Gesellschaft & Politik
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Heavyweight boxing champion and UDAR (Ukrainian Democratic Alliance for Reform) party leader Vitali Klitschko (L) and his wife Natalia cast their votes in a presidential election at a polling station in Kiev May 25, 2014. Ukrainians voted on Sunday in a presidential election billed as the most important since they won their independence from Moscow 23 years ago, but armed pro-Russian separatists disrupted voting in eastern regions of the former Soviet republic.    REUTERS/David Mdzinarishvili (UKRAINE  - Tags: POLITICS ELECTIONS)

Natalia Klitschko und ihr Mann Vitali wählen den neuen Präsidenten der Ukraine in einem Wahllokal in Kiew.  Bild: X01222

Präsidentschaftswahlen

Klitschko wählt - Ostukrainer haben Schwierigkeiten 



In der ostukrainischen Industriestadt Donezk haben mehrere tausend Menschen gegen die landesweite Präsidentenwahl demonstriert. Auf dem zentralen Lenin-Platz seien mehr als 2500 Menschen versammelt, meldete die Agentur Itar-Tass am Sonntag. Eine Einheit bewaffneter Aufständischer sei mit Jubelrufen begrüsst worden, hiess es. Hunderte prorussische Aktivisten marschierten zudem zum Wohnsitz des aus Donezk stammenden Oligarchen Rinat Achmetow. Der vermutlich reichste Unternehmer des Landes hatte die geschätzt 300'000 Angestellten seiner Betriebe aufgerufen, sich dem Treiben der Separatisten zu widersetzen.

Im Osten der Ukraine halten prorussische Kräfte in mehreren Städten Verwaltungsgebäude besetzt. Vielerorts herrsche ein Klima der Angst, berichteten Augenzeugen. In weiten Teilen der an Russland angrenzenden Region gab es kaum Möglichkeiten zur Stimmabgabe. In den betroffenen Gebieten Donezk und Lugansk leben insgesamt mehr als 6,5 Millionen Menschen. Die proeuropäische Führung des wichtigsten Transitlandes für russisches Gas nach Westen hat eingeräumt, dass die Wahl nicht im ganzen Land stattfinden kann.

Klitschko in Kiew in Führung

In der Hauptstadt Kiew tritt zugleich der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl an. Umfragen sehen den 42-Jährigen deutlich in Führung. 2006 und 2008 hatte Klitschko die Bürgermeisterwahlen verloren. Das Amt hat vor allem repräsentative Funktion. Die Entscheidungen fällt vor allem der Chef der Stadtverwaltung, der vom Präsidenten ernannt wird.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des nach Russland geflüchteten Staatschefs Viktor Janukowitsch gilt der Schokoladenfabrikant Pjotr Poroschenko. Erhält keiner der 21 Bewerber die absolute Mehrheit, ist im nahezu bankrotten Land eine Stichwahl nötig. Prorussische Separatisten halten im Osten der Ukraine weite Gebiete besetzt. Sie lehnen die Wahl als illegitim ab. Russlands Präsident Wladimir Putin hingegen kündigte an, das Ergebnis zu «respektieren». Er sprach aber nicht von «Anerkennung.»(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 25.05.2014 14:26
    Highlight Highlight Die EU hat sich selber ins Abseits manövriert.
    Anstatt eine dem Niveau des 21. Jahrhunderts entsprechende politische Vernunft walten zu lassen hat sie Extremisten in Kiew unterstützt, die mit Mitteln des 19. Jahrhunderts einen Wandel erreichen wollten.
    Die Folgen sind nun zu besichtigen.
    • Horny 26.05.2014 08:55
      Highlight Highlight Schlimmer noch, sie freut sich über die Situation und erkennt das Desaster nicht.
      Der Nachweis, das sich nichts Ändern wird in der Ukraine, ist nun vollbracht.
      Oligarch folgt auf Oligarch und Promi folgt Promi. Was ist jetzt Neu oder Besser?

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