Gesellschaft & Politik
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A damaged police station is seen in the Anbar province town of Hit October 6, 2014. Iraqi forces backed by Shi'ite volunteer fighters are fighting to retake control of the western Iraqi town of Hit from the insurgents of the Islamic State, residents said. Residents said that fighting is going on in the outskirts of the town, which was captured by IS militants a week ago. Picture taken October 6. REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags - Tags: CIVIL UNREST POLITICS MILITARY CRIME LAW)

Aussenbbezirk von Anbar: irakische Sicherheitskräfte und schiitische Milizen versuchen seit Wochen verzweifelt, den Ansturm des IS abzuwehren. Bild: STRINGER/IRAQ/REUTERS

IS-Vormarsch in Irak

Irakische Provinz Anbar droht an Dschihadisten zu fallen 

Der IS ist offenbar kurz davor, die seit Wochen umkämpfte irakische Provinz Anbar zu erobern. Das wäre ein herber Rückschlag für die US-geführte internationale Militärallianz. Washington will jetzt stärker mit der Türkei zusammenarbeiten. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Kampf um die Provinz Anbar im Irak währt schon seit Wochen. Doch jetzt hat die Terrormiliz des Islamischen Staats (IS) offenbar die Oberhand gewonnen. Einem Bericht der «Washington Post» zufolge, steht die Region kurz vor dem Fall. Das würde einen heftigen Rückschlag für die internationale Militärallianz unter Führung der USA bedeuten. 

Die Eroberung der Provinz wäre für die Islamisten ein strategisch wichtiger Sieg: Sie hätten damit die Kontrolle über einen der wichtigsten Staudämme des Landes und diverse wichtige Armee-Einrichtungen. Ihr bisher schon üppiger Vorrat an Waffen und Munition würde damit noch weiter aufgefüllt. 

Ahmed al-Dulaimi (3rdR), the governor of Iraq's Anbar province, Iraqi security forces and Sunni tribesmen arrive to visit a military post before it was attacked on September 7, 2014 on the road between Barwanah and Haditha in Anbar province, west of the provincial capital Ramadi. Dulaimi was injured during the attack, which also wounded Abdulhakim al-Jughaifi, the administrative official responsible for Haditha, and seven soldiers, shortly after the town of Barwanah was retaken from militants, an AFP journalist said. A suicide bomber then struck the convoy carrying Dulaimi toward Haditha for treatment, killing one soldier and wounding six. AFP PHOTO / AZHAR SHALLAL

Der Gouverneur der irakischen Provinz Anbar, Ahmed al-Dulaimi, besichtigt zusammen mit Sicherheitskräften einen Polizeiposten. Kurz darauf wurde der Gouverneur bei einer Attacke von Dschihadisten verwundet (7. September 2014). Bild: AFP

Mit der Provinz Anbar unter ihrer Kontrolle hätten die IS-Kämpfer eine Versorgungslinie von Syrien fast bis nach Bagdad geschaffen. Sie wären damit in einer starken Ausgangslage für Angriffe auf die irakische Hauptstadt. 

In this Sunday, Oct. 5, 2014. photo, an Iraqi military vehicle burns after an attack by the militant Islamic State group, in western Anbar province, 140 kilometers (85 miles) west of Baghdad, Iraq. Islamic State group fighters stormed Hit on Thursday, its latest victory against the embattled Iraqi military in Anbar province. (AP Photo)

Zerstörtes Fahrzeug der irakischen Armee in Anbar. Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Rot umrandet: Irakische Provinz Anbar google maps

Das Vorrücken des IS in Anbar geriet zuletzt wegen der starken Aufmerksamkeit für die Kämpfe um Kobane in Syrien aus dem Blickfeld. Doch die Dschihadisten eroberten die wichtige Provinz in den vergangenen Monaten systematisch: Städte, Dörfer, Polizeistationen. Der Vormarsch begann bereits im Januar mit der Eroberung der Stadt Falludscha. Im Juni konnten die Extremisten weit in die Region vorrücken. Doch die irakischen Truppen konnten mehrere Posten in der Provinz halten. Jetzt scheint es damit vorbei zu sein. Die irakische Armee musste laut «Washington Post» viele Rückschläge hinnehmen. Auch die Luftangriffe der US-geführten Militärallianz konnten den Vormarsch demnach nicht aufhalten. 

An image grab taken from a propaganda video released on March 17, 2014 by the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL)'s al-Furqan Media allegedly shows ISIL fighters raising their weapons as they stand on a vehicle mounted with the trademark Jihadists flag at an undisclosed location in the Anbar province. The jihadist Islamic State of Iraq and the Levant group has spearheaded a major offensive that began on June 9, 2014 and has since overrun all of Iraq's northern Nineveh province. AFP PHOTO / HO / AL-FURQAN MEDIA 
=== RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT

IS-Kämpfer in der irakischen Provinz Anbar (undatierte Aufnahme). Bild: AL-FURQAN MEDIA

Washington will enger mit Türkei zusammenarbeiten

In ihrem Kampf gegen die IS will die US-Regierung nun ihre Zusammenarbeit mit der Türkei verstärken. Aussenamtssprecherin Jennifer Psaki teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, in der kommenden Woche werde sich eine US-Militärdelegation nach Ankara begeben, um die bereits begonnenen Gespräche fortzusetzen. Washington hält den Einsatz «kompetenter Einheiten am Boden» für unerlässlich. 

Karte der New York Times 

twitter/nytimes

Trotz der Luftangriffe sind die IS-Kämpfer offenbar auch im syrischen Kobane weiter vorgerückt. Die Extremisten hätten inzwischen mehr als ein Drittel der Kurdenhochburg unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. 

Seit Mitte September wurden in dem Konflikt um Kobane nach Angaben der Beobachtungsstelle rund 500 Menschen getötet. Die IS-Kämpfer hätten die Kontrolle über 70 Dörfer übernommen. Rund 300'000 Menschen ergriffen die Flucht, davon gelangten rund 200'000 in die Türkei. Die US-Streitkräfte flogen nach eigenen Angaben am Donnerstag 14 Luftangriffe auf IS-Stellungen bei Kobane. (ler/AFP)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Scory 10.10.2014 15:31
    Highlight Highlight Was die USA, Türkei, EU etc etc derzeit "veranstalten", ist einer Humangesellschaft unwürdig. Wir sehen quasi live zu, wie Menschen zu Tausenden einfach abgeschlachtet werden. Im Namen von wem auch immer. Wir schauen zu, als wärs ein Fussballmatch oder ein PC-Spiel. Diese Situation ist nicht auszuhalten. Auch ich bin völlig ratlos. Es übersteigt mein Vorstellungsvermögen........
    5 0 Melden

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