Gesellschaft & Politik
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Kommentar

Die unlustigen Spassvögel dürfen die Islam-Debatte nicht länger dominieren

Der Islamische Zentralrat repräsentiert nicht die Muslime in der Schweiz, die «Weltwoche» nicht die Schweizer Restbevölkerung. Aber ihre Spassvögel haben die Lufthoheit über die Stammtische erlangt. 

Es ist Sonntag in Flums und Arben Sulejmani steht mit ratlosem Gesicht vor dem angesengten Gemeinschaftsraum seines Islamisch-Albanischen Kulturvereins. Zwei Polizisten notieren die Kennzeichen aller Autos, die vorfahren. 

In der Nacht haben Unbekannte die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen und Brandsätze in das Lokal geworfen. Mehr weiss man nicht, und sowohl der Gemeindepräsident Christoph Gull als auch Sulejmani sagen das den Medienschaffenden vor Ort. Sulejmani geht nicht von einem religiös motivierten Anschlag aus, sondern von einem Nachtbubenstreich.  

Dann folgt der skurrile Auftritt von Nicolas Blancho und Patric Illi. Der Präsident des Islamischen Zentralrats und sein Sprecher rauschen mit mehreren Autos und einer 20-köpfigen Entourage von Begleitern mit bösem Blick, ihren Frauen und kleinen Kindern an. Dann besichtigt Blancho – die Anweisungen der Fotografen befolgend – rasch den Schaden und macht ein betretenes Gesicht. 

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Blancho und Illi im zerstörten Lokal des Islamisch-Albanischen Kulturvereins in Flums.  maurice thiriet/watson

Danach konstatiert er festlich herausgeputzt in jede Kamera, die er finden kann, dass der Vorfall besorgniserregend sei, religiös motiviert und ausserdem die Frucht islamophober Hetze in sozialen und klassischen Medien. Nach rund 20 Minuten reist er mit seiner Entourage wieder ab. 

Zuvor noch beschwert sich Illi wortreich bei watson darüber, dass sich Roger Köppel und Andreas Thiel mit ihrer «Weltwoche» und in «Giacobbo/Müller» über die Muslime lustig machen dürften und das berühmt-berüchtigte IZRS-Video, das eine islamische Revolution in der Schweiz ankündigt, als Provokation verurteilt würde.  

Blancho und Illi, Andreas Thiel und «Weltwoche»-Köppel haben eines gemeinsam: Sie vertreten keine Mehrheit irgendeines wie auch immer gearteten Lagers innerhalb der Schweizer Bevölkerung. Der IZRS hat vielleicht 1000 Mitglieder, Thiel an guten Tagen 100 Zuschauer und die «Weltwoche» eine Auflage von noch knapp 70'000 Exemplaren. Und das Minarettverbot haben auch nicht 57,5 Prozent des «Schweizervolks» angenommen, wie Illi gern behauptet, sondern nur 57,5 Prozent derjenigen 52 Prozent der Stimmberechtigten, die abgestimmt haben.

Dagegen stehen rund eine halbe Million Muslime und drei Viertel der Schweizer Stimm- und Restbevölkerung, die sich um Koran und Moscheen so sehr scheren wie um ihren eigenen Glauben und ihre Kirchen: je länger, je weniger. 

Dennoch haben Blancho, Illi, Thiel und Köppel die Lufthoheit über die Stammtische gewonnen und dominieren den Schweizer Islamdiskurs. Thiel und Köppel sind Histrioniker, die unter maximaler Ausschöpfung ihres selbstdarstellerischen und komischen Talents Lärm schlagen. Die Konvertiten Blancho und Illi wissen das geschickt und unter Einsatz ihres unfreiwillig komischen Habitus in Aufmerksamkeit für ihr salafistisches Projekt umzumünzen.

