Gesellschaft & Politik
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Syrian refugees reinforce their tents at a tented settlement in Akkar, northern Lebanon ahead of a powerful winter storm sweeping Lebanon January 6, 2015. Lebanon enforced new immigration controls at the Syrian border on Monday in a move to gain control of the steady stream of refugees from its much larger neighbour. Lebanon, whose population is less than five million, hosts more than a million Syrian refugees and has the highest per capita concentration of refugees in the world. The government already started restricting refugees late last year. REUTERS/Stringer (LEBANON - Tags: SOCIETY IMMIGRATION CIVIL UNREST POVERTY POLITICS)

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge verstärken ein Zeltdach in Akkar, im Norden Libanons: Rund 3 Millionen Syrer betreut das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Bild: STRINGER/REUTERS

Deutlich über 55 Millionen Menschen

Trauriger Rekord: So viele Flüchtlinge und Vertriebene wie heute gab es noch nie

Die Zahl der Flüchtlinge und der im eigenen Land vertriebenen Menschen hat im vergangenen Jahr zugenommen und noch nie dagewesene Ausmasse erreicht. Allein im ersten Halbjahr 2014 wurden laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 5,5 Millionen Menschen gewaltsam entwurzelt.

Ende 2013 zählte das UNHCR weltweit 51,2 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene – eine seit dem Zweiten Weltkrieg nie erreichte Zahl. Im ersten Halbjahr 2014 kamen 5,5 Millionen Menschen dazu, die ihre Heimat verlassen mussten. Davon flüchteten 1,4 Millionen Menschen ins Ausland, der Rest suchte innerhalb der Grenzen des eigenen Landes Schutz, wie das Hilfswerk am Mittwoch mitteilte.

Berücksichtigt man diejenigen Flüchtlinge, die zurückkehren konnten, sowie Geburten und Todesfälle, erhöhte sich die Zahl der Hilfesuchenden innerhalb eines Jahres bis Ende Juni 2014 um 3,4 Millionen.

Am meisten Syrer

Das UNHCR betreut insgesamt 13 Millionen Flüchtlinge. Die grösste Flüchtlingsgruppe machen mit 3 Millionen Menschen die Syrerinnen und Syrer aus. Sie lösen damit die Afghanen (2,7 Millionen) ab, die ehemals die grösste Gruppe stellten.

Die über 4 Millionen palästinensischen Flüchtlinge unterstehen nicht der Kompetenz des UNHCR. Weiter zählt die UNO grössere Flüchtlingsgruppen aus Somalia (1,1 Millionen), dem Sudan (670'000), dem Südsudan (509'000), der Demokratischen Republik Kongo (493'000), Myanmar (480'000) und dem Irak (426'000).

epa04521515 United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR), Portuguese Antonio Manuel de Oliveira Guterres delivers a speech at the UNHCR Ministerial-level Pledging Conference on resettlement and other forms of admission for Syrian refugees, at the European headquarters of the United Nations (UN) in Geneva, Switzerland, 09 December 2014. According to an UNHCR press release, the UN High Commissioner called upon States to make multi-annual commitments towards an additional 100,000 places for Syrian refugees by 2016.  EPA/SALVATORE DI NOLFI  EPA/SALVATORE DI NOLFI

UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres: Vor allem die ärmeren Länder sorgen für Flüchtlinge. Bild: EPA/KEYSTONE

Aufruf zur Solidarität

Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen habe im vergangenen Jahr ein noch nie dagewesenes Ausmass erreicht, sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Zudem werde der Unterhalt der Flüchtlinge – ökonomisch, sozial und menschlich – hauptsächlich von den ärmsten Ländern gestemmt. Guterres mahnte denn auch «mehr internationale Solidarität» an.

Ende Juni des vergangenen Jahres war Pakistan das Land, das mit 1,6 Millionen Menschen am meisten Flüchtlinge beherbergte. Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), Iran (982'000), die Türkei (824'000), Jordanien (737'000), Äthiopien (588'000), Kenia (537'000) und Tschad (455'000). (trs/sda)



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