lassen sie sich verführen.". War ja logisch, dass der Bärlauch in die gleiche linke Kerbe schlägt und alle Genossen ihm dafür noch auf die Schulter klopfen. Zu behaupten SVP/FDP Wähler seien naive, von Angst geleitete Dümmlinge ist die einfachste Erklärung für das jahrelange Totalversagen der Linksparteien. Es stellt sich also berechtigt die Frage, wer hier wohl naiv ist. Tolle "Intellektuelle" haben wir hier in der CH...
    40 69 Melden
    • Taeb Neged 25.10.2015 11:58
      Highlight Highlight Die simlifizierung ist das Problem von Menschen wie du. Und "Bärlauch"... sehr kreativ abschätzend. Bravo!
      39 22 Melden
    • unclegreg 25.10.2015 12:05
      Highlight Highlight er sagt ganz klar, dass er eben kein genosse sei und wirft die ftp eben nicht in den selben topf!
      aber die extremisten können eben nicht differenzieren sondern nur schubladisieren.

      er hat recht wenn er sagt, dass sich die welt nun mal verändert hat und es leider keine einfachen lösungen mehr gibt. das sieht man zur zeit gut in der geldpolitik aber natürlich auch der aussenpolitik und zwar jeweils von jedem land dass am welthandel teilnimmt.
      die extremisten behaupten nun, dass sie die einfachen lösungen haben. und das ist eine lüge! sie belügen das volk.
      ob wissentlich oder aus dummheit.
      45 6 Melden
    • The_Doctor 25.10.2015 12:31
      Highlight Highlight Totalversagen der Linksparteien? Der Schweiz geht's so gut wie nie. Und das trotz weltweiter Wirtschaftskrise. Mal schauen, ob's unter Rechts so weitergeht.
      22 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kronrod 25.10.2015 11:40
    Highlight Highlight Bärfuss kritisiert die Angstmacherei, gibt sich aber alle Mühe, uns Angst zu machen vor der SVP, vor der direkten Demokratie, vor dem Kapitalismus. Vielleicht sollte er zuerst einmal in den Spiegel schauen, bevor er mit dem Finger auf andere zeigt.
    53 58 Melden
  • Angelo C. 25.10.2015 11:36
    Highlight Highlight Ich kann diesen geschwätzigen Pseudointellektuellen mit seiner verkniffenen Miene nicht allzulange lesen, oder (wie gestern) auf SF DRS hören, sonst krieg' ich akute Bauchschmerzen.

    Bärfuss Originalton : "Die Zeiten sind unberechenbar geworden, und Menschen fürchten sich vor Veränderung. Ängste muss man ernst nehmen, aber sie dürfen nicht zum politischen Kapital werden."

    Was sollen denn berechtigte Ängste bei der Wählerschaft anderes bewirken, als politische Umorientierung an der Urne - und dies natürlicherweise zum Nachteil all Jener, die sie bewusst herunterspielen oder gar negieren...
    41 50 Melden
    • Statler 25.10.2015 13:11
      Highlight Highlight Angst ist selten ein guter Ratgeber. Was nötig wäre, ist ein nüchterner Diskurs über die Probleme, die es zu lösen gilt. Also z.B., dass Migration natürlich Probleme verursacht (diese aber lösbar sind), dass die Wirtschaft nicht ungebremst wachsen kann (weil sonst die Umwelt kollabiert), etc.
      Diese Diskussionen werden zwar geführt, aber auf der Grundlage von Ideologien, was eine lösungsorientierte Politik verhindert. Die Medien (z.B. die Arena) fördern dies ebenso, weil solche Hahnenkämpfe medial mehr hergeben, als unaufgeregte Diskussionen. Somit erhalten genau die falschen Aufmerksamkeit.
      30 3 Melden
  • ferox77 25.10.2015 11:14
    Highlight Highlight Dank L. Bärfuss weiss die Welt nun endlich was "Rechtsextremismus" ist. Nur die Bürger sind einfach zu blöde, um es selbst herauszufinden. Wahnsinn!
    Aber wer so was rauskriegt wie L. Bärfuss, der bekommt auch bald einen Nobelpreis. Man könnte sich krumm biegen vor Lachen, wenn es nicht so unkomisch wäre.
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    • 1337pavian 25.10.2015 16:19
      Highlight Highlight Man kann die intellektuelle Herausforderung annehmen oder Täubelen, noch besser ist es allerdings, in Internetforen über die bösen Anschuldigungen zu heulen.

