Gesellschaft & Politik
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Bundesraetin Eveline Widmer-Schlumpf spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Unternehmenssteuerreform III, gesetzliche Grundlagen fuer den automatischen Informationsaustausch und erweiterte Sorgfaltspflichten zur Verhinderung der Annahme nicht versteuerter Vermoegenswerte, am Freitag, 5. Juni 2015 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ist Eveline Widmer-Schlumpf bald Alt-Bundesrätin?  Bild: KEYSTONE

CVPler wenden sich ab: Eveline Widmer-Schlumpfs Stuhl wackelt 

Ob sie nochmals als Bundesrätin kandidiert, lässt Widmer-Schlumpf offen. Doch Ungemach könnte ihr von anderer Seite drohen: CVP-Exponenten wenden sich von ihr ab. 



Ein Artikel der

Die Bündner BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf lässt nach wie vor offen, ob sie im Dezember nochmals kandidiert – im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» gibt sie keinen Kommentar dazu ab. 

Will sie wiedergewählt werden, braucht sie die Stimmen der CVP. Doch CVP-Fraktionschef Filippo Lombardi spricht sich öffentlich für einen zweiten SVP-Bundesratssitz aus und bezeichnet die Blocher-Abwahl als «Fehler». Und der Tessiner CVP-Nationalrat Fabio Regazzi sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Ich schätze, bis zu einem Drittel der CVP-Fraktion könnte eine SVP-Kandidatur unterstützen.» Die CVP sei «bürgerlicher» geworden. Damit wackelt der Stuhl der BDP-Politikerin bedenklich. Es ist die CVP, die im Dezember Königsmacherin sein wird. Sie entscheidet, ob Widmer-Schlumpf wiedergewählt wird oder ob die SVP einen zweiten Sitz erhält. 

Recherchen zeigen immer deutlicher, dass es für Widmer-Schlumpf sehr eng wird. Zwei Parlamentarier sind sicher, dass sich zwischen einem Drittel und der Hälfte der Fraktion gegen die Bündnerin entscheiden werden. Sie wollen sich nicht zitieren lassen. In der «Schweiz am Sonntag» äussert sich auch CVP-Bundesrätin Doris Leuthard zur Frage nach einem 2. SVP-Sitz. Über Widmer-Schlumpf sagt sie: «Meine Kollegin macht ihre Arbeit gut. Deshalb ist es ihr persönlicher Entscheid, ob sie nochmals antritt oder nicht.» An sich sei es «aber verständlich, dass die SVP als stärkste Partei mit Verweis auf die Zauberformel Anspruch auf zwei Sitze» erhebe. Die Frage sei nur, so Leuthard: «Wann ist der Zeitpunkt dafür gekommen? Ausserdem ist die Persönlichkeit entscheidend: Der Bundesrat ist eine Kollegialbehörde.» (az)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 09.08.2015 13:08
    Highlight Highlight Ich bin bei der Beurteilung von Widmer-Schlumpf seit jeher gespaltener Meinung und persönlich stets etwas in einem Dilemma. Charakterlich habe ich es ganz gewiss zum kotzen gefunden, wie sie ihre damalige angestammte Partei übel ausgetrickst und mit den Linken (Andrea Hämmerli etc) und der CVP gemeinsame verschwörerische Sache gemacht hat. Jedenfalls scheint Solidarität und Treue keine ihrer hervorstechenden Eigenschaften zu sein.

    Andererseits kann man der Frau zwei Dinge nicht absprechen : Einerseits mit grosser Belastbarkeit gesegnet, andererseits sicher intelligent und grossteils fähig. Als sie vorübergehend bei der Herzattacke von Merz längere Zeit beide Departemente übernehmen musste, habe ich sie rein leistungsmässig (und mitten im stressigen Kampf ums Bankgeheimnis mit den USA) zugegebenermassen gar etwas bewundert. Und was mache ich nun mit diesen konträren Erkenntnissen im Hinblick auf eine mögliche Wiederwahl 😳? Losgelöst von den oben erwähnten Kriterien komme ich ungeachtet derselben zum definitiven Schluss, dass eine kleine Splitterpartei (im Volksmund oft "Verein Widmer-Schlumpf " genannt) wie die BDP ganz sicher kein Anrecht auf einen dauerhaften BR-Sitz hat, jedenfalls nicht dann, wenn querbeet noch immer von Konkordanz und Zauberformel geschwafelt wird. Bin echt gespannt was wird...
  • klugundweise 09.08.2015 11:20
    Highlight Highlight Wir halten fest: die CVP will der SVP zum 2. BR-Sitz verhelfen.
    Und T. Brunner meldet Adrian Amstutz als BR-Kandidaten.
    Also: wer CVP wählt, verhilft Amstutz in den BR!

    Bhüetmi de Herrgott vorem Hüehnervogel!
  • meerblau 09.08.2015 10:30
    Highlight Highlight Ach jesses.... Und immer deutlicher wird es: uninteressant sind die Personen, deren Werte und wofür sie stehen, gewählt werden Hände, die später die eigene zuverlässig und loyal waschen. Ein Armutszeugnis par excellance.
  • Zeit_Genosse 09.08.2015 09:58
    Highlight Highlight Es wird eifrig an einer Nichtwiederwahl von WS hinter und vor den Kulissen gearbeitet. Der BR wird damit eine versierte und dossierfeste BR und Frau verlieren. Die SVP wird kaum eine Frau bringen. Zu viele machthungrige Männer warten. Die BDB wird viel Boden verlieren, da die CVP mehr nach rechts rutscht.

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