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Wurde er entführt?

Schweizer OSZE-Beobachter in der Ukraine verschwunden



Prorussische Seperatisten haben offenbar ein Team aus Beobachtern im Osten der Ukraine entführt: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat nach eigenen Angaben den Kontakt zur vierköpfigen Gruppe verloren – unter ihnen ist auch ein Schweizer, wie das Aussendepartement in Bern bestätigte. Die Gruppe war am Montagabend östlich von Donezk unterwegs, als der Kontakt abbrach.

Dies teilte die OSZE am Dienstag mit. Die ukrainische Regierung und die regionalen Behörde seien informiert. Nach Angaben des deutschen OSZE-Sondergesandten Wolfgang Ischinger gibt es am Mittwochmorgen keine neuen Anhaltspunkte, wo die vier Männer sind. «Wir wissen nicht genau, wo sie stecken», sagte Ischinger.

«Sie sind nach allem, was man vermuten kann, in den Händen einer der Separatistengruppen», sagte der Diplomat im im ZDF-«Morgenmagazin». Sollte es für die Beobachter der OSZE dauerhaft zu gefährlich in dem Land werden, müsste man über einen Abzug nachdenken, so Ischinger. «Wenn die Sicherheitslage so ist, dass man um Leib und Leben der Mitarbeiter fürchten muss, dann muss man sie, fürchte ich, in der Tat abziehen.» 

Unbekannte Strassensperre

Die Teamkollegen des Schweizers der OSZE-Expertengruppe stammen aus Estland, Dänemark und der Türkei. Die Gruppe war zwischen Donezk und Lugansk auf einer routinemässigen Patrouillenfahrt unterwegs, als der Kontakt am Montagabend abriss.

Der russische OSZE-Botschafter Andrej Kelin erklärte, die Beobachter seien an einer zuvor nicht bekannten Strassensperre festgehalten worden. Wer sie angehalten habe, sei jedoch ungewiss. Die dänische Regierung erklärte, die OSZE-Experten seien von bewaffneten, russischen Separatisten entführt worden. Schon Ende April hatten Separatisten hatten eine Gruppe von OSZE-Beobachtern als Geiseln genommen und etwa eine Woche in ihrer Gewalt gehalten. 

«Es herrscht Krieg in der Ostukraine»

Nach Auffassung des neu gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko herrscht in der Ostukraine Krieg. Sein Land müsse mit allen Kräften gerettet werden, sagte Poroschenko in einem Interview mit der Zeitung «Bild» vom Mittwoch. 

«Wir befinden uns im Osten in einem Kriegszustand, die Krim wurde von Russland besetzt und es gibt eine grosse Instabilität. Wir müssen reagieren.» Die «Anti-Terror-Operation» habe endlich richtig begonnen. 

«Wir lassen es nicht länger zu, dass diese Terroristen Menschen entführen und erschiessen, dass sie Gebäude besetzen und Gesetze ausser Kraft setzen. Wir werden diesen Schrecken beenden, hier wird echter Krieg gegen unser Land geführt.» Ziel sei es, die Separatistenführer festnehmen zu lassen, sagte Poroschenko. 

«Wir wollen sie festnehmen lassen und vor ein Gericht stellen.» Klar sei aber auch, dass sich das Militär wehren müsse, wenn schwer bewaffnete Kämpfer auf die Soldaten feuerten. «Oberste Priorität als Präsident hat für mich jetzt die Armee, wir müssen die Soldaten in Zeiten des Krieges dringend finanziell besser ausstatten.» Mit Terroristen bezeichnet die Regierung in Kiew prorussische Separatisten. (rar/sda)

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