DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge verstärken ein Zeltdach in Akkar, im Norden Libanons: Rund 3 Millionen Syrer betreut das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.
Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge verstärken ein Zeltdach in Akkar, im Norden Libanons: Rund 3 Millionen Syrer betreut das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.Bild: STRINGER/REUTERS
Deutlich über 55 Millionen Menschen

Trauriger Rekord: So viele Flüchtlinge und Vertriebene wie heute gab es noch nie

07.01.2015, 06:3607.01.2015, 08:29

Die Zahl der Flüchtlinge und der im eigenen Land vertriebenen Menschen hat im vergangenen Jahr zugenommen und noch nie dagewesene Ausmasse erreicht. Allein im ersten Halbjahr 2014 wurden laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 5,5 Millionen Menschen gewaltsam entwurzelt.

Ende 2013 zählte das UNHCR weltweit 51,2 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene – eine seit dem Zweiten Weltkrieg nie erreichte Zahl. Im ersten Halbjahr 2014 kamen 5,5 Millionen Menschen dazu, die ihre Heimat verlassen mussten. Davon flüchteten 1,4 Millionen Menschen ins Ausland, der Rest suchte innerhalb der Grenzen des eigenen Landes Schutz, wie das Hilfswerk am Mittwoch mitteilte.

Berücksichtigt man diejenigen Flüchtlinge, die zurückkehren konnten, sowie Geburten und Todesfälle, erhöhte sich die Zahl der Hilfesuchenden innerhalb eines Jahres bis Ende Juni 2014 um 3,4 Millionen.

Mehr zum Thema Flüchtlinge

Am meisten Syrer

Das UNHCR betreut insgesamt 13 Millionen Flüchtlinge. Die grösste Flüchtlingsgruppe machen mit 3 Millionen Menschen die Syrerinnen und Syrer aus. Sie lösen damit die Afghanen (2,7 Millionen) ab, die ehemals die grösste Gruppe stellten.

Die über 4 Millionen palästinensischen Flüchtlinge unterstehen nicht der Kompetenz des UNHCR. Weiter zählt die UNO grössere Flüchtlingsgruppen aus Somalia (1,1 Millionen), dem Sudan (670'000), dem Südsudan (509'000), der Demokratischen Republik Kongo (493'000), Myanmar (480'000) und dem Irak (426'000).

UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres: Vor allem die ärmeren Länder sorgen für Flüchtlinge.
UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres: Vor allem die ärmeren Länder sorgen für Flüchtlinge.Bild: EPA/KEYSTONE

Aufruf zur Solidarität

Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen habe im vergangenen Jahr ein noch nie dagewesenes Ausmass erreicht, sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Zudem werde der Unterhalt der Flüchtlinge – ökonomisch, sozial und menschlich – hauptsächlich von den ärmsten Ländern gestemmt. Guterres mahnte denn auch «mehr internationale Solidarität» an.

Ende Juni des vergangenen Jahres war Pakistan das Land, das mit 1,6 Millionen Menschen am meisten Flüchtlinge beherbergte. Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), Iran (982'000), die Türkei (824'000), Jordanien (737'000), Äthiopien (588'000), Kenia (537'000) und Tschad (455'000). (trs/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ukraine-Konflikt: Kreml wirft den USA «falsche Anschuldigungen» vor

Der Kreml hat den USA angesichts der Spannungen um die Ukraine «falsche Anschuldigungen» gegen Russland und die Verbreitung von Lügen vorgeworfen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte im Interview mit dem US-Fernsehsender CNN, dass Washington die angekündigten Belege für eine militärische Eskalation von russischer Seite an der Grenze zur Ukraine bisher nicht vorgelegt habe. «Wir warten noch immer auf Beweise», sagte Peskow. Auf die Frage, ob Russland einen Überfall auf die Ukraine ausschliessen könne, sagte er, dass es diesen augenscheinlich nicht gebe.

Zur Story