Gesellschaft & Politik
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Die Kantonsschule Sargans, im Hintergrund der Gonzen, aufgenommen am Dienstag, 16. September 2014, in Sargans. Die St. Galler Stimmbevoelkerung befindet am 28. September ueber den Teilabbruch und die Erweiterung der veralteten Schulanlage:

Die Kantonsschule Sargans. Bild: KEYSTONE

Eine Lokalposse in vier Akten

Mobbing oder persönlicher Feldzug? Wie der Streit zwischen einem Sarganser Kantilehrer und dem Rektor eskalierte

Aufregung in Sargans: An der Kantonsschule ist der Streit zwischen dem Mathelehrer S.* und dem Rektor Stephan Wurster eskaliert. S. hat Strafanzeige gegen seinen Chef eingereicht und in einem Artikel im St.Galler Tagblatt massive Vorwürfe gegen den Rektor und die Schulleitung erhoben. Es ist dies der vorläufig letzte Akt in einem Konflikt, der schon lange schwelt. Was ist da passiert? – eine Lokalposse in vier Akten.

1. Akt: Die Schulleitung «beobachtet die Situation»

Viel weiss man nicht über den Beginn des Streits zwischen dem Lehrer S. und dem Rektor Stephan Wurster. Dieser hält sich mit Äusserungen über S. zurück. Gemäss «St.Galler Tagblatt» begann der Konflikt damit, dass bei der Schulleitung im Juli 2013 Reklamationen wegen des Unterrichts von S. eingegangen seien. Eigenen Angaben zufolge habe sich die Kritik um das zu hohe Niveau seines Unterrichts gedreht, sagt S. 

Zwei Wochen später reagierte die Schulleitung auf eine Anfrage einer Mutter betreffend S. Der Lehrer stehe unter Beobachtung, so die Antwort. Die Schulleitung sei froh, wenn sie Rückmeldungen erhielte. Doch das ist nicht alles: Die Schulleitung befragt die Klassen, ein Gutachter der ETH überprüft anhand von Mathematikheften, ob der Unterricht lehrplangerecht sei. Man habe die Situation beobachten und analysieren wollen, sagt der Rektor gegenüber watson.

2. Akt: Die Kündigung droht

Im November 2013 eröffnet Rektor Wurster dem Lehrer, dass die Schulleitung seine Kündigung erwäge. Obwohl das Gutachten für die Fachkompetenz von S. gesprochen hatte. Im Januar 2014 teilt die Schulleitung S. mit, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen müsse. So weit bestätigt Rektor Wurster die Geschehnisse, die S. gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» schilderte. 

S. erleidet nach eigenen Angaben zu diesem Zeitpunkt einen Nervenzusammenbruch und wird krankgeschrieben. Weil er den Druck einfach nicht mehr ausgehalten habe, wie er später gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» sagen wird. Der Druck, der in seinen Augen vom Rektor aufgebaut worden sei. Das Arztzeugnis schützt S. vor der Kündigung. Kalkül, vermutet ein Insider gegenüber watson. 

3. Akt: Strafanzeige

Ende Juli 2014 reicht S. Strafanzeige in fünf Punkten ein. Die Anklagekammer des Kanton St.Gallen tritt auf einen Anklagepunkt ein, jenen der Amtsgeheimnisverletzung. Es geht dabei um den Kontakt zwischen dem Rektor und der Mutter. Eine Untersuchung wegen Körperverletzung und Amtsmissbrauchs, welche S. dem Rektor und der Schule vorwirft, wird abgelehnt. S. zieht damit vor Bundesgericht. 

4. Akt: Der Fall wird publik

Diese Woche dann wird der Fall S. publik gemacht: Das St.Galler Tagblatt spricht von «krassem Mobbing». Wurster hält sich mit einer detaillierten Stellungnahme zurück, mit der Begründung, es handle sich um ein laufendes Verfahren. Auch 20 Minuten berichtet in der Folge über die Attacke gegen den beliebten Lehrer mit erwiesener Fachkompetenz. Gegenüber watson sagt Wurster: «Die Aussagen von S. mögen im Einzelnen nicht unwahr sein. Doch der Artikel stellt die Situation insgesamt nicht korrekt dar». 

Es gibt viele offene Fragen im Fall S., viele Fragen die erst nach Beendigung des Verfahrens geklärt werden können. Die Beteiligten halten sich zurück, auch die lokale Zeitung «Der Sarganserländer» schreibt lediglich, die Beliebtheit von S. sei keinesfalls unumstritten. Und der Elternverband teilt watson kryptisch mit: «S. war schon oft Thema.» S. selber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Fortsetzung folgt. (dwi)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Jay_Jay 18.01.2015 21:31
    Highlight Highlight Da war wohl eine Mama mit dem Lehrer nicht zufrieden, weil ihr Kind nicht mithalten konnte. Es ist eine Kantonsschule, man erwartet halt, dass das Kind mitmacht, arbeitet usw. Ich hatte damals im Gym eine Biologie-Lehrerin. Der Unterricht begann in dem Moment als sie die Tür öffnete, und zwar SOFORT! Der Unterricht dauerte 2 Lektionen und hörte erst auf, wenn es klingelte. Für uns hiess das damals 90 Minuten höchste Konzentration. Zweimal in der Woche. Ihre Prüfungen waren anspruchsvoll, wenn man bei ihr 'ne 5 kriegte, tanzte man herum... Nie im Leben wäre meinen Eltern in den Sinn gekommen sich zu beschweren, weil wir so viel lernen mussten!!!! Die heutigen Kinder sind verweichlicht, und zwar wegen den Eltern. Meine hätten nie meine Lehrerin für meine schlechten Zensuren verantwortlich gemacht, sondern ausschließlich MICH!
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