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Das Denkmal für die Rote Armee in der bulgarischen Hauptstadt Sofia wurde in den ukrainischen Landesfarben bemalt. Bild: X80002

Sturm auf die Denkmäler

Nach Lenin geht es weiteren Symbolen der russischen Herrschaft an den Kragen



Ukrainische Nationalisten nehmen den Sturz der prorussischen Regierung von Wiktor Janukowitsch zum Anlass, auf alles loszugehen, was an die verhasste Herrschaft des «Grossen Bruders» erinnert. Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion wurden im ganzen Land Statuen von Sowjetgründer Lenin vom Sockel gerissen oder beschädigt.

epa04053810 A combo picture shows the statue of former Soviet leader Vladimir Lenin (R) in Kiev taken on 07 November 1997 and a golden toilet installed by protesters on the pedestal where the statue of Lenin used to stand (L), during the continuing protest in Kiev, Ukraine, 03 February 2014. The Lenin statue was toppled in Kiev on 08 December 2013. Opposition groups have for weeks been staging violent protests in the capital Kiev and other parts of the country, demanding the president's resignation and early elections. Ukraine's President Viktor Yanukovych who was hospitalized as tensions escalated between his government and the opposition was to return to work on 03 February.  EPA/IGOR KOVALENKO / SERGEI SUPINSKY

Bild: EPA/EPA

Meistens ging es dabei ziemlich brachial zu und her. Einen originellen Ansatz wählten unbekannte Künstler bei einer Statue in Kiew, die im Dezember vom Sockel geholt worden war. An Lenins Stelle platzierten sie eine vergoldete Toilette.

People paint on the KGB officers monument in Kiev, Ukraine, Sunday, Feb. 23, 2014. A top Ukrainian opposition figure assumed presidential powers Sunday, plunging Ukraine into new uncertainty after a deadly political standoff and boosting long-jailed Yulia Tymoshenko's chances at a return to power. The whereabouts and legitimacy of President Viktor Yanukovych are unclear after he left the capital for his support base in eastern Ukraine.(AP Photo/Andrew Lubimov)

Bild: AP/AP

Ein verhasstes Symbol der sowjetischen Diktatur in Kiew ist das Denkmal für die Tscheka, die Vorgängerin des Geheimdienstes KGB. Am Sonntag wurde es von Demonstranten gestürmt und mit nationalistischen Graffitis «verziert».

Bild

Bild: stryi.com.ua

In Russland sorgen die Angriffe für Empörung, denn die Ukrainer schrecken auch vor vermeintlich positiven Symbolen nicht zurück. In Stryi in der Region Lemberg wurde die Statue eines Rotarmisten demontiert, der ein Kleinkind in den Händen hält. Sie wurde zur Erinnerung an den Sieg der Roten Armee über Nazideutschland errichtet.

Video: YouTube/Andriy SAM

Im westukrainischen Brody wurde am Montag die Büste für Generalfeldmarschall Michail Kutusow entfernt, den glorreichen Sieger im Krieg gegen Napoleon 1812. Womit für Moskau der Spass definitiv aufhörte. Das Aussenministerium sprach von einer barbarischen und russophoben Aktion. «Russland ist empört über die Kampagne gegen Denkmäler in der Ukraine», hiess es am Dienstag. «Wir fordern von der neuen ukrainischen Führung, diese Willkür zu beenden.»

A woman takes pictures of figures of Soviet soldiers at the base of the Soviet Army monument, parts of which have been painted over in colours of the Ukranian flag by an unknown person, in Sofia February 23, 2014. The Ukrainian flag and the statement “Glory to Ukraine” in Ukrainian was painted on the imposing Soviet Army Monument in Bulgarian capital Sofia overnight. REUTERS/Pierre Marsaut (BULGARIA - Tags: POLITICS SOCIETY)

Bild: X80002

Dabei hat das ukrainische Virus längst auf andere Länder übergegriffen. Das Denkmal für die Rote Armee in der bulgarischen Hauptstadt Sofia wurde von einem unbekannten Strassenkünstler in den ukrainischen Farben Blau/Gelb bemalt (siehe auch das Bild ganz oben). Auch in diesem Fall hat Russland protestiert und eine Entschuldigung für den «Vandalismus» verlangt.

A person walks past a Soviet Army monument colored pink by unknown people to mark the anniversary of the Prague Spring with an inscription in Bulgarian and Czech below reading

Bild: AP

Bereits früher war das Denkmal Ziel von künstlerischen Aktionen. Im letzten August wurde es pink bemalt und mit der Aufschrift «Bulgarien entschuldigt sich» versehen. Gemeint war die bulgarische Beteiligung an der Niederschlagung des «Prager Frühlings» 1968.

epa02782786 Two girls watch a monument of Russian soldiers from WWII at the Red Army memorial in Sofia, Bulgaria, 17 June 2011. The figures of Russian soldiers have been painted by an unknown artist to resemble popular animation heroes and characters as Santa Claus. The inscription below them reads: 'Moving with the times'.  EPA/VASSIL DONEV

Bild: EPA

2011 wurden die Rotarmisten in Symbole der US-Populärkultur «umfunktioniert». «Mit der Zeit gehen», lautete das aufgesprayte Motto. Antikommunistische Aktivisten in Bulgarien fordern seit der Wende von 1989 vergeblich den Abriss des Monuments. (pbl)

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