Thiel vs. Illi im «TalkTäglich» auf TeleZüri

abspielen

Man mag diese absurden Auftritte und Auseinandersetzungen der Spassvögel amüsant finden. Indes nur solange, als man nicht bedenkt, dass sie allesamt ihre politischen, religiösen und kommerziellen Interessen über den gesellschaftlich-religiösen Frieden aller im Land stellen. 

Und vielleicht in letzter Konsequenz auch über den Frieden des Islamisch-Albanischen Kulturvereins von Arben Sulejmani in Flums.  

   



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    Alle Leser-Kommentare
  • Lauscherin 17.12.2014 19:11
    Highlight Highlight Super Kommentar!
  • JackMac 09.12.2014 15:58
    Highlight Highlight Also wenn ich es nicht genau wüsste und das ganze nicht eine einigermassen ernste Angelegenheit wäre würde ich sagen Blancho und Illi passen perfekt in die jetzigen Tage. Der Samichlaus und der Schmutzli. Der eine darf die Rute tragen und der andere erzählt die immer gleichen Verse!
  • Citation Needed 09.12.2014 14:57
    Highlight Highlight Ach ja.. Die Anrufer zum Schluss der Tele Züri-Debatte, peinlicher geht es nimmer! Den dritten hätte man, quasi als Gegengewicht zur triefenden Blödheit der Vorredner, reden lassen sollen...
  • Citation Needed 09.12.2014 14:48
    Highlight Highlight Es ist soooo sinnlos religiöse Zitatschlachten aus dem Koran, oder Bibel vs. Koran anzuzetteln. Das Buch (die Bücher) lesen bringt nichts. Aber man muss sich aus vertrauenswürdiger Quelle informieren. Thiel ist polemisch und oberflächlich, schwatzt rein und ist einfach ärgerlich.. Illi ist ihm intellektuell um Längen voraus. Das muss man ihm zugute halten, auch wenn Ich sonst wirklich nichts von Illis Glaubensrichtung und seinem Engagement halte.
  • Mr. Kr 09.12.2014 14:16
    Highlight Highlight Herr Thiel hat nur das Ziel, sich ins Gespräch zu bringen ohne irgendwas wichtiges zu sagen. Im Video sieht man ja das er sich ständig wiederholt, er kann nur das mit der Tötung von Juden und Christen entgegen halten. Und das ist bis heute noch nicht passiert. Oder? Man ist einfach gegen Muslime obwohl Sie schon seit Jahrzenten unter euch Leben. Das dieses Thema in einer reformierten Gesellschaft auf derart fruchtbaren Boden fällt sagt mehr über eure religiöse Radikalität aus als über die von an der Diskussion unbeteiligten Muslimen und anderen Religions angehörigen.
    • Schwartov3 22.12.2014 23:51
      Highlight Highlight "...kann nur das mit der Tötung von Juden und Christen entgegen halten. Und das ist bis heute noch nicht passiert. Oder?"

