Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04333279 Ukrainian people wait to leave Horlivka, Ukraine, 27 July 2014. According to reports, Ukrainian army has taken measures to regain control over Horlivka, a town considered a separatist stronghold.  EPA/IGOR KOVALENKO

Ukrainische Mutter will mit ihren Kindern aus der Kriegsregion fliehen. Bild: IGOR KOVALENKO/EPA/KEYSTONE

Machtkonsolidierung der prorussischen Separatisten

Die Menschen in der Ostukraine leiden laut UNO unter einer Schreckensherrschaft

Die Bevölkerung der Ostukraine leidet nach UNO-Angaben unter einer Schreckensherrschaft pro-russischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heisst es in einem in Genf veröffentlichten Bericht des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Mindestens 812 Menschen seien seit Mitte April von bewaffneten Gruppen in der Region entführt oder gefangen genommen worden. Im gleichen Zeitraum wurden laut UNO im Konflikt mindestens 1129 Menschen getötet und mehr als 3400 verletzt. Mehr als 101'000 Menschen in der Ostukraine seien wegen den Kämpfen geflohen.

Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heisst es im Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert. Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen.

Kritik an beiden Seiten

«Beide Seiten müssen verhindern, dass noch mehr Zivilisten getötet werden», forderte die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Das Vorgehen sowohl der Separatisten als auch der Armee müsse unter Umständen als Verletzung des humanitären Völkerrechts eingestuft und verfolgt werden. Bei Kämpfen in Donezk und Lugansk hätten beide Seiten schwere Waffen in bewohnten Gegenden eingesetzt, darunter Artillerie, Panzer und Raketen, sagte Pillay.

«Beide Seiten müssen verhindern, dass noch mehr Zivilisten getötet werden.»

UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay

UN High Commissioner for Human Rights Navi Pillay speaks during a news conference for a report on

Navi Pillay. Bild: PIERRE ALBOUY/REUTERS

Der Bericht kritisiert auch die Gegenoffensive der Regierung in Kiew, welche immer mehr Opfer fordere und die Infrastruktur in der Ostukraine stark beschädige. Schätzungen gehen von bis zu 750 Millionen Dollar Sachschaden in der Region aus.

Abschuss verurteilt

Die UNO-Hochkommissarin verurteilte den mutmasslichen Abschuss der Boeing der Malaysia Airlines vom 17. Juli. «Angesichts der Umstände kann dieser Vorfall als Kriegsverbrechen angesehen werden», sagte Pillay.

Sie forderte eine «schnelle, umfassende, effektive, unabhängige und unparteiische Untersuchung» des Flugzeugabsturzes. Das UNO-Hochkommissariat betonte, alle Konfliktparteien die internationales Recht gebrochen hätten, müssten sich für ihre Taten vor Gericht verantworten. (kub/sda/dpa) 

EU plant in Ukraine-Krise Sanktionen gegen weitere Personen 

Die Europäische Union will die Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise ausweiten. Die Botschafter der 28 EU-Staaten werden nach Angaben von Diplomaten am Montagnachmittag (16.30 Uhr) in Brüssel über Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen weitere Personen beraten. Dabei soll es um den inneren Kreis des russischen Präsidenten Wladimir Putin gehen. Die Entscheidungen der Botschafter inklusive der Namen sollen am Dienstag abgeschlossen werden. Dann wollen die EU-Botschafter auch Wirtschaftssanktionen beschliessen. Die EU will Russland mit den Sanktionen zwingen, die Unterstützung für die Aufständischen in der Ostukraine aufzugeben. (sda/dpa)



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.07.2014 10:57
    Highlight Highlight Hier muss man keine Illusionen haben. Der Krieg in der Ukraine ist ein indirekter Krieg zwischen der EU und Russland. Und nur diese beiden Mächte können das Blutvergiessen stoppen, wenn sie ihre Bluthunde wieder zurück an die Leine ziehen. Die Regierung von Poroschenko und die Separatisten sind nur Marionetten an den Fäden von Grossmächten.

Nein zum Migrationspakt – Gegner liegen zur Zeit leicht vorne 

Der UNO-Migrationspakt würde gemäss einer Umfrage derzeit wohl abgelehnt. Die Nachbefragung zu den Eidgenössischen Abstimmungen des Medienkonzerns Tamedia bestätigt im weiteren weitgehend die Einschätzung des Abstimmungssonntags.

Auf die Frage, ob die Schweiz den UNO-Migrationspakt unterzeichnen soll, antworteten 46 Prozent mit Nein oder eher Nein. Ja oder eher Ja würden 41 Prozent der Befragten stimmen, wie Tamedia am Dienstag mitteilte. 13 Prozent machten keine Angabe.

Wenig glaubwürdig war …

Artikel lesen
Link to Article