Gesellschaft & Politik
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Wie im Kalten Krieg

FBI lässt russischen Spionage-Ring in den USA auffliegen



Die US-Bundespolizei FBI hat in New York einen mutmasslichen russischen Spion festgenommen. Der 39-Jährige werde noch am Montag zu einer ersten Anhörung vor einem Bundesgericht in Manhattan erscheinen, teilten die US-Justizbehörden mit. Der Mann soll versucht haben, als Mitarbeiter einer russischen Bank in Manhattan Informanten anzuwerben und Wirtschaftsspionage zu betreiben. Ihm drohen bei einer Verurteilung 15 Jahre Gefängnis.

People cross a road as it snows in the Manhattan borough of New York January 26, 2015. A swath of the U.S. East Coast from Philadelphia to New York City to Maine was bracing for a potentially historic blizzard on Monday with a winter storm that is expected to dump as much as 3 feet (90 cm) of snow and snarl transportation for tens of millions of people. REUTERS/Carlo Allegri   (UNITED STATES - Tags: ENVIRONMENT)

Frostige Stimmung in New York – nicht nur wegen des Wetters, sondern auch bei den Diplomaten Russlands und Amerikas. Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

Dem Spionagering sollen den Angaben zufolge zwei weitere Russen angehört haben, die nicht mehr in den Vereinigten Staaten leben. Der 40-Jährige und der 27-Jährige, die als russische Diplomaten in New York Immunität genossen hatten, wurden wegen ihrer mutmasslichen Rolle bei der Verschwörung in Abwesenheit angeklagt. US-Justizminister Eric Holder erklärte, die Festnahme zeige die Entschlossenheit der USA beim Vorgehen gegen ausländische Geheimdienstagenten – «egal wie gut Tarnung ist».

Einsatz verdeckter Ermittler

Das Trio kommunizierte angeblich über verschlüsselte Mitteilungen. Zwischen März 2012 und September 2014 zählte das FBI nach eigenen Angaben Dutzende konspirative Treffen, bei denen der 39-Jährige seinen beiden Kontaktmännern eine Tüte, eine Zeitschrift oder ein Stück Papier übergeben habe. Die Schlinge um den mutmasslichen Spion zog sich enger, als die Bundespolizei vergangenen Sommer einen verdeckten Ermittler auf ihn ansetzte. 

Der FBI-Mitarbeiter gab sich demnach als Vertreter eines reichen US-Investoren aus, der in Russland den Bau von Casinos plane. Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau sind so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Grund ist vor allem der Ukraine-Konflikt. Die USA werfen Russland vor, die frühere Sowjetrepublik gezielt zu destabilisieren und die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen.

Déjà-vu

Für Unmut sorgt in Washington auch, dass Russland dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Asyl gewährt hat. Snowden hatte die massiven Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA ans Licht gebracht. 

epa04287323 Former Russian spy Anna Chapman arrives for the closing ceremony of the 36th Moscow International Film Festival, in Moscow, Russia, 28 June 2014.  EPA/SERGEI ILNITSKY

Anna Chapman. Bild: SERGEI ILNITSKY/EPA/KEYSTONE

epa04344005 (FILE) A file still image made from a video, believed to have been made on 9th October and released by Wikileaks 12 October 2013 showing fugitive National Security Agency systems analyst Edward Snowden speaking at a dinner in Moscow. Media reports on 07 August 2014 state that  Russia has extended the residence permit of former US intelligence contractor Edward Snowden by three years, his lawyer Anatoly Kucherena said.  EPA/WIKILEAKS / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Edwars Snowden in Russland. Bild: EPA/WIKILEAKS

Im Jahr 2010 hatten die US-Behörden bereits einen russischen Geheimdienstring in New York zerschlagen. Das öffentliche Interesse konzentrierte sich damals vor allem auf die Spionin Anna Chapman, die im Zuge eines Agentenaustauschs nach Russland zurückkehren konnte. In ihrer Heimat stieg sie zur Prominenten auf: Die attraktive rothaarige Frau posierte unter anderem für ein Männermagazin und moderierte eine Fernsehsendung. 

(sda/afp)

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Zweiter deutscher Minister verknüpft Ostsee-Pipeline mit Aufklärung im Fall Nawalny

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