      Ehm, Herr Kr, es werden jährlich 150'000 Christen verschleppt oder umgebracht. Und das nicht von Hindus oder Juden.
      Es ist richtig, dass ich 80% der Muslime gegen Gewalt aussprechen (Antonia Rados, Journalistin und Nahostexpertin. In „Menschen bei Maischberger, Di 21.10.2014), aber man sollte trotz aller Sympathie auf dem Boden bleiben.
      Und die andern 20%, die Gewalt zur Verbreitung des Islam befürworten, gibt es halt auch noch.
  • Max3 09.12.2014 12:03
    Highlight Highlight Es ist eine Behauptung, dass der IZRS und auf der anderen Seite Herr Thiel einsame Wölfe ohne Unterstützung sind. Das Minarettverbot hätte bei jenen, die nicht zur Urne gingen wohl noch höhere Unterstützung bekommen. Das kann Herr Longchamps noch weiter erläutern.
    Der IZRS hat meines Wissens weit mehr als 1000 Mitglieder. Dazu kommen noch die Sympathisanten, die meistens das x-fache ausmachen. Man sollte ihn ignorieren, aber man sollte nicht ignorieren, dass er das Sprachrohr für viele Muslime in der Schweiz ist.
  • Zeit_Genosse 09.12.2014 08:55
    Highlight Highlight Wir sollten der Religion wieder einen Platz im Privaten anbieten und solche Religionsdebatten nicht arenamässig vermarkten. Was wir erleben ist ein medial gallopierender Religionsmissbrauch zur Nutzung von Partikularinteressen. Religion wird bewusst überbewertet und schafft unverrückbare Positionen und keinen Dialog. Profitieren tun Extremisten, Medien und Satiriker. Der Fanatismus wird genährt, weil er medial ein Gesicht und damit ein Gewicht erhält. Verlieren tun die Religionen, die nur noch für Extrempositionen herhalten müssen. So wie wir oversext and underfucked sind, oder overnewsed and underinformed, so sind wir jetzt auch noch overtrashed and underinspired.
    • Señor Ding Dong 09.12.2014 11:08
      Highlight Highlight Der Kommentar ist so tragisch wie witzig.
  • Statler 09.12.2014 00:06
    Highlight Highlight Diese «Spassvögel» mögen es durchaus ernst meinen. Aber wir haben es vor allem den Medien zu verdanken, dass ihr Geschwurbel tatsächlich Beachtung findet.
    Und damit meine ich nicht nur Tele-Züri und den Blick, sondern auch die vermeintlich kritischen Auseinandersetzungen mit diesen Leuten. Sobald jemand Jehova sagt, fliegen die Steine.
    Man kann sich bei Illi & Co empören und fremdschämen, der Unterschied zu Joko & Klaas ist aber nur marginal. Es wird eine Sau durch's Dorf getrieben und die Menge johlt. Panem et circenses. Ein uraltes Rezept, das immer funktioniert und alle finden's geil...
  • Abel Emini 08.12.2014 18:56
    Highlight Highlight Die albanische Gemeinschaft in Flums wurde ja regelrecht von den IZRS-Leuten überrannt.
  • oskar 08.12.2014 18:41
    Highlight Highlight herr thiriet, ich bin völlig einverstanden, dass nicht irgendwelche unbedeutenden fundis und auch nicht (zunehmend) unbedeutenden käseblätter wie die WW, die Islamdebatte dominieren sollten. Bisher war sich Watson aber auch nicht zu schade, regelmässig über diese pseudo-mullahs zu berichten und ihnen damit eine super plattform zu bieten. ich würde es sehr begrüssen, wenn zumindest bei Watson mindestens gleich häufig gemässigte Muslime wie der IRZ erwähnung fände. was denken Sie darüber? ändert sich jetzt auch was bei Watson?
    • TJ Müller 09.12.2014 13:34
      Highlight Highlight Hab den Koran grad nicht zur Hand, aber die Bibel:
      (2. Mose 21,7): "Verkauft jemand seine Tochter als Sklavin, so darf sie nicht freigelassen werden."
      (2. Mose 21,20-21): "Wer seinen Sklaven oder seine Sklavin schlägt mit einem Stock, dass sie unter seinen Händen sterben, der soll dafür bestraft werden. Bleiben sie aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht dafür bestraft werden; denn es ist sein Geld."
      (3. Mose 25,44): "Willst du aber Sklaven und Sklavinnen haben, so sollst du sie kaufen von den Völkern, die um euch her sind."
    • TJ Müller 09.12.2014 13:41
      Highlight Highlight Und was Moses so alles erzürnt:
      (4. Mose 31,14-15) "Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?"
      (4. Mose 31,17-18) "So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."
      (3.Mose 20,13)"Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..."

    • TJ Müller 09.12.2014 13:42
      Highlight Highlight Ah genau, fast vergessen: Vergewaltigte Mädchen mü¨ssen auch getötet werden:
      (5. Mose 22,23-24)"Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..."

