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FILE - In this Nov. 21, 2013 file photo, reviewed by the U.S. military, dawn arrives at the now closed Camp X-Ray, which was used as the first detention facility for al-Qaida and Taliban militants who were captured after the Sept. 11 attacks at Guantanamo Bay Naval Base, Cuba. The Department of Defense is restricting access to a series of prisoner  hearings that start Tuesday Jan. 28, 2014, at the U.S. base in Cuba, requiring reporters and observers from non-governmental organizations to view the proceedings only by video link from Washington. (AP Photo/Charles Dharapak, File)

Das hochgesicherte, mittlerweile geschlossene «Camp X-Ray» in Guantanamo Bay in Kuba. Bild: Charles Dharapak/AP/KEYSTONE

Gefangenenlager Guantanamo

USA wollen offenbar eine  «bedeutende Zahl» von Guantanamo-Häftlingen freilassen



US-Präsident Barack Obama plant offenbar einen grossen Schritt hin zur Schliessung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo. Aus Regierungskreisen in Washington hiess es am Donnerstag, dass «eine bedeutende Zahl» von Entlassungen vorbereitet werde. Mit dem Versprechen, Guantanamo zu schliessen, war Obama schon bei seiner ersten Wahl als US-Präsident 2008 angetreten.

«Ich denke, es wird in diesem Jahr ein wesentlicher Fortschritt zu sehen sein», sagte ein ranghoher Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Obamas Vorgänger George W. Bush hatte das Gefängnis für Terrorverdächtige nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet, als die USA weltweit Jagd auf Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida machten. Menschenrechtsgruppen prangern an, dass die Insassen in Guantanamo ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden.

Noch 149 Häftlinge

In dem zu einer US-Militärbasis auf Kuba gehörenden Lager sitzen noch 149 Männer ein, von denen 78 nach derzeitiger Einschätzung der US-Behörden keine Gefahr darstellen und sofort freigelassen werden könnten. In vielen Fällen können die Insassen aber nicht in ihre Heimat abgeschoben werden, weil ihnen dort Verfolgung oder gar Folter droht.

Der Kongress in Washington sperrt sich wiederum dagegen, dass Guantanamo-Häftlinge auf das Staatsgebiet der USA gelangen. Obamas Regierung sucht daher nach Drittstaaten, die zur Aufnahme bereit sind. «Wir sind erfreut über die Fortschritte, die wir bei den Überstellungen ins Ausland machen», sagte der US-Regierungsvertreter.

Von den 71 Guantanamo-Häftlingen, die nicht zur Abschiebung freigegeben sind, sind nach Angaben der US-Regierung aktuell zehn Männer vor einem Militärtribunal angeklagt. Darunter befinden sich die mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September um Khalid Sheikh Mohammed. Die verbleibenden 61 Häftlinge wurden demnach in zwei Gruppen aufgeteilt: 23 Männern drohe eine Anklage, 38 weitere Insassen könnten eine Haftprüfung beantragen.

In this image taken from video obtained from Voice Of Jihad Website, which has been authenticated based on its contents and other AP reporting, A Taliban fighter speaks to Sgt. Bowe Bergdahl, in eastern Afghanistan. The Taliban on Wednesday, June 4, 2014 released a video showing the handover of Bergdahl to U.S. forces in eastern Afghanistan, touting the swap of the American soldier for five Taliban detainees from Guantanamo as a significant achievement for the insurgents. (AP Photo/Voice Of Jihad Website via AP video)

Der US-Soldat Bergdahl ist in dieser Woche im Austausch für fünf Häftlinge aus Guantanamo Bay von den Taliban freigelassen worden. Bild: AP/Voice Of Jihad Website

Kongress muss vorgewarnt werden

Obamas Regierung hatte in der vergangenen Woche fünf afghanische Taliban-Mitglieder aus Guantanamo nach Katar überstellt. Im Gegenzug liessen die Taliban den vor fünf Jahren entführten US-Soldaten Bowe Bergdahl frei.

Der Gefangenenaustausch stiess bei Republikanern im Kongress auf heftige Kritik. Sie werfen der Regierung vor, mit «Terroristen» verhandelt und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen zu haben. Ausserdem beklagten sich mehrere Kongressabgeordnete, dass sie nicht wie vorgeschrieben mit 30 Tagen Vorlauf von der Überstellung von Guantanamo-Häftlingen erfahren hätten.

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