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epa04323166 An armed rebel soldier guards the pilots cabin debris (in the background) of the Boeing 777 Malaysia Airlines flight MH17, which crashed during flying over the eastern Ukraine region, some 100 Km east from Donetsk, Ukraine, 19 July 2014. A Malaysia Airlines Boeing 777 with more than 280 passengers on board crashed in eastern Ukraine on 17 July. The plane went down between the city of Donetsk and the Russian border, an area that has seen heavy fighting between separatists and Ukrainian government forces.  EPA/ROBERT GHEMENT

Ein prorussischer Soldat bewacht die Wrackteile. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Flugzeugabsturz in der Ukraine

Schweizer OSZE-Botschafter: «Es hat zu viele Leute» beim Wrack



Bei der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeuges halten sich nach Angaben des Schweizer Botschafters bei der OSZE, Thomas Greminger, zu viele Menschen auf. Angesichts der schwer bewaffneten Separatisten vor Ort hat Greminger Sicherheitsbedenken.

«Es hat zu viele Leute. Das beunruhigt uns», sagte Greminger in einem Interview, das in der «SonntagsZeitung» und in «Le Matin Dimanche» erschien. Es hielten sich Rebellen, Journalisten und bald auch internationale Delegationen sowie Angehörige bei der Absturzstelle auf. «Immerhin wurde am Samstagnachmittag eine Sicherheitsabschrankung eingerichtet.»

«Unsere Beobachter kehren zu ihrer eigenen Sicherheit abends nach Donezk zurück.»

Thomas Greminger

Swiss Ambassador to the OSCE (Organization for Security and Cooperation in Europe) and chairman of the OSCE Permanent Council during Switzerland’s Chairmanship Thomas Greminger informs journalists about the OSCE monitors in Ukraine at the site of the Malaysia Airlines plane crash, at Vienna's OSCE headquarters in Vienna on July 18,2014.    AFP PHOTO / JOE KLAMAR

Der Schweizer OSZE-Botschafter Thomas Greminger. Bild: AFP

Wenig vertrauenserweckend seien die Leute vor Ort: «Die Rebellen sind schwer bewaffnet – und das ist noch ziemlich diplomatisch ausgedrückt», sagte Greminger weiter. Unklar sei auch, ob die Separatisten die Gruppen unter Kontrolle hätten. «Unsere Beobachter kehren zu ihrer eigenen Sicherheit abends nach Donezk zurück».

Zugang nicht ausreichend

Greminger bestätigte frühere OSZE-Angaben, wonach der Zugang zum Unfallort für die OSZE-Experten am Samstag zwar besser war als am Vortag, aber aus Sicht der Organisation immer noch nicht ausreichend. Keine Kenntnisse habe die OSZE davon, dass Rebellen Habseligkeiten der Absturzopfer gestohlen hätten. Leichensäcke würden am Strassenrand für den Weitertransport deponiert.

Die trilaterale Kontaktgruppe (Ukraine, Russland, OSZE) werde mit den Separatistengruppen in Kontakt bleiben, «damit diese ihre Versprechen bezüglich Zugang, Korridor und Zusammenarbeit einhalten», sagte Greminger weiter. Das sei unerlässlich für die Arbeit der internationalen Ermittler. Die OSZE-Beobachter sollen laut Greminger für die Dauer der Untersuchungen vor Ort bleiben.

Zur Blackbox, welche die Rebellen nach eigenen Angaben besitzen sollen und der OSZE übergeben wollen, sagte Greminger: «Wir versuchen, an die Aufzeichnungen zu gelangen, aber bis jetzt haben wir sie noch nicht.»

The wreckage of Malaysia Airlines Flight 17 near the village of Hrabove, eastern Ukraine, early Saturday, July 19, 2014. World leaders demanded Friday that pro-Russia rebels who control the eastern Ukraine crash site of Malaysia Airlines Flight 17 give immediate, unfettered access to independent investigators to determine who shot down the plane. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)

Das Flugzeugwrack der MH17. Bild: Evgeniy Maloletka/AP/KEYSTONE

Hoffnungen auf Abbau der Spannungen

«Der Vorfall könnte auch eine Chance sein.»

Thomas Greminger

Nach dem mutmasslichen Abschuss hofft Greminger auf Verhandlungen über einen umfassenderen Waffenstillstand in der Ukraine. «Die Spannungen sind enorm, aber der Vorfall am Donnerstag könnte auch eine Chance sein.» Nach fast drei Wochen sei danach zum ersten Mal wieder ein direkter Kontakt mit den Separatisten zustande gekommen.

«Wir müssen versuchen, einen Waffenstillstand auszuhandeln, der über das Gebiet der Absturzstelle hinausgeht», sagte Greminger dazu. Das OSZE-Mandat, das am 20. September ausgelaufen wäre, ist nach Gremingers Angaben um sechs Monaten verlängert worden. (rey/sda)

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