      (Jesaja 13,16)"Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden."
    Weitere Antworten anzeigen
  • nimmersatt 08.12.2014 18:35
    Highlight Highlight Dann gebt ihnen doch keine Plattform! Nur, dann sind halt auch die Klicks weg
  • Yamou 08.12.2014 17:47
    Highlight Highlight Höchste Zeit für diesen Zwischenruf gegen die Brunnenvergifter hüben und drüben. Mit Hilfe der Medien schaukeln sich die immer weiter gegenseitig hoch - bis?
  • Qaasim Illi 08.12.2014 16:57
    Highlight Highlight Herr Thiryet

    Sie schreiben in der falschen Sparte. Ich sehe Ihre komparativen Vorteile eindeutig in der Satire. Anders als Thiel und Co. haben Sie die Begabung, mich zum Lachen zu bringen. Dies ist tatsächlich viel Wert in einer Welt, in der mir oft nicht zu lachen ist.

    Schreiben Sie doch bitte in Zukunft meinen aktuell gültigen amtlichen Namen. Sonst finde ich Ihre schönen Aufsätze höchstes zufällig. Google Alerts ist in dieser Hinsicht sehr stur.

    Ich grüsse Sie herzlich

    Qaasim Illi

    • dickmo 08.12.2014 17:09
      Highlight Highlight Verstanden. Bitte vielmals um Entschuldigung.
    • BeatBox 08.12.2014 17:43
      Highlight Highlight Besonders schön fand ich Ihren Abschluss des TalkTäglich Herr Illi: Wenn man mystisch sei finde man etwas im Koran, rationale Personen fänden eine Glaubensrichtung, politische Muslime fänden bei den Muslimbrüdern ihren Unterschlupf. Nur haben Sie etwas vergessen: Wenn man radikal ist findet man Unterschlupf beim IS und al-qaida!

      Was mir von dem angeblich grossen Anteil an vernünftigen Muslimen einfach fehlt ist eine klare und unmissverständliche Distanzierung und Verurteilung der IS und allen anderen radikalen Koran-Interpreten!
    • TJ Müller 08.12.2014 18:44
      Highlight Highlight Zum Glück hören wir von allen Christen jeden Tag eine unmussverständliche Distanzierung und Verurteilung aller Kreationisten und allen anderen radiakalen Bibel-Interpreten!

