Gesellschaft & Politik
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A Eurofighter Typhoon flies on display during Farnborough International Air Show, Farnborough, England, Wednesday, July 16, 2014. (AP Photo/Sang Tan)

Die deutsche Bundeswehr verfügt über 109 «Eurofighter», davon sind aber nur 42 einsatzbereit.  Bild: Sang Tan/AP/KEYSTONE

Desolate Bundeswehr

Marode Eurofighter: Im Krisenfall könnte die deutsche Armee ihre Nato-Partner nicht genügend verteidigen

Die deutsche Bundeswehr kann ihre Versprechen an die Nato-Partner nicht einhalten - das hat das Verteidigungsministerium gegenüber dem «Spiegel» zugegeben. Bei einem Krieg im Baltikum wäre die Armee überfordert. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Das Verteidigungsministerium hat eingeräumt, dass die Bundeswehr gegenwärtig den vertraglichen Anforderungen nicht genügt, die sich aus den aktuellen Nato-Verteidigungsplanungen zwingend ergeben. 

Auf Anfrage des «SPIEGEL» erklärte das Ministerium, dass die Zielzahlen des «Nato Defence Planning Process» für das Jahr 2014 «aktuell bei den fliegenden Systemen nicht erreicht» werden. Im Ernstfall eines Angriffs etwa auf ein baltisches Nato-Mitglied könnte die Bundeswehr zum Beispiel die 60 angemeldeten «Eurofighter» nicht stellen. 

Dass das Verteidigungsministerium seine Versprechen an die Bündnispartner nicht einhalten kann, wirft erneut ein schlechtes Licht auf die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr im Krisenfall. Am vergangenen Montag war zunächst bekannt geworden, dass die deutsche Marine nur über drei einsatzfähige Hubschrauber verfügt. am Samstag wurde ein weiterer peinlicher Zwischenfall bekannt: Ein «Tiger»-Kampfhubschrauber der Bundeswehr hat nach Informationen des SPIEGEL bei einer Übung einen Waffenträger verloren

Am Mittwoch hatten die Inspekteure von Heer, Luftwaffe und Marine die desolate Lage des Bundeswehrgeräts in einem Statusbericht zusammengefasst: So verfügt die Bundeswehr zwar über 109 «Eurofighter», davon sind aber nur 42 einsatzbereit. Bei eigentlich allen Fluggeräten wie den Hubschraubern des Heers und den Kampfjets der Luftwaffe sieht es ähnlich düster aus. Der Bericht hatte zu einer hitzigen Debatte im Verteidigungsausschuss geführt. 

Der Bundestags-Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hatte deshalb grundsätzliche Zweifel an der Einsatzfähigkeit der deutschen Streitkräfte geäussert; das internationale Engagement sei derzeit nur zum Teil zu leisten. 

Für die Probleme machen die Bundeswehrinspekteure unter anderem einen Bestellstopp für Ersatzteile aus dem Jahr 2010 verantwortlich, den die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung angeordnet hatte. Dieser Umstand hatte zu Streit zwischen Verteidigungspolitikern der Koalition geführt, die sich in den letzten Tagen gegenseitig beschimpften. 

Die Stimmung im Wehrressort ist seitdem aufgeregt, Ministerin Ursula von der Leyen versuchte aber trotzdem, Handlungsfähigkeit zu beweisen. Am Freitagnachmittag bestellte sie alle Inspekteure der Teilstreitkräfte spontan zu einem Krisengespräch ein. 

Mehr als fünf Stunden lang verlangte die CDU-Politikerin hinter verschlossenen Türen Antworten auf die Frage, wie es zu einer solch desolaten Lage innerhalb der Bundeswehr kommen konnte. Ministeriumskreise, die die Nachrichtenagentur AFP zitiert, verbreiteten nach dem Gespräch die Botschaft, die Truppe sei durchaus in der Lage, kurzfristig auf Krisen zu reagieren. Treffen mit den Chefs der Truppenteile sollten in Zukunft regelmässig stattfinden, hiess es nachher, das nächste ist bereits in 14 Tagen anberaumt. 

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