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Wenn Pelz, dann dieser: Schweizer Rotfuchs aus Wildfang. Bild: Stockfotos

Schweizer Füchse retten die Branche

Mit diesem Trick ist Pelztragen keine Gewissensfrage mehr

Das schlechte Gewissen beim Tragen von Tierpelz war gestern. Schweizer Rotfuchspelz ist ethisch korrekt und legal. Wir sagen, wo es ihn zu kaufen gibt.



Die Entscheidung, ob Pelz oder nicht, bleibt jedem und jeder selbst überlassen. Schliesslich stammt ein Pelz immer von einem toten Tier und ob man sich darin wohl fühlt, ist eine individuelle Entscheidung. 

Sicher ist: Pelze müssen nicht von gequälten Tieren stammen, die irgendwo in einem Käfig eigens für die Pelzgewinnung gelitten haben. Pelze können völlig legal und ethisch vertretbar gewonnen werden.

Lieber tragen als verbrennen

In der Schweiz werden jährlich rund 30'000 Rotfüchse erlegt. Das Fell von gesunden Tieren würde sich hervorragend für Pelz-Accessoires wie Krägen, Pulswärmer, Gamaschen oder Kapuzenbesätze eignen. Die Füchse werden geschossen, um ihre Verbreitung unter Kontrolle zu behalten. Wenn dies auf verantwortungsvolle und schonende Art und Weise geschieht, steht auch der WWF dahinter: «Wir sind der Meinung, dass man in der Schweiz nicht um eine Regulierung der Wildbestände herumkommt», sagt Fredi Lüthin, Mediensprecher von WWF Schweiz. Auch in Nordamerika und Kanada werden beispielsweise Kojoten und Bisamratten kontrolliert gejagt.

Schade nur, wenn ihr Pelz ungenutzt auf der Tierkadaverstelle landet. Thomas Aus der Au, diplomierter Kürschnermeister und Mediensprecher vom Schweizerischen Pelzfachverband SwissFur schätzt, dass heute gerade mal 20 Prozent der in der Schweiz gewonnenen Rotfuchsfelle weiterverarbeitet werden. 

Schweizer Rotfuchs-Kollektionen

Dies wollen immer mehr Schweizer Labels ändern. Bereits nutzen einige von ihnen bewusst Schweizer Fuchspelze für ihre Kreationen. Der Schweizerische Pelzfachverband SwissFur fördert die einheimische Pelzproduktion mit einer eigenen Kollektion, die in Fachgeschäften in der ganzen Schweiz zu kaufen ist. Eine Liste der Fachgeschäfte findet sich hier auf dem Portal von Swissfur. 

Models praesentieren Fuchsfell-Kreationen an einer Modeschau in Zuerich am Dienstag, 21. Oktober 2003. In der Schweiz werden jaehrlich rund 40000 Rotfuechse bejagt. Ein Grossteil der anfallenden Fuchsfelle wird allerdings ungenutzt verbrannt. Die Schweizer Jagdverbaende und SwissFur (der schweizerische Pelzfachverband) haben sich desshalb zu einem Gemeinschaftsprojekt

Pelzkollektion des Pelzfachverbandes SiwssFur. Quelle: KEYSTONE

Auch junge Modemacher wie das Zürcher Label Asandri wagen sich bewusst an die Verarbeitung von Schweizer Rotfuchspelz: «Der Einsatz von echtem Pelz war eine mutige aber konsequente Entscheidung», sagt Alexandra Pfister von Asandri: «Für uns ist sie ein Bekenntnis zu einem wunderbaren Naturprodukt.» Pelz sei etwas Magisches, von dem wir Menschen uns instinktiv angezogen fühlen würden. Billiger Pelz aus Zuchthaltung käme für sie nicht in Frage. «Wir bieten eine interessante Alternative für Frauen, die Pelz tragen und auch dahinter stehen möchten», sagt Pfister.  

Verbotene Quälerei

Zuchtfarmen wie sie in Skandinavien und China vorkommen, sind in der Schweiz dank strengen Tierschutzgesetzen undenkbar. Seit 2013 gilt hier zudem die Deklarationspflicht für Pelze. Bis zum 28. Februar 2014 muss sie konsequent durchgesetzt werden. Tierart, Herkunft und Gewinnungsart müssen auf jedem Pelz ausgewiesen sein. Informieren Sie sich beim Kauf von Pelz genau über seine Herkunft und kaufen Sie wenn möglich Schweizer Pelz oder solcher aus Jagd auf Überpopulationen. rar

MODE SUISSE EDITION 3 YANNICK AELLEN UND URSINA WIDMER ZEIGEN INTERNATIONALE MODE DESIGNER IN ZÜRICH AUF DEM CATWALK. PERET SCHAAD, ASANDRI, MARC STONE, LITTLE BLACK DRESS, KAZU, JAVIER REYES, IDA GUT, JULIAN ZIGERLI und viele mehr. Fotograf © Alexander Palacios Basel

Auch das Zürcher Label Asandri verarbeitet Pelz: Stulpen aus Rotfuchspelz. Bild:Asandri

Niedrige Preise am Schweizer Pelzmarkt

In der Schweiz treffen sich Jäger und Pelzhändler auf regionalen Fell- und Pelzmärkten, die jeweils von Ende Januar bis Ende März stattfinden. Der grösste ist dieses Jahr am 8. Februar in Thun. Hier verkaufen Jäger ihre getrockneten Bälge an Schweizer Pelzhändler, die sie in aufwendigen Verfahren veredeln und an Kürschner weiterverkaufen. Jene entwerfen dann Pelzmode daraus.  Auch Privatpersonen können sich an regionalen Pelz- und Fell-Märkten mit Accessoires eindecken. 

Jaeger preisen ihre Fuchs- und andere Tierfelle an, am Pelz und Fellmarkt am Samstag, 9. Februar 2008 in Thun. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Jäger am Schweizer Pelzfellmarkt in Thun preisen ihre Ware an.  Bild: KEYSTONE

Das Problem sind die niedrigen Preise, die Jäger für ein Fuchsrohfell erhalten und kaum den Aufwand wert sind. Gemäss Thomas Aus der Au können Jäger auch dieses Jahr wieder mit rund 20 Franken für einen Rotfuchspelz rechnen. Der Tiefpunkt war vor etwa 20 Jahren, als man gerade noch vier Franken für einen Balg erhielt. 

Bessere Preise in Kanada

Ein Vorbild für die Schweiz könnte die legale Pelzverarbeitung in den Vereinigten Staaten und in Kanada sein. Dort sind es in erster Linie Kojoten, Bisamratten und Waschbären, die keine natürlichen Feinde haben und deshalb kontrolliert gejagt werden müssen.

Grosse Labels wie Canada Goose aus Kanada beziehen die wärmende Verzierung für ihre Jacken nur von zertifizierten Kojoten-Fallenstellern. Thomas aus der Au vom Schweizerischen Pelzfachverband meint: «Der Preis für Kojotenfelle in Kanada ist dank der gestiegenen Nachfrage besser, vor allem auch für die Jäger, die teilweise nur von der Jagd leben.»

FILE - In this Nov. 28, 2013, file photo, garments hang on display at the Canada Goose Inc. showroom in Toronto, Canada Goose, one of the world's leading makers of extreme weather outerwear, is selling a majority stake in the company to private investment firm Bain Capital.  (AP Photo/The Canadian Press, Aaron Vincent Elkaim)

In der USA und in Kanada ein Markt: Kojotenfell an Winterjacken. Bild: AP/The Canadian Press

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