      Tun wir nicht? Hmm.. liegt vieleicht daran, dass man normalerweise differenziert und nicht Dinge mischt, die nichts miteinander zu tun haben, beziehungsweise nicht alle Menschen, die an einen christlichen Gott glauben in den selben Topf wirft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • udiuke 08.12.2014 16:39
    Highlight Highlight Lieber Maurice Thiriet, bleiben Sie doch bitte bei den journalistischen Kernkompetenzen von Watson: Herzigen Büsi-Videos, oder den lustigsten Eigentoren der Fussballgeschichte. Mir ist ein politisch und gesellschaftskritischer Satiriker lieber, der aus liberaler Sicht auch Tabuthemen aufgreift, als die unzähligen "Komiker", die bei jedem Auftritt den obligaten Blocherwitz einflechten, um den Intellektuellen zu markieren und den Großteil des Publikums auf ihrer Seite zu wissen. Wenn es die Medien eben nicht schaffen, Themen aufzugreifen (oder sich die Hände daran nicht verbrennen wollen), dann muss es eben ein Thiel tun.
    • Bonifatius 08.12.2014 20:57
      Highlight Highlight Naja, aber er macht das - zumindest in diesem Video - mit äusserst wenig guten Argumenten (und dabei gäbe es genug). Man müsste sich etwas besser vorbereiten wenn man gegen eine Religion etwas aussagen will, welche der Gegenüber studiert. Aber Thiel geht es nur um den Auftritt selbst - nicht ums Thema an sich. Das hat man leider zu offensichtlich gemerkt. Er verbrennt sich nicht die Hände, er verkauft Tickets für seine nächste Show.
    • udiuke 09.12.2014 11:46
      Highlight Highlight Ich bitte Dich Bonifatius. Um Publicity zu bekommen, gäbe es wesentlich angenehmere und wirkungsvollere Methoden, als sich mit den Muslimen anzulegen.
      Ich finde, Thiel hat es ziemlich auf de Punkt gebracht. Nämlich, dass die Islamisten den Text so auslegen, wie er im Koran steht. Eigentlich wäre es ja nicht an Thiel, dies zu kritisieren, sondern an den gemässigten Muslimen. Die Gefahr für den Islam geht nicht von Thiel aus, sonder von den Islamisten.
    • Bonifatius 09.12.2014 19:33
      Highlight Highlight @udiuke: Es gibt eben heutzutage keine wirkungsvollere Methode als die Provokation. Ich zumindest habe vom Herrn Thiel zuvor noch nie was gehört, geschweige denn seine aufgeklebte pinke Punkfriese gesehen. Jetzt ist er in aller Herren (und Damen) Munde, das spricht doch zumindest für die goldenen Regeln des Newsvalues. Der Koran kann wie die Bibel wörtlich und ohne der Zeit entsprechenden modernen Werterahmen ausgelegt werden, dann (wie das Illi ausnahmsweise reflektiert gesagt hat) sind auch Tötungen im Namen Allahs/ Gotts möglich. Dein letzter Satz mag zutreffen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hinterländer 08.12.2014 16:23
    Highlight Highlight Im Kopf hat man immer nur Koran und Bibel. Würde man sich etwas mehr aufs Jetzt und Heute konzentrieren, könnte man aus unserer Welt ein Paradies machen. Rezepte dazu gibt's zuhauf. Leider findet man "Köpfe einschlagen" und «ganze Landstriche in die Flucht schlagen» noch immer viel spannender. Der Talk Thiel vs. Illi wird sicher nicht in die TV-Geschichte eingehen, es sei denn, man führt eine neue Sparte ein, zum Beispiel «Primitivfernsehen». Fundierter Journalismus jedenfalls sieht anders aus.
  • BeatBox 08.12.2014 16:23
    Highlight Highlight Mit Ihrem Artikel sagen Sie indirekt aus, dass keine politische Diskussion mehr geführt werden soll, wenn nicht eine Mehrheit hinter einem steht. Nur 57.5% von 52% der Stimmberechtigten haben eine Initiative angenommen, das heisst für Sie automatisch, das eigentlich 42.5% von 52% sowie 100% derjenigen, die nicht abgestimmt haben dagegen sind?!? Bitte nicht zuviel rechnen, sonst dürfen Sie auch nie mehr einen Bericht mit einer "repräsentativen" Umfrage, basierend auf 1000 Personen, die Zeitungen sehr gerne als Basis zu Meinungsbildung benutzen!
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 08.12.2014 17:43
      Highlight Highlight Nein, es heisst, wie der Autor auch schrieb, das gut 75% aller Schweizer keinen Handlungsbedarf sahen.
    • Señor Ding Dong 08.12.2014 17:45
      Highlight Highlight Herr Thiriet sagt ja im Text genau das. Dass man die Abstimmungsergebnisse nicht pauschal als den "Schweizer Volkswillen" abbilden darf. Über die Enthaltungen verliert er kein Wort. Das ist alles Ihre Interpretation davon. Dass Zahlen in einer Argumentation nichts verloren haben, finde ich inkorrekt. Die Zahlen, die Herr Thiriet aufführen, sind zumindest interpretierbar (eine Auflage einer Zeitung, Anzahl Mitglieder einer Organisation). Er bringt lediglich zum Ausdruck, dass man den Dialog nicht nur von den "Extremlagern" führen lassen soll, was ja auch den Titel des Artikels ausmacht.
    • BeatBox 08.12.2014 18:05
      Highlight Highlight Ich wollte mit meinem Beitrag ausdrücken, das eine Volksabstimmung mit 52% beteiligten Stimmbürgern durchaus den Volkswillen ausdrückt! Früher konnte man vielleicht noch eine Einschränkung machen, da nicht alle am Abstimmungssonntag zur Urne gehen konnten, heute ist auch dieses Argument durch die Briefliche Stimmabgabe hinfällig. Es wurde in der letzten Zeit zum grossen Hobby der Journalisten und Politiker zu betonen, das es ja da noch diejenigen Bürger gibt, die nicht abgestimmt haben, dies ist einfach eine faule Ausrede für die faulen Leute, die es nicht schaffen Ja oder Nein zu schreiben!
    Weitere Antworten anzeigen
  • hektor7 08.12.2014 16:05
    Highlight Highlight Oje... Was um Gottes Willen hat den Thiel geritten? Ich war wohl das erste Mal überhaupt bei einer Talkrunde auf der Seite eines IZRS-Vertreters – und das soll mal was heissen. Hat der das Gefühl, der Koran wurde erst gestern geschrieben? Jemand, der den Koran liest und das Gefühl hat, er könne diesen in der heutigen Zeit einfach Wort für Wort so interpretieren, wie es da steht, hat schlichtweg keine Ahnung. Seit wann hat es ein Komiker nötig, sich so zu profilieren? Lustiger wird er dadurch ja nicht. Aber es geht ihm ja nicht um den Islam per se. Er hat ja auch muslimische Kollegen. Scho guet
    • udiuke 08.12.2014 16:44
      Highlight Highlight Sag das mal dem IS oder Alkaida, dass das Buch nicht erst gestern geschrieben wurde. Solange es die Muslime nicht tun, versucht es eben ein Thiel.
    • BeatBox 08.12.2014 17:35
      Highlight Highlight Der Koran wird leider heute von IS und Kompanie auch nicht in die heutige Zeit übersetzt, nein er wird als Grundlage für Massenmord und die Unterdrückung der Frau eingesetzt. Genau aus diesem Grund ist es ein gefährliches Buch.
    • hektor7 08.12.2014 18:01
      Highlight Highlight @udiuke: Klar, meine Aussage bezieht sich nicht nur auf Thiel und Co., sondern auch auf islamistische Gruppierungen.