      Wären die so unwahr, würden sie keine solche Reaktion provozieren. Kritik hinnehmen, das bloss nicht.
      Könnte ja was dran sein. Tiefflieger-Kommentar.
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  • sowhatopinion 25.10.2015 11:11
    Highlight Highlight 3 Jahrzehnte Neoliberalismus. Sie brauchen Liberalismus als Schimpfwort. Das Entkrusten der starren überholten Strukturen hat uns vor allem Wohlstand gebracht, sonst hätten wir z.B. noch heute um 18:30 alle Läden dicht, Swisscom hätte keine Konkurrenz, Radio und Fernsehen wären monopolisiert etc. Neoliberalismus? Seit Jahren wird heute vor allem reguliert und die Freiheit beschnitten (hunderte neue Gesetze, Verordnungen und Bürokratie und Willkür à la KESB). Überwachungsstaat, neue Gebühren, mehr Beamte etc. Ihre Analyse und Weltanschauung ist idiologisiert und überholt.
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    • Dewar 25.10.2015 11:29
      Highlight Highlight Meiner Erfahrung nach sind es dann aber genau die Leute, die die staatliche ("Über-")Regulierung in Form von Gesetzen kritisieren, die dann Dinge wie das Minarettverbot in unsere Verfassung (!) schreiben wollen. Aber das ist natürlich etwas ganz anderes, nicht wahr, weil diese Verfassungsartikel immens wichtig sind um irgend ein Gespenst zu stoppen. Wasser predigen und Wein trinken, das ist etwas von den vielen Dingen, die die SVP gut kann.
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    • _kokolorix 25.10.2015 13:42
      Highlight Highlight 3 jahrzente neoliberalismus haben uns an den rand eines weiteren weltkriegs gebracht.
      wir werden dank der nicht monopolisierung der swisscom täglich von werbeanrufern belästigt und müssen uns alle paar monate um ein neues produkt einer telekomfirma kümmern, im fernsehen wird zwei drittel werbung gezeigt, welche sich kaum von den eigentlichen inhalten unterscheidet, reiche bonzen kaufen sich zeitungen und fernsehsender um ihre meinung zu verbreiten, jedes jahr haben die 500 reichsten 5-10% mehr während die ärmere hälfte ebendiesen Betrag verliert.
      ich würde auf vieles davon gerne verzichten.
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  • happygoalone 25.10.2015 11:09
    Highlight Highlight Danke Herr Bärfuss. Brillante Analyse.
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  • atomschlaf 25.10.2015 11:07
    Highlight Highlight Statt über die SVP zu lamentieren sollten Leute wie Bärfuss mal über die Gründe für den fehlenden Erfolg der linken Parteien nachdenken.
    Genau dort verhindert nämlich ideologische Sturheit und die resultierende Ignoranz gegenüber den Sorgen und Problemen vieler Durchschnittsverdiener grössere Wahlerfolge.
    Weshalb sollte ein Arbeitnehmer eine SP wählen, die es befürwortet, wenn der kleine CH-Arbeitsmarkt für 500 Mio. Europäer geöffnet wird?
    Oder weshalb Grüne wählen, wenn diese stur und gegen jede Vernunft den Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Umweltbelastung abstreiten?
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    • Dewar 25.10.2015 11:37
      Highlight Highlight Sie haben nicht unrecht, die linken Parteien machen einiges falsch. Ich glaube, sie stehen sich selbst im Wege, indem sie versuchen, einen ähnlich harten Kurs zu fahren wie die SVP, einfach in die andere Richtung. Nur hat die mögliche Wählerschaft linker Parteien genau diese Polemik satt. Allgemein beobachte ich, dass es allen Parteien von links bis rechts am nötigen Pragmatismus fehlt, um erfolgreich und zukunftsorientiert zu politisieren. Dabei ist unser Konkordanzsystem auf Kompromisse angewiesen.
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  • Teslaner 25.10.2015 11:04
    Highlight Highlight Einerseits gut, dass man die SVP und ihre zum Teil extremistischen Gedanken (von Hardlinern) kritisiert. Andererseits einfach nur peinlich was dieser Herr Bärfuss hier erzählt. Es gibt sehr viele gute SVP Politiker und nicht nur polarisierende.

    - Alle SVP wähler sind Rechtsextrem? Lächerlicher geht es ja nicht mehr (Ja leider mischen sich die extremen darunter)

    - Das Volk wählt und entscheidet und das ist dem Herr Bärfuss wohl zuwider. Wohl einer, der lieber in der EU wäre.

    Eigentlich kann man sagen: Linksextremer kritisiert die bürgerliche Wählerschaft.
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    • molekular 25.10.2015 11:58
      Highlight Highlight "Eigentlich kann man sagen: Linksextremer kritisiert die bürgerliche Wählerschaft."

      Hm, den Kommentar dazu gibt Bärfuss gleich selber:

      "Ein Teil des Bürgertums hat sich leider einreden lassen, dass die SVP bürgerliche Werte vertrete."

      Die SVP hat es durch ihr Mantra-artiges Wiederholen, dass sie bürgerlich sind, tatsächlich geschafft, diesem Begriff eine neue Bedeutung zu geben und einer grossen Menge an Leuten die Legitimation zu gegeben, extremistisch zu wählen und trotzdem ein gutes Gewissen zu behalten. Tragisch, aber zweifellos eine Meisterleistung der politischen Kommunikation!
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    • Teslaner 25.10.2015 12:43
      Highlight Highlight Ja Urs es gibt auch gute SP Politiker, gute EVP Politiker usw. Wenn Sie das nicht wahrhaben wollen steigen Sie selber in die Politik ein oder wandern Sie aus. Wenn Sie nämlich denken, die Politiker seien alle schlecht, dann sollten Sie vielleicht ein diktatorisches Land in Betracht ziehen. (Eventuell Saudi Arabien?)
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Muss das Neonazi-Treffen in Bern verboten werden? Ein anderer Kanton greift jetzt durch

Die Partei National Orientierter Schweizer lädt Neonazis aus der ganzen Welt nach Bern ein. Die Politik stellt sich nun die Frage, ob solche Veranstaltungen verboten werden sollen. Der Kanton St. Gallen prescht nach Skandal-Konzert vor. 

Die «Eidgenossen» laden ein: Am 1. Dezember will die rechtsextreme Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in der Region Bern ihren Parteitag feiern. Nun stellt sich die Frage, ob solche Veranstaltungen geduldet werden sollen. 

Denn ein Blick auf den Pnos-Flyer zeigt: Eingeladen sind Politiker und Aushängeschilder der rechtsradikalen Szene aus der ganzen Welt. Sie vertreten rassistische Ideologien, liebäugeln mit braunem Gedankengut oder glauben an die «White Supremacy».

Vorgeprescht …

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