Gesellschaft & Politik
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U.S. President Barack Obama (2nd R) talks to his Russian counterpart Vladimir Putin (L, front) during the Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) Summit in Beijing, November 11, 2014. REUTERS/Press service of the president of the Russian Federation/RIA Novosti (CHINA - Tags: POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

Wladimir Putin und Barack Obama bei einem kurzen Treffen am APEC-Gipfel letzte Woche in Peking. Bild: RIA Novosti/REUTERS

G20-Gipfel in Brisbane

Obama nennt «russische Aggression» «Bedrohung für die Welt»

Beim G20-Gipfel in Brisbane soll es eigentlich um wirtschaftliche Reformen gehen. Doch der Konflikt Russlands mit der Ukraine überschattet den Auftakt des Treffens.

Ein Artikel von

Spiegel Online

6000 Polizisten, 20 Staats- und Regierungschefs, Tausende Journalisten und ein Koalabär: In Brisbane hat der G20-Gipfel begonnen. Australien will als Gastgeberland den Schwerpunkt des Treffens nicht von politischen Krisen dominieren lassen. Australiens Regierungschef Tony Abbott sagte vor dem offiziellen Beginn der Konferenz, er würde es gern sehen, «wenn bei unserer Diskussion hier der Fokus auf Fragen der wirtschaftlichen Reformen liegen würde». Am Ende sei es aber natürlich Sache der Teilnehmer, welche Fragen sie auf den Tisch bringen und zur Diskussion stellen.

Vor allem die Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland dürfte viele Gespräche der Gipfelteilnehmer bestimmen. Aus russischen Delegationskreisen heisst es, Angela Merkel werde am Samstagabend um 22 Uhr (Ortszeit) den russischen Staatschef Wladimir Putin treffen, voraussichtlich in seinem Hotel. Ein deutscher Regierungssprecher bestätigte dies: «Es wird im Laufe des Abends ein Gespräch der Bundeskanzlerin mit Präsident Putin geben. Der genaue Zeitpunkt wird sich aus dem Ablauf des heutigen Abends ergeben.»

UNO-Generalsekretär: «eine Krise wie im Kalten Krieg»

US-Präsident Barack Obama nutzte eine Rede am Rande des Gipfels, um erneut die «russische Aggression» in der Ukraine zu kritisieren. Sie sei eine «Bedrohung für die Welt». Als Beispiel führte Obama den Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 vor vier Monaten in der Ostukraine an. Der amerikanische Präsident drückte sein Mitgefühl für die Hinterbliebenen der 38 Australier aus, die dabei ums Leben kamen. Die Verursacher des Unglücks müssten zur Verantwortung gezogen werden. 

Australiens Regierungschef Abbott gibt Putin die Schuld an dem Abschuss der Maschine, weil Russland die Separatisten in der Ostukraine unterstützt. Er forderte schon auf dem APEC-Gipfel eine Entschuldigung von ihm.

Die Europäische Union droht Russland im Ukraine-Konflikt mit neuen Strafmassnahmen. Europas Staats- und Regierungschefs wollen sich am Sonntag mit US-Präsident Obama treffen und das weitere Vorgehen abstimmen, kündigte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy an. Er forderte die russische Führung um Präsident Wladimir Putin auf, Waffenlieferungen und Verstärkung für die Separatisten in der Ostukraine zu unterbinden. Putin hat bisher eine Beteiligung Russlands an dem Konflikt abgestritten. Auch beim G20-Gipfel sagte ein Sprecher des Kreml erneut: «Wir sind nicht involviert.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, der Ukraine-Konflikt sei eine Krise «wie im Kalten Krieg», sie bedrohe den Weltfrieden und die Wirtschaft.

Journalisten schiessen Selfies mit Koalabär

Für Tausende Journalisten, die sich für den Gipfel akkreditiert haben, heisst es zum Auftakt der Konferenz vor allem warten. Der Pressebereich ist vom eigentlichen Konferenzzentrum komplett abgesperrt. Nur zu ausgesuchten Bildterminen dürfen die Journalisten zu den Politikern. Ansonsten bekommen sie höchstens Fernsehbilder aus dem Konferenzbereich zu sehen.

Zur Unterhaltung der Reporter haben die australischen Gastgeber einen Koalabär ins Pressezentrum geschafft und eine Reptilienschau organisiert. Der Koalabär sitzt in einer Art Topfpflanze und knabbert an grünen Zweigen. Dutzende Journalisten stehen um ihn herum und machen Selfies. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde schaute für einen Schnappschuss mit dem Beuteltier vorbei.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker immerhin suchte die Nähe der Journalisten, erstaunlich eigentlich, da der Mann derzeit wegen der Steuerschlupflöcher, die er als luxemburgischer Premier zu verantworten hatte, in der Kritik steht. Doch seine Pressekonferenz war so früh, dass kaum ein Journalist im Medienzentrum war.

Dabei hatte Juncker eine wichtige Nachricht mitgebracht: Die Vertreter der EU-Kommission und die europäischen Regierungschefs bei G20 treffen sich am Sonntag mit US-Präsident Obama, um über das Freihandelsabkommen TTIP zu reden, ein Herzensanliegen auch der deutschen Kanzlerin.

(vet/mp/dpa/AP)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Joshzi 15.11.2014 11:26
    Highlight Highlight Eigentlich nur mehr eine Farce oder wer glaubt denn noch, dass sich Russland an irgendein Abkommen oder überhaupt an Versprechen hält. Die Abwertung des Rubels und die fehlenden Investitionen, aufgrund der aggressiven Expansionspolitik, werden Putin immer weiter radikalisieren. Was mehr soll er seinem "Volk" denn bieten, als pathetische Phrasen aus dem kalten Krieg? Doch, rollende Panzer können keine Krise überwinden, denn rollende Panzer schaffen kein Vertrauen und ohne Vertrauen macht niemand Geschäfte, egal wieviele Panzer er hat.
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  • KarltheMarx 15.11.2014 10:36
    Highlight Highlight Hahaha. Die heuchlerische USA! Die selbsternannte Weltpolizei und imperialistische Kriegsnation muss erneut Russland angreifen, um vom eigenen Dreck abzulenken.
    7 10 Melden
    • oskar 15.11.2014 12:42
      Highlight Highlight das tut überhaupt nichts zur sache. die russen zeigen eine aggressive und verlogene aussen- und auch innenpolitik nach schönster kalte krieg-manier. sie versuchen muskeln zu zeigen um von ihren problemen und komplexen abzulenken. die folge davon werden (einmal mehr) verhärtete fronten und stellvertreterkonflikte in ärmeren ländern sein. das ist primitiv und gefährlich
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