      @BeatBox: Jede alte Schrift kann man zu seinen Gunsten zurechtbiegen. Deshalb ist nicht der Koran an sich gefährlich, sondern diejenigen, die seine Inhalte missbrauchen. Man kann sich mit dem Koran genauso sachlich auseinandersetzen wie mit der Bibel oder dem Gulaschrezept meiner Ururururgrossmutter – man muss es nur wollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • saukaibli 08.12.2014 15:05
    Highlight Highlight Schlussendlich findet man doch in allen "heiligen" Büchern sowohl Gutes wie auch Schlechtes. Was daraus gemacht wird, hängt weniger mit dem Inhalt des Buches zusammen als mit der Kultur in der Region, in der es gelesen wird. Z.B. hat Mohammed dafür gekämpft, dass Frauen mehr Rechte erhalten, heute wird ihnen, vor allem im arabischen Raum und im Namen des Korans genau dieses verwehrt. Das Problem bestand aber schon lange bevor Mohammed auf die Welt kam. Es geht in diesem Streit nicht um christliche und islamische Werte, sondern um Europäische und Arabische.
    • jdd 08.12.2014 15:41
      Highlight Highlight Inwiefern ist Vergewaltigung von 9-jährigen Mädchen ein Kampf für Frauenrechte???
    • klugundweise 08.12.2014 15:41
      Highlight Highlight Haben Sie den Koran gelesen? Und die Bibel inkl. altes Testament wohl auch nicht! Apropos Märchen (die noch heute unseren Kindern erzählt werden): auch diese strotzen vor Gewaltaten und Gewalt auch an Frauen. Also, wer im Glashaus sitzt....
    • saukaibli 08.12.2014 16:51
      Highlight Highlight @ SeKu: Lies mal ein wenig Geschichte und ich meine nicht irgendwelche Mythen, sondern das was man heute über ihn weiss. Erbrecht für Frauen hat er z.B. eingeführt.
      @jdd: Wer sagt, dass er mit ihr geschlafen hat? Dass 9-jährige verheiratet werden, war in der Kultur ganz normal. Wenn in Arabien heute das Christentum herrschen würde, würden trotzdem noch 9-Jährige verheiratet und Frauen hätten keine Rechte (gem. AT darf man ja Töchter als Sklaven verkaufen). Das wollte ich damit sagen, aber man kann ja auch über den Kern eines Kommentars wegschauen und sich an irgendwelchen Details aufgeilen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerWeise 08.12.2014 14:47
    Highlight Highlight Nur muss man halt den Koran (oder die Bibel) erst mal lesen, um zu verstehen, warum es so viele Muslime oder muslimische Staaten gibt, welche sich in ihren - für den Westen fragwürdigen - Taten auf die heilige Schrift berufen (können!). Da nützt es nichts, Leute, die sich das Lesen antun solcher Märchenbücher antun, als Spassvögel zu betiteln. Im Gegenteil...
    • smoe 08.12.2014 22:07
      Highlight Highlight Bei jedem Amoklauf an einer Schule, gibt es einen riesen Zirkus aus Politkern, Medien, sogenannten Experten und Vertretern besorgter Elternvereine, die die Schuld bei brutalen Videospielen oder vermeintlich gewaltverherrlichender Musik zu finden glauben.

