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Ebola-Epidemie
Sanitäter in Liberia tragen ein Ebola-Opfer aus einem Haus.
Sanitäter in Liberia tragen ein Ebola-Opfer aus einem Haus.Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Trotz Notstand: Obama lehnt Einsatz von Ebola-Serum in Westafrika als voreilig ab

07.08.2014, 04:0512.08.2014, 08:08

US-Präsident Barack Obama hat Hoffnungen in Westafrika auf ein experimentelles Serum gegen die Ebola-Epidemie gedämpft: Der Einsatz des Serums in Afrika wäre «voreilig», es gebe noch keine ausreichenden Informationen über seine Wirkung, sagte er.

«Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen.»
Barack Obama

«Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen», sagte Obama am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington mit Blick auf das erhoffte Mittel, das bislang nur an Tieren getestet wurde.

Angesichts der mittlerweile mehr als 900 Ebola-Toten in Afrika hatte Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Mittwoch erklärt, er sei in Kontakt mit den US-Behörden, um über eine mögliche Lieferung des Serums ZMapp zu beraten.

Zwei US-Bürger, die sich in Liberia mit Ebola angesteckt hatten, waren in den USA mit ZMapp behandelt worden. Ihr Gesundheitszustand hatte sich verbessert. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob für ihren Genesungsprozess wirklich das Serum verantwortlich ist.

Ausbreitung wirksamer bekämpfen

Statt auf das Mittel zu setzen, müssten die Gesundheitsbehörden in Westafrika die Ausbreitung der Epidemie wirksamer bekämpfen, sagte Obama weiter. Die Gesundheitssysteme seien nicht in der Lage gewesen, die Ebola-Fälle rechtzeitig zu identifizieren und schnell genug zu isolieren, deswegen habe sich das Virus ausbreiten können. 

Er sagte den drei betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea die Hilfe der USA, der europäischen Partner und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Eindämmung der Epidemie zu.

Den am Mittwoch veröffentlichten neuen Zahlen der WHO zufolge erkrankten bis zum 4. August 1711 Menschen an dem Virus, 932 starben daran. Hilfsorganisationen warnen, die Krankheit sei inzwischen ausser Kontrolle geraten.

Notstand auch in Liberia

Auch der westafrikanische Staat Liberia rief wegen der Ebola-Seuche unterdessen den Notstand aus. Die Sicherheit des Landes sei ernsthaft in Gefahr, erklärte Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf am Mittwoch. Der Notstand gilt demnach für 90 Tage. Die Regierung könne - wenn die Lage dies erfordere - auch Rechte ausser Kraft setzen, erklärte die Präsidentin.

Mitarbeiter eines Spitals in Liberia desinfiziert seine Stiefel.
Mitarbeiter eines Spitals in Liberia desinfiziert seine Stiefel.Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Zuvor hatte bereits Sierra Leone den Notstand ausgerufen. Ärzte und Spitäler sind in den betroffenen Staaten mit der Viruserkrankung überfordert. In Liberia wurde eine Klinik geschlossen, weil sich mehrere Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert hatten. (kad/sda/afp/reu)

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