      Hat sich so ein Jugendlicher durch die Spiele moralisch abstumpfen lassen und gewisse Textstellen aus Songs herausgepickt um sein tun zu rechtfertigen? Kann sein, muss aber nicht. Sind sie Grund und Ursache für die Tat? Mir wäre kein Fall bekannt.

      Ich sehe das Hauptproblem jeweils in Geschichte und Gesellschaft, nicht in Zitaten.



    • Statler 08.12.2014 23:46
      Highlight Highlight Man hat uns erfolgreich darauf getrimmt, NIE nach dem wirklichen Grund für eine Tat zu fragen. Man spricht von «Monstern» und «Gestörten», macht Videos, Musik und Bücher für Taten verantwortlich, weil man nicht anerkennen will, dass Menschen unter gewissen Umständen zu grauenhaften Taten fähig sind. Weil man dann zugeben müsste, dass unsere sog. Zivilisation nur ein dünner Film ist, der ganz leicht abgeht. Das einzige, was uns von Tieren unterscheidet ist, dass wir uns vorlügen, keine zu sein.
  • Señor Ding Dong 08.12.2014 14:35
    Highlight Highlight Die Islam-Debatte ist Musterbeispiel dafür, dass für Sachpolitik in der Schweiz je länger je mehr kein Platz mehr ist und es nur noch um politische Profilierung, Wählerfang und dem Generieren über-simpler Stammtischparolen geht. Dem Beitrag kann ich nur zustimmen!
  • Ridcully 08.12.2014 14:24
    Highlight Highlight Bravo, Bravo, Bravo! Gut auf den Punkt gebracht.
    Mich nerven die "Spiesser" vom IZRS genauso, wie die Schluers, Thiels, Köppels und CO.
    Alles moralisierende, selbstgerechte, selbstverliebte Spiessbürger, die sich absolut nicht um die Meinung oder Wohl ihrer Mitmenschen scheren und dies auch noch unter dem Mäntelchen des Wohlmeinenenden, besorgten Musterbürger.

Diese Replik der Klimajugend war der «Weltwoche» zu heiss

In einem ganzseitigen Brief haben sich der Bieler Reallehrer Alain Pichard (GLP) und der deutsche Autor Thilo Schneider (FDP) in der jüngsten Ausgabe der «Weltwoche» an die Klimajugend gewandt. Ein Auszug:

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Die Weltwoche die Klimastreikenden im Voraus angefragt, eine direkte Replik zu verfassen. Was die Aktivisten Rahel Ganarin, Caesar Anderegg und Dominik Waser mit anderen Personen des Redaktions-Kollektivs …

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